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Forschungsstelle
BAFU
Projektnummer
8T20/13.0057.KP
Projekttitel
Moorregeneration, Rewetting als Klimaschutzmassnahme

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Beschreibung der Resultate
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Umsetzung und Anwendungen
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Treibhausgase, Moorregeneration, Rewetting, Klimaschutz
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Auf der UNFCCC/KP-Vertragsstaatenkonferenz in Durban 2012 wurden die wählbaren Artikel 3.4-Aktivitäten des Kyoto Protokolls für die zweite Verpflichtungsperiode um „Wetland Drainage und Rewetting" erweitert (Decision 2/CMP.7 in FCCC/KP/CMP/2011/10/Add.1). Das in der Schweiz identifizierte Sequestrierungspotential in landwirtschaftlichen Böden fusst zum überwiegendem Teil auf der Renaturierung kultivierter Moorstandorte (Leifeld et al. 2003: Schriftenreihe der FAL 44). Diesen ehemaligen Flachmooren - ebenso gestörten Hochmoorflächen - und ihrer Regeneration wurde im Kontext des Klimaschutzes bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das Ziel dieses Forschungsprojekts ist, das Verständnis und die Datenverfügbarkeit zum Klimaschutzpotential einer Moorregeneration in der Schweiz - aufbauend auf und ergänzend zu laufenden Projekten des Nationalen Forschungsprogramm "Nachhaltige Nutzung der Ressource Boden" (NFP 68)- zu verbessern; dies vor allem in Hinblick auf die oben genannte UNFCCC-Aktivität „Wetland Drainage und Rewetting".
Projektziele
(Deutsch)

Die Eindämmung der Treibhausgasemissionen gestörter/kultivierter Moorflächen ist praktizierter Klimaschutz und kann zukünftig auf internationaler Ebene auf das nationale Klimaziel angerechnet werden. Für eine wissenschaftlich fundierte Beurteilung fehlen gegenwärtig viele Grundlagendaten, welche die nationalen Verhältnisse repräsentieren. Darunter fallen insbesondere:

- eine genaue Kenntnis der Flächendaten von gestörten/kultivierten Moorflächen

- die weitgehend unbekannte räumliche und zeitliche Variabilität der einzelnen Treibhausgasflüsse in Mooren und ihre Abhängigkeit von den Standortfaktoren und der Nutzungsgeschichte.

Die Erkenntnisse aus diesem Projekts sollen dazu beitragen, das Klimaschutzpotential einer Moorregeneration in der Schweiz auf der Grundlage eines qualitativ hochwertigen Datensatzes besser beurteilen zu können. Mittelfristiges Ziel ist die Ausarbeitung einer Emissionsreduktionsstrategie. Hierfür sollen für primäre Fragen, wie zum Beispiel die Kriterienfestlegung für die Auswahl besonders geeigneter Moorflächen oder die Wasserstandsführung zur Minimierung der Methangenese nach einer Wiederbenässung, erste praktikable Antworten erarbeitet werden.

Beschreibung der Resultate
(Deutsch)

Zur Beurteilung der Klimawirksamkeit von Mooren und organischen Böden sowie einer Wiedervernässung (Rewetting) derselben sind Messdaten von repräsentativen Standorten in der Schweiz unabdingbar. Die Installation und Inbetriebnahme der Messeinrichtung auf einem degenerierten, extensiv genutzten Flachmoor bei Cressier (NE) begegnet dem Mangel an Grundlagendaten, der im Projektantrag skizziert wurde. Die Versuchsfläche ist Teil eines kantonalen Naturschutzgebiets, das wiedervernässt wird. Die erhobenen Datensätze und abgeleiteten THG-Bilanzen können künftig auch im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung für das Schweizerische Treibhausgasinventar genutzt werden.

Die Versuchsfläche wurde nach mehreren Kriterien ausgewählt (v.a. Repräsentativität, Zugänglichkeit, Möglichkeit, Managementwandel zu erfassen). Auf ihr wurde ein Eddy Covariance-Turm zur Messung der Treibhausgase CO2 und CH4 errichtet und in Betrieb genommen. Dieser kosten- und arbeitsintensive Ansatz stellt den State of the Art dar. Zwei Referenzjahre (d.h. vor der Wiedervernässung der Versuchsfläche) konnten aufgezeichnet werden. QA/QC-Aktivitäten belegen die Funktionalität der Messvorrichtung. Die Interpretation der Treibhausgasmessungen wird mit weiteren Erhebungen (Flurabstand, Bodenkartierungen) und meteorologische Daten einer nahegelegenen Meteoschweiz-Station ermöglicht.

Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
Um die Treibhausgasbilanz nach der sukzessiven Wiedervernässung (2016-2017) erstellen und damit die Klimawirksamkeit der Massnahme abschätzen zu können, muss die Messvorrichtung über mehrere Jahre hinweg betrieben werden (Monitoring). Deswegen wird der Messbetrieb in einem Folgeprojekt (16.0152.PJ Rewetting als Klimaschutzmassnahme II) fortgesetzt und ausgeweitet. Der Weiterbetrieb der Messvorrichtung sowie der Ausbau an Begleitforschung im Folgeprojekt werden (einen Teil der) Grundlagendaten generieren, die zur Beantwortung der übergeordneten Fragestellungen nach der Klimarelevanz von Mooren und organischen Böden sowie dem Potential von Wiedervernässungen in der Schweiz nötig sind.