Rund ein Drittel der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen stammen aus der Bewirtschaftung von Ackerböden, und zwar überwiegend in Form von Lachgas. Lachgas wird durch mikrobielle Prozesse gebildet, wobei die gebildete Menge von der Verfügbarkeit von Sauerstoff, Stickstoff und Ammonium sowie dem pH-Wert des Bodens abhängt und im Jahresverlauf beträchtlich schwankt. Je nach Bewirtschaftungsart können Ackerböden durch Einlagerung von Kohlenstoff und oxidativen Abbau von Methan als Senken für Treibhausgase wirken. Für die Beurteilung der Klimawirkung von Ackerbausystemen sind sowohl die Lachgas-Emissionen als auch die Treibhausgase Methan und CO2 zu berücksichtigen.
In einem praxisnahen DOK-Versuch in Therwil werden seit 1978 der biologisch-dynamische (D), organisch-biologische (O) und konventionell-integrierte (K) Anbau von Ackerkulturen am selben Standort verglichen. Zusätzlich gibt es ein rein mineralisch gedüngtes, viehloses, konventionelles Verfahren (M). Für das vorliegende Projekt wurden im Anbau von Klee-Gras-Wiese+, Silo-Mais, Winterweizen und Winterraps die Flüsse von Treibhausgasen im zeitlichen Verlauf über zwei Vegetationsperioden hinweg untersucht. Dabei wurden die Emissionen sowohl flächen- als auch ertragsskaliert erhoben.
Es zeigte sich, dass die beiden biologischen Bewirtschaftungssysteme tendenziell niedrigere Emissionen aufweisen; jedoch ist dieser Befund von den untersuchten Kulturen, Vorkulturen, und der Witterung im Untersuchungsjahr abhängig.
Die höchsten Emissionen wurden für alle Bewirtschaftungsverfahren während der Bodenbearbeitung beziehungsweise Aussaat gefunden, besonders dann, wenn dies noch mit erhöhten Niederschlägen einherging. Überraschend geringe N2O-Emissionen wurden im biodynamischen System gemessen. Untersuchungen der Gründe sind noch nicht abgeschlossen; die Art der angewandten Gülle und denitrifiziererende Bakterien sind im Fokus.
Der Einfluss des Managements (Bewirtschaftungssystem und Dünger) auf die N2O-Emissionen war stark kulturabhängig. Die niedrigsten N2O-Emissionen wurden in den beiden biologischen Systemen während des Wiesen- und Maisanbaus gemessen, beim Winterweizen wurde jedoch kein signifikanter Einfluss des Bewirtschaftungssystems auf die Emissionen gefunden.
Ebenso variierte der Einfluss des Managements auf die CH4-Flüsse nach Kultur. Während das konventionelle System im Maisanbau zu CH4-Emissionen führte, führte das gleiche System während des Weizenanbaus zu einer CH4-Aufnahme. Im Gegensatz dazu wurde im biologisch-organischen System während beiden Kulturen eine CH4-Aufnahme gemessen.
Empfehlungen für die Praxis
Mineralische vs. organische Düngung:
Da der Einfluss der Management-Effekte auf die Emissionen kulturabhängig war, können keine Eindeutigen Empfehlungen gemacht werden.
Kompostierter vs. nicht kompostierter Dünger:
Während der Maisanbauphase schnitt das biodynamische System mit kompostierten Mist am besten ab, während das biologisch-organische System mit verrotteten Mist und das integrierte System mit frischem Mist und Mineraldünger höhere N2O- und CH4-Emissionen aufwiesen. Daher könnte Anwendung von kompostiertem statt frischem Mist zur Minderung von bodenbürtigen Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft führen.
Bewirtschaftung:
Relativ geringe N2O-Emissionen wurden während des Klee-Gras-Anbaus gemessen. Es gab keinen Unterschied zwischen den biologischen und konventionellen Erntemengen, obwohl die beiden biologischen Systeme weniger als 50% der Stickstoffmenge der beiden konventionellen Systeme erhielt. Daher sollte die aktuelle Stickstoffdüngungsstrategie für Schweizer Klee-Gras-Wiesen überarbeitet werden. Für integrierte Systeme würde dies bedeuten, dass im Gras-Klee-Anbau auf Hofdünger verzichtet werden könnte, und dieser stattdessen für Kulturen mit höherem N-Anspruch verwendet werden kann, was wiederum zu geringeren Treibhausgasemissionen führt, da Mineraldünger aus fossilen Brennstoffen mit Hofdünger ersetzt wird.
Langfristige Messungen sind notwendig, um die Zuverlässigkeit der Daten zu erhöhen und zwischen kurzfristigen Effekten und langfristigen Trends der Treibhausgasemissionen unterscheiden zu können.