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Forschungsstelle
SECO
Projektnummer
2013-DA-AB-01
Projekttitel
Schweizerische Gesundheitsbefragung 2012
Projekttitel Englisch
The Swiss Health Survey (SGB)

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Projektziele
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Arbeitsbedingungen 2012
Entwicklungen der Arbeitsbedingungen seit 2007
Physiche Belastungen
Psychosoziale Risiken
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Die Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB) wird seit 1992 alle fünf Jahre im Auftrag des Bundesrates vom Bundesamt für Statistik durchgeführt. Sie ist repräsentativ für die ge-samte Schweizerische Bevölkerung bzw. für die Erwerbstätigen in der Schweiz, die in einem Privathaushalt leben. Der Fragenkatalog wurde 2007 neu mit zusätzlichen Items zum Thema Arbeit und Gesundheit ergänzt. Der Bericht fasst die wichtigsten Ergebnisse über die Arbeitsbedingungen in der Schweiz nach soziodemografischen Kriterien zusammen und dient als Grundlage für weitere detailliertere Analysen.
Projektziele
(Deutsch)
Steuerung des kantonalen Vollzug des Arbeitsgesetzes
Abstract
(Deutsch)

Die Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB) wird seit 1992 alle fünf Jahre im Auftrag des Bundesrates vom Bundesamt für Statistik durchgeführt. Sie ist repräsentativ für die gesamte sowie die erwerbstätige Bevölkerung in der Schweiz. Dieser SECO Bericht beschreibt einerseits die Schweizer Arbeitsbedingungen des Jahres 2012 und zeigt andererseits die zeitliche Entwicklung der Arbeitsbedingungen (2007–2012) auf. Mittels deskriptiver Analyse werden die Häufigkeiten nach soziodemographischen Kriterien aufgeschlüsselt und stark belastete Personengruppen und Branchen beschrieben. Er bietet einen breiten Überblick über das Thema Arbeit und Gesundheit und dient als Grundlage für die Präventionspraxis sowie für weitere Analysen. Eine Auswertung des Bundesamtes für Statistik (BFS)[1] ergänzt den SECO-Bericht, indem sie u.a. multifaktorielle Belastungen und negative Effekte auf den selbstwahrgenommenen Gesundheitszustand aufzeigt.

2012 sind 89.5 Prozent der Erwerbstätigen in der Schweiz der Ansicht, dass ihr allgemeiner Gesundheitszustand gut oder sehr gut ist. Was gegenüber 2007 eine leichte Abnahme bedeutet (92.7%). Anderseits steigt die hohe oder sehr hohe Arbeitszufriedenheit leicht von 77.2 Prozent auf 78.9 Prozent. Die Anzahl der Erwerbstätigen, die nach eigenen Angaben physischen Belastungen bei der Arbeit ausgesetzt sind, ist bei allen abgefragten Belastungsfaktoren mit Ausnahme des Passivrauchs gestiegen. Die zwei häufigsten physischen Belastungen haben gleichzeitig auch am deutlichsten zugenommen (2007 - 2012): einerseits schmerzhafte oder ermüdende Körperhaltungen (34.1% -> 45.4%) und andererseits stets gleiche Hand- oder Armbewegungen (48.5% -> 57.4%).

Aus den zahlreichen Befunden zu den Arbeitsbedingungen 2012 sind folgende Resultate besonders erwähnenswert:

  1. Erstmals in der SGB beurteilen die Erwerbstätigen den Zusammenhang zwischen der Arbeit und der Gesundheit. Während 45.8 Prozent der Erwerbstätigen die Auswirkungen der Arbeit auf ihre Gesundheit als positiv beurteilen, sehen 43.9 Prozent keinen Zusammenhang. 10.3 Prozent sagen, dass sich die Arbeit negativ auf ihre Gesundheit auswirkt.
  2. Die Landwirtschaft, das Baugewerbe, die Industrie, das Gastgewerbe sowie das Gesundheits- und Sozialwesen sind die Branchen mit den höchsten Häufigkeiten physischer Belastungen. Letztere zwei Branchen haben auch hohe Werte bei den psychischen Belastungen (z.B. Spannungen im Umgang mit Leuten, Gefühle bei der Arbeit verbergen müssen).
  3. Das Baugewerbe sowie das Gastgewerbe sind charakterisiert durch überdurchschnittlich hohes Arbeitstempo und Termindruck.
  4. Weitere Merkmale des Gastgewerbes im Vergleich zu den anderen Branchen sind hohe psychische Belastungen, wenig eigene Gestaltungsmöglichkeiten (keine freie Pausenwahl, Fähigkeiten können nicht voll eingesetzt werden) und wenig Möglichkeiten etwas Neues zu lernen. Die Anzahl der Erwerbstätigen, die berichtet, dass sie Stress bei der Arbeit haben (27.2%), liegt zehn Prozentpunkte über dem Schweizer Mittelwert (16.9%).
  5. Das Gesundheits- und Sozialwesen vereinigt die meisten überdurchschnittlich hohen Werte bezüglich Spannungen im Umgang mit Leuten (12.3%), Einschüchterung und Mobbing (8.5%), verbale Gewalt (7.8%), Drohungen und Erniedrigungen (5.8%) und körperliche Gewalt (2.7%). Ausserdem berichten die Erwerbstätigen des Gesundheits- und Sozialwesens überdurchschnittlich häufig, dass sie allgemeine Schwäche, Müdigkeit, Energielosigkeit (44.3%), Rücken- oder Kreuzschmerzen (41.5%), Kopfschmerzen (40.5%), Schmerzen in den Schultern, im Nacken und/oder in den Armen (39.7%) sowie Einschlaf- oder Durchschlafstörungen (34.9%) haben.
  6. Arbeitsbelastungen durch Umgebungsfaktoren und den Umgang mit Gefahrenstoffen (hohe/niedrige Temperaturen, starker Lärm, Vibrationen, schädliche, giftige, chemische Substanzen) betreffen besonders häufig junge Männer (15 bis 24 Jahre).
  7. Junge Männer wie auch junge Frauen sind vergleichsweise häufig mit körperlichen Belastungen konfrontiert (stets gleiche Hand- oder Armbewegungen, schmerzhafte oder ermüdende Körperhaltungen, Tragen oder Bewegen schwerer Lasten).
  8. Mit steigendem Ausbildungsniveau steigt die Arbeitszeit. Trotzdem schätzen die hoch qualifizierten Erwerbstätigen ihren Gesundheitszustand besser ein als andere Erwerbstätige.
  9. Erwerbstätige mit geringen Qualifikationen stellen überdurchschnittlich häufig einen Zusammenhang zwischen der Arbeit und Rückenschmerzen sowie Schmerzen in den Schultern fest.
  10. Gut ausgebildete Erwerbstätige verfügen öfters über entlastende Arbeitsfaktoren als gering qualifizierte Erwerbstätige (z.B. mehr Gestaltungsspielraum, freie Pausenwahl oder soziale Würdigung).
  11. Teilzeitarbeitende berichten häufiger als Vollzeit Erwerbstätige, dass sie physische Belastungen erleben. Gleichzeitig berichten sie vergleichsweise oft von arbeitsrelevanten Beschwerden.
  12. In der Deutschschweiz wird das Verhalten der Kollegen und des Vorgesetzten von deutlich mehr Erwerbstätigen als unterstützend geschildert als in der lateinischen Schweiz.
  13. Im Tessin ist die wahrgenommene Arbeitsplatzunsicherheit relativ hoch. Rund ein Viertel sagt, dass sie ziemliche oder sehr grosse Angst haben, den Arbeitsplatz zu verlieren und dass es sehr schwer wäre, eine gleichwertige Arbeitsstelle zu finden, wenn sie ihren aktuellen Arbeitsplatz verlieren würden.
Im Anhang des Berichts sind die Häufigkeitstabellen aller Auswertungen nach Geschlecht, Alter, Bildung, Einkommen, berufliche Position, sozioprofessionelle Kategorie, Vollzeit/Teilzeit, selbständig und abhängig Erwerbstätigen, Sprachregionen, Staatsangehörigkeit, Unternehmensgrössen, Berufsgruppen und Branchen aufgelistet.
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)