Viele Auswirkungen des Klimawandels sind raumrelevant, wie zum Beispiel Hitzewellen in Städten und Agglomerationen oder Schneeunsicherheiten für tiefer liegende Skigebiete. Es gilt, sich mit den räumlichen Folgen des Klimawandels frühzeitig auseinanderzusetzen und vorausschauend zu planen. Die vorliegende Arbeitshilfe will Planerinnen und Planer für die Folgen des Klimawandels sensibilisieren und planerische Ansätze vorstellen.
Dass sich das Klima ändert, ist unbestritten. Die durchschnittliche Temperatur ist in der Schweiz seit dem späten 19. Jahrhundert um 1.7 °C gestiegen, gemäss dem Bericht Szenarien zur Klimaänderung in der Schweiz CH2011 (C2SM et al. 2011) dürfte sich die Erwärmung in Zukunft noch beschleunigen.
Der Klimawandel wirkt sich auch in der Schweiz auf die verschiedenen Lebens-, Umwelt- und Wirtschaftsbereiche aus. Politik und Verwaltung sind gefordert, sich frühzeitig mit den raumrelevanten Folgen zu befassen, Risiken zu erkennen und mögliche Chancen zu nutzen. Der Bundesrat hat im Jahr 2012 den ersten Teil seiner Strategie zur Anpassung an den Klimawandel verabschiedet (BAFU 2012) und setzt damit den Rahmen für das koordinierte Vorgehen der Bundesämter. Im Rahmen der Nationalen Anpassungsstrategie erarbeitete das Bundesamt für Raumentwicklung eine Teilstrategie, welche Anpassungsziele für die Raumentwicklung festlegt. Auch einige Kantone haben in den letzten Jahren Strategien erarbeitet, welche die Herausforderungen des Klimawandels auf die verschiedenen Politikbereiche benennen und Handlungsansätze aufzeigen.
Die Raumplanung als klassische Querschnittsaufgabe ist gefordert, mit den direkten und indirekten Folgen des Klimawandels umzugehen. Sie verfügt bereits heute über ein breites Instrumentarium, das geeignet ist, um die Anpassung an den Klimawandel anzugehen. Viele Folgen des Klimawandels sind für die Raumentwicklung nicht grundlegend neu. Bestehende Aufgaben erscheinen aber in neuem Licht oder Prioritäten sowie Chancen und Risiken verschieben sich.
Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) möchte mit der vorliegenden Arbeitshilfe bei den Planerinnen und Planern das Verständnis für die direkten und indirekten Folgen des Klimawandels fördern und mit Hilfe von Beispielen aus der Praxis konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.