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Forschungsstelle
BAG
Projektnummer
12.006348
Projekttitel
Demenzstrategie Bedarfsklärung - Motion Wehrli 09.3510

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Abstract
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Umsetzung und Anwendungen
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Demenz ; Nationale Strategie; Bedarfsanalyse; Motion; Wehrli
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Analyse des prioritären Handlungsbedarfs im schweizerischen Gesundheitssystem zum Thema «Demenz». Die Ergebnisse beinhalten die Definition von Handlungsempfehlungen und dienen als Grundlage für die Ausarbeitung einer nationalen Demenzstrategie.
Projektziele
(Deutsch)

Die Analyse umfasst zwei Ziele:

1.) Eine umfassende Analyse des prioritären Handlungsbedarfs in einzelnen Handlungsfeldern entlang des PatientInnen-Pfades und der Phasen der Demenzerkrankung. Dabei gilt es:

  • Eine Synthese des aktuellen Wissens zur Ausgangslage in der Schweiz zu erstellen
  • Das ExpertInnen-Wissen (Interessenvertretungen Betroffener und Fachpersonen) aus unterschiedlichen Ebenen (Verwaltung, Forschung und Praxis) und Handlungsfeldern zu analysieren
  • Die-Schnittmenge (Resultat unterschiedlicher Perspektiven) zum Handlungsbedarf zu definieren
  • Die Querschnittfunktion sozialer Faktoren der Demenzerkrankung zu berücksichtigen

2.) Formulierung von konsolidierten Handlungsempfehlungen, geordnet nach Handlungsfeldern, die von Seiten aller in der Analyse einbezogenen ExpertInnen als relevant, realistisch und umsetzbar gelten.

Die Ergebnisse dieser Analysen liefern valide wissenschaftlichen Grundlagen zur Beschreibung der Ausgangslage, der Definition von prioritären Handlungsfeldern, Zielen und Massnahmen einer Nationalen Demenzstrategie. Zudem erlauben die Ergebnisse wissenschaftlich fundierte Formulierung von Handlungsempfehlungen.
Abstract
(Deutsch)

In der Schweiz leben schätzungsweise 110‘000 Menschen mit Demenz. Die Prävalenzraten steigen ab dem 65. Lebensjahr steil an. Die Zahlen zur Prävalenz beziehen sich aufgrund mangelnder Datenbasis in der Schweiz auf ausländische Studien. Von Demenzerkrankungen betroffen sind auch das nahe soziale Umfeld sowie Berufsleute, die in ihrem Berufsalltag mit demenzkranken Menschen regelmässig in Kontakt kommen. Die Anzahl direkt und indirekt betroffener Personen dürfte in der Schweiz ca. eine halbe Million betragen. Nicht nur zur Prävalenz fehlen Schweizer Daten, sondern auch zur vollständigen Abbildung der Versorgungssituation und deren Kosten.

  • So stehen keine Daten zur Anzahl der gestellten Diagnosen nach Personengruppen noch zu Demenzformen oder Schweregrad zur Verfügung. Fachleute gehen davon aus, dass in der Schweiz heute noch weniger als die Hälfte der Betroffenen über eine fachärztliche Diagnose verfügen. Eine frühzeitige Diagnose kann jedoch den Zugang zu Beratung und Unterstützung sowie Behandlung erleichtern.
  • Gut die Hälfte der demenzkranken Menschen lebt zu Hause und wird von Angehörigen und weiteren nahestehenden Bezugspersonen betreut und gepflegt. Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass Angehörige sich v.a. mehr Fremdbetreuung zu Hause wünschen. In der Betreuung zu Hause kommen u.a. ambulante Entlastungsangebote wie Spitex-Dienste und/oder spezialisierte Tages- und Nachtstrukturen zum Einsatz. Heute ist jedoch nicht bekannt, wie gross der Anteil Menschen mit Demenz an der gesamten Spitex-Klientel in der Schweiz ist. Zudem gibt es keine aktuelle Übersicht zu den ambulanten bzw. teilstationären Entlastungsangeboten für Menschen mit Demenz in der Schweiz.
  • Studienergebnisse in der Schweiz zeigen, dass rund zwei Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner von Schweizer Pflegeheimen an Demenz erkrankt sind. Die stationäre Langzeitpflege und -betreuung von Menschen mit Demenz stellt eine deutlich grössere Herausforderung dar als jene von Menschen ohne eine dementielle Erkrankung. Zur Beruhigung der demenzkranken Patientinnen und Patienten werden oftmals sedierende Neuroleptika eingesetzt. Es liegen jedoch in der Schweiz keine Daten vor zur Verschreibungspraxis (Dosierung und Dauer der Einnahme) oder zu angewendeten nicht-medikamentösen Behandlungsmethoden.
  • In Akutspitälern werden pro Jahr schätzungsweise 50‘000 Menschen mit einer Demenzerkrankung behandelt, die jedoch aufgrund einer anderen Diagnose (z.B. Schenkelhalsfraktur) hospitalisiert wurden.
  • Demenz ist heute die dritthäufigste Todesursache in der Schweiz. Internationale Studien zeigen, dass im Stadium einer fortgeschrittenen Demenz zwei Drittel der Betroffenen in stationären Pflegeeinrichtungen versterben und es sich dabei nur zu einem geringen Anteil um palliative care spezialisierte Pflegeeinheiten handelt. Für die Schweiz liegen keine vergleichbaren Daten vor.

Gemäss den Ergebnissen einer Studie zu den volkswirtschaftlichen Kosten der Demenzerkrankung in der Schweiz beliefen sich diese im Jahr 2009 auf 6.9 Mrd. CHF. Über 95% dieser Kosten sind Betreuungs- und Pflegekosten. Die von Angehörigen und weiteren nahestehenden Bezugspersonen geleistete Betreuungs- und Pflegearbeit (indirekten Kosten) machten 2009 einen geschätzten Marktwert von 3 Mrd. CHF aus.

Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
Die Ergebnisse dieser Analyse waren Grundlage für die Erarbeitung der Nationalen Demenzstrategie 2014-2017. Aus den Ergebnissen wurden Handlungsfelder, Ziele und Projekte abgeleitet. Das Kapitel „Grundlagen“ der Strategiebroschüre ist eine Kurzfassung des Schlussberichtes dieses Mandates.
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
Zugehörige Dokumente
Publikationen / Ergebnisse
(Französisch)
Zugehörige Dokumente