EquiBreed:
Die Freibergerpopulation wird auf ungefähr 21‘000 Tiere mit rund 2‘500 Geburten im Jahr geschätzt. Sowohl die Geburten als auch die Anzahl Freiberger ist rückläufig. Bei einer so kleinen und geschlossenen Population besteht eine zunehmende Tendenz von Verwandtenanpaarungen. Durch die Verwandtenanpaarungen nimmt der Gesamtanteil der Gene in der Population ab und die genetische Vielfalt sinkt. Die oft praktizierte Linienzucht und die Anpaarung aufgrund von Zuchtwerten beschleunigen diesen Prozess zusätzlich. Die Konsequenzen einer sinkenden genetischen Variabilität sind vielfältig. Zum einen nimmt durch die Abnahme der Gene in der Population längerfristig die Anpassungsfähigkeit (Fitness, Fruchtbarkeit) ab und die Rasse kann sich an veränderte Umweltsituationen weniger gut anpassen. Der zunehmende Verwandtschaftsgrad in der Population verschärft insgesamt die Problematik Inzucht und somit die Wahrscheinlichkeit des erhöhten Auftretens von Erbkrankheiten, wie zum Beispiel CLF.
Die Leberfibrose beim Freiberger (CLF) ist eine seltene monogen autosomal rezessiv vererbte Krankheit, die zum Tod der betroffenen Fohlen im Alter von ca. 2 – 6 Monaten führt. Im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts der Universität Bern, des Nationalgestüts Avenches, der SHL Zollikofen und des Schweizerischen Freibergerzuchtverbands SFZV konnte im Jahr 2010 der ursächliche Gendefekt kartiert und ein indirekter genetischer Markertest entwickelt werden. Der Markertest hat eine hohe, aber keine 100%ige Sicherheit: Mit dem Markertest werden sicher alle Erbfehlerträger identifiziert. Das Risiko besteht nur darin, dass gelegentlich ein gesundes Tier fälschlicher Weise als Träger identifiziert wird. Nach diesem Markertest sind etwa 12% der aktuellen Freibergerpopulation und insgesamt 13 Hengste der Decksaison 2010 Anlageträger für CLF. Anders gesagt die Frequenz des CLF-Allels liegt beim Freiberger bei rund 6%. Insgesamt müssen rund 0.4%kranke Fohlen pro Jahr erwartet werden. Auf rund 2650 Geburten sind dies ca. 10 Fohlen. Bei einer Felduntersuchung einer Stichprobe der Fohlen 2011 wurde ein neuer CLF-Fall entdeckt, was belegt, dass die Erkrankung nach wie vor existiert.
· Monitoring genetische Vielfalt innerhalb der Freibergerrasse; Schlussbericht zuhanden BLW (2011) ProSpecieRara, SFZV, IGOF, SHL, SNG
· Förderung bedrohter Linien und der Basistiere der Freiberger Pferderasse; Projektphase II (2007 – 10), Schlussbericht zuhanden BLW (2011); ProSpecieRara, SFZV, IGOF, SHL, SNG
· Optimum Genetic Contribution; Projekt zur Erhaltung des Freibergers (2010), H.Hasler SHL; ProSpecieRara, SFZV, IGOF, SNG
EquiInfo:
Bei den Pferdehaltenden in der Schweiz handelt es sich zu einem grossen Teil um autodidaktisch ausgebildete Landwirte und Laien (Bachmann und Stauffacher, 2000; Bachmann I., 2002; Poncet et al., 2006; Poncet et al., 2007). Die Angebote des SNG im Bereich des Wissenstranfers des SNG in Ausbildung (EquiTeach) und Beratung (EquiChain) decken die Bedürfnisse der Praxis ab. Die kontinuierlich steigende Anzahl an Anfragen an die Beratungsstelle Pferd des SNG zeigt, dass dieser Trend nach wie vor anhält. Die Publikation von themenbezogenen Merkblättern wird vermehrt nachgefragt.
· „Elevage et garde du cheval“; Merkblättersammlung Agridea 2006, überarbeitet 2010-11
EquiRadar:
Das Pferd als Wirtschaftsfaktor in der Schweiz wurde durch Poncet et al. 2007/2009 beschrieben. Die aktuellen Diskussionen in der Gesellschaft rund um die Nachhaltigkeit hat die Akteure der Pferdebranche Schweiz dazu bewogen, diesen Themenkreis auch in der Pferdelandschaft Schweiz anzugehen. Dabei sollen die Bereiche Zucht, Haltung und Nutzung auf ihre ökologische, ökonomische und soziale Verträglichkeit hin untersucht werden.
· Wirtschafts-, gesellschafts- und umweltpolitische Bedeutung des Pferdes in der Schweiz (2007); Poncet P.-A., Guillet A. , Jallon L. , Lüth A. , Martin R. , Montavon St. , Saunier E. , Trolliet C.F. , Wohlfender K.
Wirtschafts-, gesellschafts und umweltpolitische Bedeutung des Pferdes in der Schweiz : Was gibts Neues seit 2007? (2009) Poncet P.-A., Boessinger M. , Guillet A. , Klopfenstein St. , König-Bürgi D. , Lüth A. , Martin R. , Montavon St. , Obexer-Ruff G. , Rieder St. , Rubli S. , Rüegg P. , Trolliet C.F.