Schlüsselwörter
(Englisch)
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organic production systems, conservation tillage, cover crops, weed control, crop rotation
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Kurzbeschreibung
(Deutsch)
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Bioackerbau ist „hot". Immer mehr Konsumenten kaufen Bioprodukte, die ohne Pestizide und Mineraldünger produziert wurden. Der Bioackerbau steht aber vor grossen Herausforderungen. Die Erträge auf Bioäckern sind um 20% bis 60% niedriger als in der konventionellen Landwirtschaft. Unkraut, Krankheiten, ungeeignete Sorten, ungenügende Nährstoffverfügbarkeit sowie ökonomische und betriebswirtschaftliche Schwächen gehören zu den wichtigsten Herausforderungen der Biobauern. In diesem Projekt suchen wir nach praktischen Lösungen, die zur Steigerung der Erträge im Bioackerbau führen und gleichzeitig zu einer umweltschonenderen und ressourceneffizienteren Produktion beitragen. Wir fokussieren uns dabei auf die Entwicklung neuer Anbausysteme, insbesondere konservierender Bodenbearbeitung (siehe Punkt 1). Mittels „On-Farm"-Ertragsvergleiche versuchen wir die Schlüsselfaktoren zu identifizieren, welche die Höhe der Erträge und die Ertragsstabilität beeinflussen (siehe Punkt 2).
1. Konservierende Bodenbearbeitung im Bioackerbau
Immer mehr Bauern verzichten auf den Pflug und reduzieren die Bodenbearbeitung, um die Bodenqualität zu verbessern. Konventionelle Bauern können den höheren Unkrautdruck unter konservierender Bodenbearbeitung relativ einfach mit Hilfe von Herbiziden kontrollieren. Es ist aber noch unklar, ob konservierende Bodenbearbeitung für den Bioackerbau geeignet ist und wie man die Unkräuter erfolgreich kontrollieren kann. Um dies zu erforschen vergleichen wir in einem Langzeitversuch, welches Anbausystem (mit Pflug versus ohne Pflug) unter Biobedingungen am besten geeignet ist. Ferner wird untersucht, inwieweit Gründüngungsauswahl zum Erfolg der konservierenden Bodenbearbeitungssysteme im Bioackerbau beitragen kann. Wir benutzen einen Systemansatz und analysieren mehrere Faktoren: Ertrag, Bodenbedeckung, Unkraut, Energie- und Nährstoffeffizienz, Pflanzengesundheit, Bodenbiodiversität und Bodenqualität.
2. Weiterführung eines Biobetriebsnetzes
Im AP08-11 haben wir ein Biobetriebsnetz etabliert. Dieses Betriebsnetz soll es ermöglichen zu untersuchen, welche Faktoren zu einem ertragsreicheren und umweltschonenderen Bioackerbau beitragen. Auf Bio- und ÖLN-Betrieben werden auf ausgewählten Parzellen die folgenden landwirtschaftlichen Eigenschaften bestimmt: Ertrag, Düngungsintensität, Bodenqualität; Bodenbearbeitung, Fruchtfolge, Unkraut, Nährstoffverluste und Bodenbiodiversität. In einem nächsten Schritt untersuchen wir, auf welchen Parzellen die höchsten Erträge und langfristig die höchste Ertragsstabilität erreicht werden, und weshalb. Mittels Regressionsanalyse untersuchen wir, welche Faktoren die Erträge bestimmen. Die Ergebnisse dieser vergleichenden Studien sowie die neusten Erkenntnisse aus nationalen und internationalen Zusammenarbeiten werden benutzt, um die zukünftigen Feldexperimente vorzubereiten, in welchen der Einfluss von einzelnen Faktoren (z.B. Fruchtfolge, Sortenauswahl, Sortenmischungen, Bodenbearbeitung und Impfungen mit pflanzenwachstumsförderenden Substanzen oder Mikroorganismen) auf die Erträge, Ertragsstabilität, Kosten und Nährstoffeffizienz erforscht werden könnte.
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Projektziele
(Deutsch)
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1: Konservierende Bodenbearbeitung: Unsere Experimente werden zeigen, ob minimale Bodenbearbeitung unter Biobedingungen möglich und sinnvoll ist. Mittels eines Systemansatzes werden wir untersuchen, ob minimale Bodenbearbeitung, im Vergleich zu Pflugverfahren, zu einem effizienteren Energie- und Nährstoffverbrauch beitragen kann. Ferner werden wir die Bedeutung der Fruchtfolgestellung und der Gründüngungswahl für Bioanbausysteme erforschen. Die Ergebnisse dieser Versuche werden Entscheidungsträgern zeigen, ob konservierende Bodenbearbeitung im Bioackerbau gezielt gefördert werden soll oder nicht.
2: Biobetriebsnetz: Unsere Analysen werden zeigen, welche Faktoren zu einem ertragsreichen und umweltschonenden Bioackerbau beitragen. Wir bereiten Langzeitversuche vor, in welchen die Bedeutung solcher Faktoren wie Fruchtfolge, Sortenmischungen und Impfungen mit pflanzenwachstumsförderenden Substanzen oder Mikroorganismen untersucht wird.
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Kunden/Berichterstattung
(Deutsch)
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Die Forschungsresultate werden laufend in geeigneter Form an unsere Partner und Kunden in Praxis, Beratung, Wissenschaft und an die Geldgeber kommuniziert.
Wir arbeiten direkt mit vielen Biobauern im Biobetriebsnetz zusammen.
Unsere Ergebnisse werden auf Tagungen (Plattform Ackerbau, Bioackerbautagungen) und auf Feldbegehungen präsentiert. Die Ergebnisse werden in der landwirtschaftlichen Presse präsentiert (Zielgruppe sind primär Biobauern). Ausserdem werden wir gezielt kurze Beiträge in der Fachpresse schreiben, um neue Trends und Entwicklungen im Bereich Bioackerbau zu präsentieren. Der Langzeitversuch „konservierende Bodenbearbeitung" wurde erst im Jahr 2009 gestartet und die ersten Ergebnisse werden voraussichtlich im Jahr 2013 präsentiert.
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