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Forschungsstelle
ART
Projektnummer
12.31.04.09
Projekttitel
Nationale Bodenbeobachtung
Projekttitel Englisch
National Soil Observation
Kurztitel
NABO

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Englisch)
soil monitoring, inorganic and organic soil pollutants, quality assessment, proficiency tests, detection and prognosis of temporal trends, modelling, trace element balance, soil information system, digital soil mapping database
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Der Auftrag für das NABO-Referenznetz basiert auf Art. 44 (USG, 19831) und wird in Art. 3 (VBBo, 19982) und den entsprechenden Erläuterungen (BUWAL, 20013) konkretisiert. Hauptziel ist die landesweite Erfassung und Beurteilung der chemischen, physikalischen und biologischen Boden-belastungen und die räumliche und zeitliche Früherkennung und Prognose von Veränderungen. Das Referenznetz soll langfristig die „normale" Belastung der Böden der Schweiz erfassen. Der Auftrag zielt darauf, die Bodenbelastung und ihre Entwicklung sowie den Erfolg von Umweltschutzmassnahmen zu beurteilen. Im Sinne der Nachhaltigkeit und Vorsorge gemäss Art. 1 (USG, 1983) gehört die Früherkennung und Prognose von Bodenbelastungen mit zum Auftrag der Nationalen Bodenbeobachtung. Die NABO erhält ihre Aufträge vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW). Die NABO POL verabschiedete am 8. März 2011 das NABO Leistungsportfolio in dem die Aktivitäten für die Jahre 2012 und 2013 detailliert festgehalten sind. Das Mandat für die Durchführung der Nationalen Bodenbeobachtung liegt an der ART.
Mit der VBBo von 1998 wurde vom Gesetzgeber der Auftrag von den chemischen Bodenbelastungen auf die bodenphysikalischen und bodenbiologischen ausgedehnt. Diese Auftragserweiterung wird zur Zeit schrittweise umgesetzt. Die Bodenbeobachtung leistet zudem einen Beitrag zur Kontrolle der ökologischen Nachhaltigkeit (Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen), wie sie im Landwirtschaftsgesetz (LwG, 19984) und in der Verordnung zur Beurteilung der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft von 1998 gefordert wird. Die Ergebnisse der Nationalen Bodenbeobachtung sind Bestandteil des Geobasisdatenkataloges (Anhang 1 GeoIV) des Geoinformationsgesetz (GeoIG, 20075), dass die Verwaltung, den Zugang und Nutzen von Geobasisdaten durch Behörden regelt.
Konzeptionell lassen sich die Aufgaben der Nationalen Bodenbeobachtung mit Monitoring, Modelling und Mapping umschreiben (McKenzie et al., 20026). Diese Aufteilung hat sich international für Monitoringaufgaben etabliert. Die zusätzlich erforderlichen bereichsübergreifenden Expertisen für verschiedene Kunden wie Bundesämter, kantonale Fachstellen, private Ingenieurbüros und Privatpersonen bezeichnen wir als NABO-Service.
1 Bundesgesetz über den Umweltschutz vom 7. Oktober 1983
2 Verordnung über Belastungen des Bodens vom 1. Juli 1998 (Stand am 1. Juli 2008); SR 814.12
3 Erläuterungen zur Verordnung vom 1. Juli 1998 über Belastungen des Bodens (VBBo)
4 Bundesgesetz über die Landwirtschaft vom 29. April 1998 (Stand am 27.4.2004); SR 910.01
5 Bundesgesetz vom 5. Oktober 2007 über Geoinformation (Geoinformationsgesetz, GeoIG) (Stand am 1. Oktober 2009); SR 510.62
6 Monitoring Soil Change - Principles and practices for Australian condition - CSIRO Land and Water Technical Report 18/02
Projektziele
(Deutsch)
1.Direktes Monitoring (Monitoring): Das Teilziel 1a der NABO im direkten Monitoring beinhaltet einerseits die Zustandserhebung der Bodenbelastung zu einem bestimmten Zeitpunkt (NABO-Status), andererseits die Überwachung und Kontrolle von Umweltschutzmassnahmen über die Zeit (NABO-Trend).
Im NABO-Status wird das Belastungsausmass der schweizerischen Böden räumlich erfasst und beurteilt und die Bedeutung bestimmter Schadstoffe für die Bodenbelastung evaluiert. Im NABO-Trend wird die zeitliche Entwicklung der Bodenbelastung in einem Referenznetz gemessen und anhand der gesetzlichen Vorgaben beurteilt. Ziele sind die Früherkennung von Veränderungen und die Prognose. Die Resultate dienen als Planungsgrundlage und zur Erfolgskontrolle von Bodenschutzmassnahmen. Bis Ende 2013 werden die Resultate der 5. Erhebung publiziert sein. Ein weiterer zentraler Aspekt der NABO ist die Sicherung der Datenqualität. Die Qualität der Bodenanalysen in der Schweiz wird seit 1989 mit einem jährlichen Ringanalyseprogramm erhoben. Das Programm, an dem sich rund 30 Laboratorien beteiligen, umfasst diejenigen Schadstoffe, die in der VBBo aufgeführt sind. Jährlich erscheinen eine öffentliche Laborliste und ein Auswertungsbericht (VBBo-Ringanalysenbericht). Damit wird die Vergleichbarkeit der Analysenergebnisse von schätzungsweise 90% der in der Schweiz verfügbaren Analysendaten von Bodenschadstoffen gewährleistet. Darüber hinaus lagern im NABO Bodenprobenarchiv über 10‘000 getrocknete und gesiebte sowie mehr als 1‘000 tiefgefrorene Bodenproben, die jederzeit für neue Fragestellungen oder auf zusätzliche Parameter hin analysiert werden können. Das Bodenprobenarchiv stellt ein unschätzbares „Umwelt-Gedächtnis" dar. Die Sicherung der Datenqualität und die Bewirtschaftung des NABO Bodenprobenarchives stellen das Teilziel 1b dar.
2.Indirektes Monitoring (Modelling): Die Anreicherung von Stoffen in Böden als auch die Veränderung von Schlüsselgrössen im Boden, wie z.B. pH oder Humus, sind langfristige Prozesse und deshalb schwierig zu erfassen. Um die Ursachen der gemessenen zeitlichen Veränderungen in Böden zu erforschen, werden im indirekten Monitoring auch Modelle zur Erklärung der im direkten Monitoring gemessenen Veränderungen in Böden entwickelt. Im Sinne des vorsorgenden Bodenschutzes und der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit kann auf diese Weise frühzeitig eine negative Veränderung im Boden erkannt werden. Im indirekten Monitoring werden an etwa 50 Beobachtungsstandorten seit 1986 jährlich die Nutzungsdaten der Landwirte erhoben. Dies erlaubt zum einen die Erfassung von Stoffflüssen und die Berechnung von parzellenscharfen Stoffbilanzen, zum andern kann durch Verknüpfung mit einem geographischen Informationssystem (GIS) diese Modellierungen auf regionale Skala ausgeweitet werden. Bis Ende 2013 werden die beiden laufenden Dissertationen zur Modellierung von Nähr- und Schwermetallbilanzen auf regionaler Skala sowie die Modellierung und Prognose von Phosphor- und Schwermetallkonzentrationen für NABO Parzellen abgeschlossen und die Resultate in Peer reviewten Journals publiziert sein. Für den AUI Indikator Schwermetallbilanz auf nationaler Ebene wird bis Ende 2013 eine Methode vorgeschlagen und erste Berechnungen vorliegen.
3.Mapping: Bodeninformationen sind unerlässlich für den gezielten Bodenschutz, das Ressourcenmanagement und die Umweltberichterstattung. Die Aufarbeitung bestehender analoger und digitaler Bodendaten in der Schweiz, die Betreuung und Pflege in einem Bodeninformationssystem bis zur räumlichen Auswertung von Bodeneigenschaften zur Generierung von Anwenderkarten und zur Inwertsetzung von Bodendaten stellt eine lange und eng verknüpfte Wertschöpfungskette dar. Kernstück dieses Moduls ist das nationale Bodeninformationssystem NABODAT, das im Frühjahr 2011 in die Betriebsphase geht. Der Arbeitsschwerpunkt Mapping verknüpft auf effiziente Weise diese Teilschritte und hat hierzu in den letzten Jahren auf allen drei Ebenen wichtige Aufbauarbeit geleistet. Bis Ende 2013 werden die Vertreter der interessierten Kantone von Mitarbeitenden der NABO im Umgang mit der Nationalen Bodendatenbank geschult und die Daten der ersten Kantone ins NABODAT migriert sein. Fallstudien für die räumliche Auswertung von Bodeneigenschaften mit geostatistischen Methoden werden durchgeführt sein.
Kunden/Berichterstattung
(Deutsch)
Der konzeptionelle Rahmen dieses Prozesses ermöglicht es, verschiedene Kundengruppen auf verschiedenen Detailierungsniveaus zu unterstützen. So dienen die Umweltindikatoren den Zielen des BLW während das BAFU mit der Überwachung der diffusen Bodenbelastung beauftragt ist. Die Kantone wiederum profitieren von den Arbeiten der NABO in dem sie die Wirksamkeit von getroffenen Umweltschutzmassnahmen überprüfen können. Dafür steht ihnen mit dem Bodeninformationssystem NABODAT eine zentrale Bodendatenbank mit GIS-Funktionalität zur Verfügung. Mit Hilfe der Massenflussbilanz-Modellen können die Entwicklungen der Nährstoff- und Schadstoffe vorausgesagt werden. Die wissenschaftliche Forschergemeinschaft ist folglich eine weitere wichtige Kundengruppe. Der Know-how Transfer wird durch Unterricht an den Hochschulen (z.B. ETHZ) sichergestellt.
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)