Trotz enormer Fortschritte der Wissenschaft und Verbesserungen der sanitären Standards, haben verschiedene Länder und Regionen weltweit Tierseuchenepidemien mit schweren, wirtschaftlichen Folgen erlebt. Als wichtige Biosicherheitsrisiken gelten der internationale Handel mit Tieren und tierischen Produkten, Tierbewegungen, Tier zu Tier Verbreitung, Ausweitung möglicher Krankheitsvektoren und / oder der Vektorkompetenz, sowie Zugvögel oder andere Wildtiere. Durch Vektoren übertragenen Krankheiten sind aufgrund ihrer raschen Ausbreitung und der Schwierigkeit sie zu kontrollieren besonders gefährlich.
Die Afrikanische Pferdepest, engl. African Horse Sickness (AHS) wird, wie die Blauzungenkrankheit (BT), durch ein Orbivirus aus der Familie der Reoviridae verursacht (AHSV) und betrifft Equiden (Pferde, Maultiere, Esel), aber auch Hunde und Kamele können erkranken. Die Letalität beträgt bei Pferden 70-95%.
In den Jahren 1987 – 1991 ereignete sich der letzte Ausbruch im europäischen Raum als ein latent infiziertes Zebra nach Spanien importiert wurde. Seit 1991 beschränkten sich die Ausbrüche der Pferdepest auf den afrikanischen Kontinent. Die Tatsache, dass die Blauzungenkrankheit, übertragen durch den gleichen Vektor (Gnitzen bzw. Culicoides spp.), in der Schweiz vorkam, verlangt ein Höchstmass an Überwachung und Prävention. Ein Auftreten der Afrikanischen Pferdepest in der Schweiz ist möglich, da zum einen die Hauptwirte und zum anderen auch die Vektoren vorkommen. Der Ausbruch einer so hoch letalen Pferdekrankheit hätte für die Schweizer Pferdepopulation schwerwiegende Folgen. Die Erarbeitung von Empfehlungen für den Schweizer Pferdehalter, wie und mit welchen Mitteln sie ihre Tiere gegen Gnitzen in der Praxis schützen könnten, ist von grosser Bedeutung.
Verschiedene, für Pferdehalter praktikable Möglichkeiten des Vektorschutzes, sollen auf ihre Umsetzbarkeit und ihre Effizienz hin verglichen werden, um anschliessend eine Aussage über den praktisch anwendbaren Culicoides-Schutz in der Schweiz geben zu können. Zudem wird in den Versuchen getestet, ob diese Schutzmassnahmen bei den in der Schweiz vorkommenden Equiden-Haltungssystemen umsetzbar sind.