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Forschungsstelle
BLW
Projektnummer
10.23
Projekttitel
Untersuchung des Schweizer Schaf- und Lammfleischmarktes

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Methoden
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Projektziele
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Umsetzung und Anwendungen
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Neue Kenntnisse/Literatur
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Rückgang der Nachfrage, hohe Importe, mangelnder Wettbewerb auf Stufe Händler, Vermarktung und Positionierung von Schweizer Lammfleisch verbessern
Schlüsselwörter
(Englisch)
Decreasing demand, high imports, lack of competition at the level of traders, improve marketing and positioning of Swiss lamb meat
Schlüsselwörter
(Französisch)
baisse de la demande, importations élevées, manque de concurrence au niveau des commerçants, améliorer la commercialisation et le positionnement de la viande d'agneau suisse
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Der Schweizer Lammfleischmarkt ist ein Sonderfall im Schweizer Fleischmarkt und ähnlich wie der Geflügelmarkt. Hohe Importe stehen einer verhältnismässig eher geringen Inlandproduktion gegenüber. Die Importe lagen in den letzten Jahren knapp unter 6‘000 Tonnen. 90% der Importkontingente werden versteigert und die restlichen 10% entsprechend der erbrachten Inlandleistung (ersteigerte Tieren auf den öffentlichen Märkten) zugeteilt. Auch der Anteil der Gastronomie ist beim Lammfleisch mit knapp 2/3 der gesamten verkauften Menge besonders gross. In den letzten Jahren war der Konsum rückläufig und konnte sich erst 2010 leicht erholen. In derselben Periode hat sich der Gesamtkonsum von Fleisch gesteigert.
Die vom Bundesamt für Landwirtschaft berechneten Bruttomargen beim Lammfleisch weisen schon seit längerem eine ansteigende Tendenz auf, wie sie sonst bei keiner Fleischkategorie vorzufinden ist. Die Versuchung besteht darin, mangelnden Wettbewerb für diese Entwicklung verantwortlich zu machen. Die besonders tiefen Produzentenpreise im Jahr 2010 vermochten dieser Vermutung nochmals neuen Schub zu verleihen. Abgeschottete kleine Märkte, wie der Schweizer Fleischmarkt und der Lammfleischmarkt im Besonderen, bieten geeignete Voraussetzungen für Marktkonzentrationen und mangelnden Wettbewerb.
Im Rahmen der Ausarbeitung der AP 2014-2017 stellt sich zudem die Frage, welche staatlichen Rahmenbedingungen, die den Schaf- und Lammfleischmarkt betreffen, angepasst werden sollen.
Aus diesen Gründen hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) die ETH beauftragt, den Schweizer Schaf- und Lammfleischmarkt genauer zu untersuchen.
Kurzbeschreibung
(Englisch)
In the present study we look at the specific case of the Swiss lamb market. The analysis of the trade data shows that almost 6000 tons are imported every year which corresponds to two third of the total Swiss consumption. About 90% of the import quota is being auctioned whereas 10% is allocated by the amount of sheep bought at the so-called public markets. Furthermore, the share of lamb sold through restaurants and cantinas is about two third of the total consumption. In contrast to meat consumption in total, lamb consumption was decreasing.
During the last years the Federal Office for Agriculture calculated gross margins for the main meat categories. High increase in lamb gross margins was often explained by a lack of competition, which is a major problem in small and closed markets.
Moreover, related to the AP 2014-2017, the question was, if the current system especially the public markets and the allocation of the import quota should be changed.
For these reasons the Federal Office for Agriculture commissioned a study to the ETH in order to analyze the Swiss sheep and lamb market.
Methoden
(Deutsch)
Aufstellung von Angebot, Nachfrage, Aussenhandel, Preisen und Margen
Preisbildung unter vollkommenem und unvollkommenem Wettbewerb
Analyse von Marktstruktur und Wettbewerb
Projektziele
(Deutsch)

Folgende Forschungsfragen wurden definiert:

  1. Marktanalyse: Wie haben sich die wichtigen Determinanten (Angebot, Nachfrage, Aussenhandel, Preise und Margen) des Lammfleischmarktes entwickelt?
  2. Marktstrukturen und Wettbewerb: Wie ist die aktuelle Marktstruktur auf dem Schweizer Lammfleischmarkt und welche Konsequenzen können für den Wettbewerb und die Preisbildung abgeleitet werden?
  3. Qualität Schweizer Lamm: Wie ist die Qualität von Schweizer Lamm und welche Möglichkeiten bestehen, um die Qualität langfristig verbessern zu können?
Projektziele
(Englisch)

The study focuses on the following questions:

  1. Market analysis: How was the development of the main determinants (supply, demand, trade, prices and margins) of the Swiss lamb market?
  2. Market structure and competition: How is the market structured and what are the consequences for competition and pricing?
  3. Quality of Swiss lamb meat: How is the quality of Swiss lamb meat and what are the possibilities to improve quality in the long-term?
Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)

Fliesst in den Bericht zur AP 2014-2017 ein.

Umsetzung und Anwendungen
(Englisch)
Part of the report to the AP 2014-2017
Neue Kenntnisse/Literatur
(Deutsch)

Rückläufige Nachfrage bei hohen Importen führt zu sinkenden Produzentenpreisen

Während die Produzentenpreise beim Schwein und Geflügel abgesehen von saisonalen Schwankungen stabil waren und beim Rind sogar anstiegen, sanken die Preise für Lämmer deutlich. Ein Grund für diese Entwicklung ist der rückläufige Konsum von Lammfleisch, dies im Gegensatz zur Nachfrage nach Fleisch, die in den letzten Jahren leicht angestiegen ist. Ein zweiter Grund für die sinkenden Produzentenpreise beim Lamm sind die Importe. Trotz des Konsumrückgangs wurden die Importe verhältnismässig wenig reduziert.

 

Eingeschränkter Wettbewerb auf Stufe der Händler

Die Analyse der Marktstruktur auf den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette hat ergeben, dass vor allem bei den Händlern eine hohe Konzentration besteht. Als Untersuchungsgegenstand wurden die öffentlichen Märkte gewählt. Der Marktanteil der drei grössten Händler beträgt dabei über 75%. An 10 Marktplätzen – auf vielen Marktplätzen finden mehrere Märkte pro Jahr statt – war im Jahr 2010 nur ein Händler anwesend. Es liegen meistens enge Oligopsone und teilweise sogar Monopsone vor. Zusätzlich konnte kollusives Verhalten unter den Händlern festgestellt werden. Auf Stufen der Schlachtung und Verarbeitung ist der Wettbewerb weniger kritisch zu beurteilen als auf Stufe der Händler. Micarna und Bell vereinen rund 25% der geschlachteten Lämmer auf sich. Die letzte Wertschöpfungsstufe ist beim Lammfleischmarkt insofern speziell, als knapp 2/3 der totalen Menge in die Gastronomie fliesst und nur 1/3 in den Detailhandel. Im Detailhandel vereinen Migros und Coop einen Marktanteil von über 60%. Da der Anteil des Detailhandels aber eher gering ist, ist diese Marktmacht aus Sicht des Wettbewerbs nicht als kritisch zu beurteilen.

Weitere qualitative Fortschritte sind notwendig zur Positionierung von Schweizer Lammfleisch

Die Qualität von Schweizer Lammfleisch hat sich in den letzten Jahren verbessert. Da es aber in Konkurrenz zu qualitativ gutem ozeanischem aber auch französischem und irischem steht, ist eine weitere Verbesserung der Qualität in Kombination mit preislicher Konkurrenzfähigkeit eine wichtige Voraussetzung, um sich erfolgreich positionieren zu können. Zu diesem Zweck braucht es auch züchterische Fortschritte und eine Professionalisierung des Herdenmanagements.

Neue Kenntnisse/Literatur
(Englisch)

Decreasing demand in combination with high imports leads to lower producer prices

Producer prices for lamb are decreasing for many years, while prices for pigs, poultry and beef have been stable or increasing. Although consumption of lamb meat was decreasing, imports were relatively high and led to lower producer prices.

Lack of competition at the level of traders

The analysis of the market structure showed that especially at the level of traders, market concentration is high. We used data from the public markets (recorded by Proviande). The big three traders share more than 75% of the market. In 2010 there was only one single trader at 10 market places. At most public markets we observe oligopsony or worse monopsony. Furthermore, data gives very strong indications for collusion between traders. At the level of slaughter und meat processing market share of Micarna and Bell in total is not higher than 25% and therefore not critical. The last part of the value chain is divided into retail (one third of the total consumption) and gastronomy (two third of the total consumption). Migros and Coop have a total market share in retail of slightly more than 60%. Due to the high share of gastronomy the market concentration in retail is not alarming.

Improve quality of Swiss lamb meat

Although the quality of Swiss lamb meat has improved during the last years, further progress is absolutely needed in combination with a competitive price to hold or increase market share. For this purpose marketing, breeding progress and a professional herd management are important prerequisites.