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Forschungsstelle
BLW
Projektnummer
11.04
Projekttitel
Gülle-Applikationstechnik in Grasland: Einfluss auf Stickstoffeffizienz,. Pflanzenbestand und Futterhygiene

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Methoden
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Projektziele
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Gülle, Ausbringung, Ammoniak-Emissionen, Breitverteilung, Schleppschlauchverteiler, Schleppschuh, Stickstoff, Futterertrag
Schlüsselwörter
(Englisch)
Manure, spreading, ammonia emissions, wide spreading, trailing hose, trailing shoe, nitrogen, forage yield
Schlüsselwörter
(Französisch)
Fumier, épandage, émissions d'ammoniac, épandage large, pendillard, injecteur à patin, azote, rendement fourrager
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Im Rahmen von kantonalen Ressourcenprojekten wird seit kurzem der Einsatz von emissionsreduzierenden Gülleausbringungstechniken finanziell unterstützt. Die Reduktion der Ammoniak- und Geruchsemissionen beim Einsatz dieser Techniken wurde in mehreren Versuchen nachgewiesen, obschon bezüglich ihrer Quantifizierung noch Fragen offen sind. Bezüglich der futterbaulichen Auswirkungen und technischen Fragen zur Ausbringung bestehen hingegen noch einige Wissenslücken.
Mit einem praxisnahen Feldversuch sollen nun die diese Wissenslücken angegangen werden. Der Versuch soll an zwei Standorten im Kanton Thurgau, die sich klimatisch deutlich unterscheiden, angelegt werden und während 3 Jahren laufen. Verschiedene Gülleausbringungstechniken sollen auf Kleinparzellen (6 mal 12m) angewandt und mit der mineralischen Düngung verglichen werden. Die Anwendung wird jeweils dreimal wiederholt. Als Erhebungsparameter dienen der Futterertrag, botanische Erhebungen, die Futterverschmutzung, Bodenproben und Gülleproben. Die Auswertung erfolgt jeweils am Ende jedes Versuchsjahres.
Zugehörige Dokumente
Methoden
(Deutsch)

 An zwei Standorten werden für die Dauer von drei Jahren Versuchsparzellen angelegt. Am Standort Tänikon ist ein Feldversuch mit Kleinparzellen vorgesehen, am Standort Arenenberg ein Versuch mit Parzellen im Praxismassstab.

Das Versuchsdesign berücksichtigt folgende Faktoren:
1. Ausbringtechnik: Breitverteiler, Schleppschlauch, Schleppschuh (3 Varianten)
2. Zeltpunkt: früh (= kurz nach vorangehender Nutzung), spät (= 1 Woche später) (2)
3. Bestand: Gras-Reinsaat, Klee-Gras-Mischung (2)
4. Gülleeigenschaften: dickflüssige Gülle, dünnflüssige Gülle (2)
Diese Faktoren und deren Interaktionen werden mit jeweils 4 Wiederholungen getestet.
Der einzige Unterschied zwischen den Standorten ist dass in Arenenberg werden nur 2 Ausbringtechniken statt 3 getestet.

Hier sind die erhobenen Parameter für die Auswertung: Futterertrag, botanische Zusammensetzung, Stickstoffwirkung, Futterverschmutzung, Bodenproben, Gülleproben, statistische Analyse (Varianzanalyse).

Projektziele
(Deutsch)
- Der Einfluss der unterschiedlichen Applikationstechniken auf die Stick-stoffverfügbarkeit, den Futterertrag und die botanische Zusammensetzung von Gras-Klee-Bestände ermitteln

- Für die unterschiedlichen Applikationstechniken der optimale Einsatzzeitpunkt und die optimale Gülleverdünnung ermitteln

- Den Praktikern bis dahin demonstrieren, dass der Einsatz von emissionsmindernden Gülleausbringungtechniken einen konkreten Nutzen bringt, ohne dass dies mit Nachteilen wie Futterverschmutzung verbunden ist

- Die Praktiker darin unterstützen, die emissionsmindernden Gülleausbringtechniken optimal einzusetzen
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)

Die Studie ergab folgende Resultate:

  1. Der Einsatz des Schleppschuhverteilers brachte bei der Applikation dicker Gülle gegenüber dem Schleppschlauch- und dem Breitverteiler tendenziell einen leichten Ertragsvorteil. Der Einsatz emissionsmindernder Gülleausbringverfahren gegenüber dem Breitenverteiler führte aber nicht konsistent zu einem höheren Ertrag. Dies deutet darauf hin, dass der Stickstoff aus den vermiedenen Emissionsverlusten nicht zwingen von den Pflanzen aufgenommen wird.
  2. Die Verdünnung der Gülle führte bei allen Techniken zu konsistenter Ertragssteigerung, was auf das bessere eindringen in den Boden und somit den geringeren NH3-Verlusten zurückzuführen ist. Über den Einfluss des Ausbringzeitpunktes auf den Ertrag liessen sich jedoch keine eindeutigen Schlussfolgerungen ziehen.

  3. Der Einsatz der drei verschiedenen Ausbringtechniken führte nicht zu signifikanten Veränderungen in der Zusammensetzung der Pflanzenbestände.

  4. Die untersuchten Silagen lieferten keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Futterqualität durch emissionsmindernde Gülleausbringverfahren. Allerdings zeigte sich, dass späte Güllegaben in nachgewachsene Pflanzenbestände zu verschmutztem Futter und Silage minderer Qualität führen können, besonders bei Ausbringung mit dem Breitverteiler und dem Schleppschlauch. Dementsprechend kann eine spätere Güllegabe in den nachwachsenden Pflanzenbestand auch mit dem bodennahen Schleppschlauchverteiler nicht empfohlen werden, obwohl so optimale Witterungsbedingungen abgewartet werden können.

Die Anwendung von emissionsreduzierenden Gülleapplikationsmethoden steht im Sinne einer nachhaltigen, umweltfreundlichen Landwirtschaft. Die Studie hat Erkenntnisse hinsichtlich der Wirkung der Wirkung der Technik, des Applikationszeitpunktes und der Verdünnung der Gülle auf den Ertrag und die Futterqualität geliefert. Es konnten jedoch weder ein Ertragsvorteil noch ein flexiblerer Ausbringungszeitpunkt durch den Einsatz emissionsmindernder Applikationsmethoden festgestellt werden.

Als konkrete Empfehlung für die Praxis wird ein früher Ausbringungszeitpunkt und verdünnte Gülle genannt, umfassende Empfehlungen hinsichtlich der optimalen Applikationstechnik konnten jedoch keine generiert werden.