Dabei standen zwei Forschungsfragen im Fokus:
- Verursacht das späte Nektar- und Pollensammeln eine Schwächung der Kolonien?
- Haben die im Boden zurückbleibenden Neonicotinoide eine Wirkung auf Honigbienen, wenn Phacelia auf eine mit diesen Pestiziden behandelte Kultur folgt?
Das Projekt kam zu folgenden Ergebnissen:
- Spätblühende Gründüngungskulturen von Phacelia hatten weder einen negativen noch einen positiven Einfluss auf die untersuchten Bienenvölker. Die Winterverluste waren dadurch nicht erhöht.
- Die chemischen Analysen zeigen, dass sich unabhängig von der Behandlung der vorherigen Kultur Spuren von Neonicotinoiden im Boden befinden. Es wurde keine Kontrollparzelle gefunden, die frei von Neonicotinoidspuren war. Unter diesen Bedingungen war es nicht möglich, klare Schlussfolgerungen über den Effekt von zurückbleibenden Neonicotinoiden zu formulieren. Wenn die vorherige Kultur mit dem Neonicotinoid Clothianidin behandelt worden war, fanden die Forscher die Substanz nur in einzelnen Proben im Pollen und in anderen Imkereiprodukten und das in sehr geringen Mengen. In den toten Bienen, die vor den Bienenkasten gesammelt wurden, konnte die Substanz jedoch nicht nachgewiesen werden. Vorsichtshalber sollte eine Zwischenkultur, die zum Ziel hat, das Nahrungsangebot für Bienen zu diversifizieren, nur mit reduziertem Einsatz von Neonicotinoiden behandelt werden.
Da das Bienensterben ein grosses Problem für die Landwirtschaft darstellt, ist die Eruierung ihrer Ursachen ein dringendes Anliegen des BLW. Das Projekt konnte zwar keine Ursache identifizieren, aber eine weitgehend ausschliessen. Anhand der untersuchten Daten kann konnte keine Gefährdung der Bienengesundheit durch die Phacelia-Gründüngung festgestellt werden. Dementsprechend kann sie weiterhin für die Praxis empfohlen werden.