Dieses Forschungsprojekt beinhaltete mehrere Teilprojekte: So wurden Proben von Feuerlöschschäumen erhoben und die verschiedenen poly- und perfluorierten Verbindungen darin bestimmt. Für Perfluorsulfonsäuren der Kettenlänge C6–C10 wurde ein globales Emissionsinventar erstellt. Die jährlichen Emissionen, die für den Zeitraum 1958–2030 abgeschätzt wurden, wurden in ein globales Verteilungsmodell eingespiesen. Die so abgeschätzten Konzentrationen im Meerwasser aller Perfluorsulfonsäuren wurden mit vorhandenen Messdaten verglichen. Zudem wurden Messdaten für verschiedene perfluorierte Carbon- und Sulfonsäuren aus dem Po in Italien benutzt, um mit Hilfe eines Modells für Chemikalientransport in Flüssen auf die Emissionen zurückzuschliessen.
Weiter wurden Chlorparaffine nach Kettenlänge und Chlorierungsgrad in Proben von Chlorparaffin-Rohstoffen mit GC-ECNI-HRMS (Gaschromatographie mit Elektroneneinfang-Negativionen-Massenspektrometrie) gemessen. Mit der verwendeten Methode konnten kurz- und mittelkettige Chlorparaffine Chlorierungsgraden über 55 % bzw. 50 % quantitativ zuverlässig bestimmt werden.
Basierend auf verschiedene Datenbanken und weitere Informationsquellen wurde eine Datenbank mit rund 18'000 Stoffen, die auf dem Schweizer Markt sind oder waren, erstellt. Daraus wurden mittels in-silico-Tools rund 5000 potentiell bodenakkumulierende Verbindungen priorisiert. Aus analytischen Gründen wurden zunächst die bromierten, chlorierten und fluorierten Verbindungen ausgewählt für die Untersuchungen von Boden- und Sedimentproben. Eine weitere Reduktion der Anzahl Verbindungen wurde aufgrund analytischer Einschränkungen (Ionisierbarkeit, Isomere) gemacht. Es wurde eine generische Extraktionsmethode für Substanzen mit einem log Koc grösser als 3 etabliert. Auf diese Weise wurde ein Target Screening mit Referenzsubstanzen sowie ein Suspect Screening in Boden- und Sedimentproben durchgeführt.