Die Grippe (Influenza) wird durch Influenzaviren verursacht und tritt meistens im Winter als saisonale Epidemie (Oktober - April) auf, kann aber auch Pandemien auslösen.
In der Schweiz wird die Grippe durch das freiwillige Sentinella-Meldesystem überwacht. Aufgrund der wöchentlich durch die Sentinella-Ärzte gemeldeten Grippeverdachtsfälle kann die Anzahl Personen in der Schweiz geschätzt werden, die aufgrund einer grippalen Erkrankung einen Hausarzt konsultieren.
Grippale Erkrankungen können jedoch nicht nur durch Influenzaviren verursacht werden und zudem existieren verschiedene Influenzatypen und -subtypen mit unterschiedlichen Virulenz-Eigenschaften. Für die zeitnahe Überwachung der Influenza und die rechtzeitige, situationsgerechte Anpassung der Empfehlungen und Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung sind deshalb ergänzende Informationen zu den zirkulierenden Influenzaviren und deren Veränderung (Antigendrift, Antigenshift, Resistenzentwicklung) wichtig.
Ziele der virologischen Überwachung sind:
1. Bestätigung der im Sentinella-Meldesystem erhobenen Verdachtsmeldungen.
2. Einschätzung der Grippeintensität aufgrund des Anteils Influenza-positiver Proben (und der Zahl der gemeldeten Verdachtsfälle).
3. Subtypisierung der zirkulierenden Viren,
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zu Beginn der Epidemie insbesondere zur Einschätzung, ob die Impfstämme des aktuellen saisonalen Grippeimpfstoffs mit den zirkulierenden Viren übereinstimmt und
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am Ende der Epidemie vor allem zur Abschätzung, welche Virensubtypen in der Impfstoffzusammensetzung der folgenden Saison berücksichtigt werden müssen.
4. Identifizierung resistenter Influenzaviren gegen Oseltamivir oder Zanamivir.
5. Identifizierung neuer Subtypen von Influenzaviren.
Seit 1986 wird das Bundesamt für Gesundheit vom Nationalen Referenzzentrum für Influenza (CNRI) in der Grippeüberwachung in der Schweiz und in der Zusammenarbeit mit dem Influenza-Netzwerk der World Health Organisation WHO (EuroFlu) zur weltweiten Influenzaüberwachung unterstützt.