Am 31.1.2012 läuft der 2-jährige Kooperationsvertrag mit dem Konsortium ALP, BVET, Fromarte, SMP, Suisselab und TSM aus. Das Konsortium prüft nun, ob die Projektfortfühung weiter finanziert werden kann.
Anlässlich des Treffens am 01.06.2011 wurde vereinbart, den vorliegenden Projektbeschrieb zu erarbeiten. S. aureus GTB ist ein Erreger, der beim Rind eine chronische, ansteckende Mastitis verursacht und daher in der Schweizer Milchwirtschaft zu grossen finanziellen Verlusten führt. Nach Ansicht des Konsortiums verlangt diese Situation nach zusätzlichen Massnahmen und Forschung.
So ist ein Test zum direkten Nachweis von S. aureus GTB in Ablieferungsmilch entwickelt worden. Der Test wird zurzeit in einer grossen Feldstudie evaluiert und soll auch benützt werden, um die GTB-Herdenprävalenz in der Schweiz abzuschätzen. Er soll in Zukunft zur Identifikation von betroffenen Betrieben und zur Überwachung eines Betriebes nach einer Sanierung verwendet werden, um Kontrolle über diesen Erreger zu erlangen. Dies ist nicht nur aus finanzieller Sicht von Bedeutung, sondern spielt auch eine grosse Rolle im Bereich der Lebensmittelsicherheit, insbesondere für die Herstellung von Rohmilchprodukten.
Dies ist besonders ins Rampenlicht gerückt, als einerseits in Rohmilchkäse tatsächlich S. aureus GTB gehäuft nachgewiesen worden ist und diese anderseits zum selben klonalen Kluster (CC8) gehören, wie gefürchtete humanpathogene S. aureus Stämme, die sowohl in Spitälern als auch in der Bevölkerung ein grosses Infektionensproblem darstellen (u.a. MRSA). Die Vollgenomsequenzierung eines bovinen S. aureus GTB-Stammes (M5702 HR) und die eigene bioinformatische und phylogenetische Datenauswertung haben gezeigt, dass der Stamm M5702 HR tatsächlich von einem humanpathogenen CC8 Stamm abstammt und das Genom weitestgehend mit den bekannten humanpathogenen CC8-Stämmen USA300 FPR3757 und Newman übereinstimmt. Bedingt durch die grosse Anzahl von Virulenzfaktoren, die zwischen dem Stamm M5702 HR und den beiden humanpathogenen Stämmen identisch sind, ist zudem davon auszugehen, dass der bovine Stamm immer noch ein humanpathogenes Potential aufweist und vorerst vorsichtshalber als Zoonoseerreger zu betrachten ist.
Im Rahmen dieses entstehenden/zukünftigen Projekts soll daher in der näheren Zukunft der entwickelte Test bei Suisselab Zollikofen implementiert und als Dienstleistung angeboten werden. Von Landwirten und Tierärzten wird ein solcher Test sehr begrüsst und soll bald möglichst zur Anwendung kommen. Weiter sollen fundierte molekularbiologische und bioinformatische Untersuchungen gemacht werden, um pathogenetische Faktoren zwischen humanen und bovinen Stämmen vertieft zu vergleichen sowie das Zoonosepotential von S. aureus GTB abzuklären. Dazu gehören Vollgenomsequenzierungen von bovinen S. aureus-Stämmen und deren Vergleich mit Genomen humanpathogener Stämme, die in Datenbanken öffentlich zugänglich sind.