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Unité de recherche
OFEN
Numéro de projet
SI/500516
Titre du projet
Systemnachweis Minergie-ECO - erweiterte Erprobungsphase

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Rapport final
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CatégorieTexte
Rapport final
(Allemand)

Seit 2006 können Gebäude, die eine gesunde und ökologische Bauweise aufweisen, mit dem Label MINERGIE-ECO® ausgezeichnet werden. Es stellt einen Zusatz zu den Labels Minergie, Minergie-P oder Minergie-A dar, bei denen energetische Aspekte und Kriterien des Komforts bewertet werden. Mit der neuen Version MINERGIE-ECO® 2011 wurde das Zertifizierungsverfahren optimiert und die Anwendbarkeit auf Modernisierungen ausgeweitet. Das bisherige Verfahren, das noch bis Juni 2012 angewendet werden kann, gründet auf Vorgaben zu den Kriterien Lärm, Raumluft, Rohstoffen, Herstellung und Rückbau. Diese wurden grösstenteils aus den bestehenden Instrumenten des Vereins eco-bau übernommen - insbesondere aus den eco-BKP, die Vorgaben für die meisten Arbeitsgattungen enthalten. Die Methodik der eco-BKP basiert auf einem best-of-class-Ansatz, d.h. es werden die ökologisch besten Varianten innert einer Funktionseinheit gekennzeichnet. Das funktioniert hervorragend, hat aber einen gewichtigen Nachteil: Die Funktionseinheiten können nur innerhalb der einzelnen BKP’s bewertet werden, womit beispielsweise ein Vergleich zwischen einer Fassadenverkleidung aus Faserzement (BKP 215) und einer verputzten Fassade (BKP 226) nicht möglich ist. Dies war einer der Gründe, weshalb man sich in der neuen Version von MINERGIE-ECO® teilweise von den Vorgabenkatalogen löst und in der Phase «Ausschreibung/Realisierung» sogar ganz darauf verzichtet. Neu wird eine Berechnung der Grauen Energie eingeführt, die auf dem Mengengerüst des behördlichen Energienachweises nach SIA-Norm 380/1 aufbaut und mit dem SIA-Merkblatt 2032 «Graue Energie von Gebäuden» kompatibel ist. Dadurch kann auf viele der Vorgaben verzichtet werden, weil die Graue Energie als Umweltindikator viele Aspekte wie Rohstoffverbrauch oder Umweltbelastung während Herstellung und Verarbeitung genügend genau abbilden kann. Vor allem ist damit eine bedeutend präzisere Aussage zur Umweltwirkung des ganzen Gebäudes möglich. Einige Aspekte lassen sich aber nicht mit einer Berechnung erfassen, wie beispielsweise die Verwendung von Recyclingbeton oder der Einsatz von Holz mit Nachhaltigkeitslabels. Deshalb wird weiterhin ein Vorgabenkatalog benötigt, der aber im Umfang auf einen Drittel reduziert werden konnte. Nach wie vor müssen die Unterlagen für die Zertifizierung zu zwei Zeitpunkten – nach Abschluss Projekt und vor Abschluss Realisierung – eingereicht werden. Bei MINERGIE-ECO® 2011 wird jedoch das Gewicht stärker auf die Projektphase verlagert. Die Erfahrung aus der Zertifizierung hat gezeigt, dass dort die grössten Hürden von MINERGIE-ECO® liegen, weil die konzeptionellen Aspekte den grössten Einfluss auf die Nachhaltigkeit eines Gebäudes haben. Gleichzeitig soll den Anwendern vermehrt Hilfe bei der Umsetzung der Vorgaben in Ausschreibung und Realisierung angeboten werden. Dies wird mit einer Checkliste umgesetzt, die sich auf diejenigen Vorgaben bezieht, die der Antragsteller umzusetzen gedenkt. Darin werden vor allem die durchzuführenden Arbeitsschritte sowie die zur Dokumentation benötigten Nachweise aufgelistet. Die Ausschlusskriterien (z.B. Einsatz einer Mindestmenge von Recycling-Beton) müssen wie bisher ausnahmslos umgesetzt werden, und für das Kriterium Tageslicht erfolgt ebenfalls unverändert eine auf der SIA-Norm 380/4 abgestützte Berechnung, deren Ergebnisse - zusammen mit denjenigen der neu hinzukommenden Grauen Energie - direkt in das Gesamtergebnis einfliessen. Die Erfüllung der restlichen Anforderungen generiert im alten wie im neuen Verfahren Punkte, für die in jedem Kriterium eine Mindestanzahl vorgegeben ist. Dieses Verfahren hat sich als sehr flexibel erwiesen, weil es den Antragstellern ein breites Spektrummöglicher Massnahmen aufzeigt, welche jedoch nur zu einem Teil umgesetzt werden müssen. Trotzdem weist damit jedes zertifizierte Gebäude eine minimale Qualität in jedem Kriterium auf. Der Zusammenzug über alle Kriterien erfolgte bisher mit Gewichtungsfaktoren und einer Kostengewichtung. Um die Bewertungsmethode transparenter für die Anwender zu machen, wurde bei MINERGIE-ECO® 2011 ein Ampelsystem eingeführt, das auf Gewichtungen verzichtet und die Teilergebnisse (sowohl der Kriterien wie auch der Bereiche) anhand von zwei Schwellenwerten in grün, gelb und rot einstuft. Ein rotes Teilergebnis führt dazu, dass keine Zertifizierung erfolgen kann. Damit werden die bisherigen Mindesterfüllungsgrade abgelöst. Der Zusammenzug zum Gesamtergebnis ergibt nur noch grün (Zertifikatsanforderungen erreicht) oder rot. Eine neue grafische Ergebnisdarstellung erlaubt die Erfassung und Interpretation der Resultate auf einen Blick. Das angepasste Nachweisinstrument von MINERGIE-ECO® folgt der neuen Struktur und dem neuen Bewertungsverfahren. Für die Berechnung der Grauen Energie steht der elektronische Bauteilkatalog1 zur Verfügung. Dieser erlaubt wie bisher die Auswahl und Anpassung von vordefinierten Bauteilen, zusätzlich aber auch die Erfassung ganzer Gebäude und die Darstellung der Ergebnisse in Bezug auf die von MINERGIE-ECO® definierten Schwellenwerte. Die Bewertung der Tageslichtsituation erfolgt wie bisher mit einem Excel-Tool oder Relux, welche um die Möglichkeit der Erfassung von Modernisierungen erweitert wurde. Gleichzeitig wurden mittels Software-Bausteinen die Grundlagen für ein vollständig integriertes Instrument geschaffen, das die gleichzeitige Berechnung von Betriebsenergieverbrauch und Grauer Energie sowie die Ausgabe der Ergebnisse gemäss SIA-Norm 380/1 (Thermische Energie im Hochbau), SIA-Norm 380/4 (Elektrische Energie im Hochbau), SIA-Merkblatt 2031 (Energieausweis für Gebäude), SIA-Merkblatt 2032 (Graue Energie von Gebäuden), Minergie, Minergie-P, Minergie-A sowie MINERGIE-ECO® erlaubt. In der Software LESOSAI 7.1 wurden diese Bausteine erstmals implementiert. Damit wird es bedeutend einfacher, ein Projekt zu optimieren, da die Datenerfassung nur einmal erfolgen muss und kein Wechsel mehr zwischen verschiedenen Werkzeugen notwendig ist.

Auftragnehmer/Contractant/Contraente/Contractor:
Haute Ecole Spécialisée de Suisse Occidentale
Intep Integrale Planung GmbH
E4tech Sàrl
SIPAL VD

Autorschaft/Auteurs/Autori/Authors:
Kellenberger,Daniel
Lenel,Severin
Foradini,Flavio
Citherlet,Stéphane
Roulet,Yves

Documents annexés