Eine wärmer werdende Atmosphäre kann mehr Wasserdampf aufnehmen und bietet damit ein höheres Potenzial für Starkniederschläge. Deshalb ist mit einer Zunahme der Häufigkeit und Intensität von mittleren und grossen Hochwasserereignissen zu rechnen. Nicht bekannt ist, wie sich die atmosphärische Zirkulation und damit die Häufigkeit von Hochwasser auslösenden Wetterlagen infolge des Klimawandels verändern werden.
Im Rahmen des Projekts wurde deshalb versucht, die meteorologischen Situationen (Wetterlagen), welche grosse Niederschlagsereignisse seit 1871 in der Schweiz verursacht haben, basierend auf den neuen 20CR Reanalysedaten zu klassifizieren. Dies mit dem Ziel, die Auftretenshäufigkeit grosser Ereignisse besser abschätzen zu können. Leider haben die Analysen aber gezeigt, dass die Qualität der 20CR Daten vor 1990 dafür nicht ausreichen.
In einem zweiten Teil des Projekts wurden mit Hilfe von COSMO-2 Simulationen der Einfluss von Veränderungen in den meteorologischen Randbedingungen (z.B. Temperatur und Feuchte) untersucht. Hier zeigte sich, dass die Niederschlagsfelder auf eine kleine Temperatur- und/oder Feuchteerhöhung sehr sensitiv reagieren. Diese Ergebnisse helfen dabei, zuverlässigere meteorologische Szenarien für die Abschätzung von Extremhochwasserabflüssen und Aussagen über die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf Hochwasser zu treffen.