Im Rahmen des Projektes PASSPORT werden Analysetools validiert, die es gestatten, das Verhalten und die Wirksamkeit der passiven Sicherheitssysteme zu modellieren. Die Besonderheit gegenüber den bisher vorrangig aktiven Sicherheitssystemen zur Beherrschung von Auslegungsstörfällen besteht in einer wesentlich stärkeren Kopplung der Vorgänge in der Reaktoranlage mit Prozessen im Containment. Heute liefert die dynamische Modellierung von Störfällen in der Reaktoranlage meist nur einen Inputterm in die Simulation des Containmentverhaltens. Rückkopplungen, wenn sie überhaupt Berücksichtigung finden, sind nur schwach ausgeprägt. Bei vielen passiven Sicherheitssystemen ist diese Rückkopplung jedoch entscheidend für die Funktion. So beeinflusst der Containmentdruck z.B. entscheidend die Kapazität und das Anlaufen von hydrostatischen Kernflutsystemen. Dabei wächst ausserdem noch die Bedeutung einer dreidimensionalen Simulation der Vorgänge im Containment. Im Projekt werden deshalb Möglichkeiten einer engen Kopplung von Reaktorthermohydraulik und Containmentthermohydraulik-Codes untersucht und ein für praktische Analysen geeignetes Programmtool entwickelt und validiert.
Neben dem direkten Nutzen durch die Bereitstellung von Analysetools für potentielle zukünftige Bedürfnisse der Aufsichtsbehörde wird das Ziel verfolgt, ein Pool von qualifiziertem Personal aufzubauen, welches in Zukunft für die Durchführung und Bewertung thermohydraulischer Sicherheitsanalysen zur Verfügung steht.