Studie zur Umsetzung des gesetzlichen Auftrags zur Anschlussgleiserschliessung
Der Bund gibt den Kantonen den gesetzlichen Auftrag, durch Massnahmen der Raumplanung dafür zu sorgen, dass Industrie- und Gewerbezonen an das Bahnnetz angeschlossen werden, soweit dies möglich und verhältnismässig ist (Art. 5 AnGG1). In der Realität zeigen sich jedoch immer wieder Hindernisse, welche die konsequente Umsetzung dieser Bestimmung erschweren oder gar verhindern.
Die Studie hatte zum Ziel
- die Abläufe und Prozesse der beteiligten Akteure und ihre Rollen im Rahmen von Planung undVollzug vorab von raumplanerischen Massnahmen für die Anschlussgleiserschliessung aufzuzeigen
- die heutige Umsetzungspraxis zu erheben und zu evaluieren
- Hindernisse, Erfolgsfaktoren und Best Practices zu identifizieren sowie
- Verbesserungsmassnahmen und Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Im Ergebnis gibt die Studie darüber Aufschluss, was der Bund, die Kantone, die Gemeinden und die SBB heute tun müssen, damit in 10 bis 20 Jahren die richtigen Anschlussgleise am richtigen Ort liegen. Die Ergebnisse bilden damit eine wichtige Grundlage, wie die Umsetzung des gesetzlichen Auftrags zur Anschlussgleiserschliessung besser ausgestaltet und vollzogen werden kann. Die Arbeiten wurden von Vertretern des Bundes, der Kantone und von SBB Cargo begleitet.
Schlussfolgerungen:
- Es bestehen Defizite bei der Umsetzung des Art. 5 des AnGG. Die Differenzen zwischen den Kantonen sind gross und eine Harmonisierung der Umsetzungspraxis ist erwünscht. Handlungsbedarf besteht auf der konzeptionellen Ebene und auf der Vollzugsebene; vor allem auf der Ebene Bund und Kantone, aber auch teilweise bei den Gemeinden.
- Wesentliche Massnahmenpakete sind die Entwicklung der konzeptionellen Grundlagen für die Umsetzung des Art. 5 AnGG, die Schaffung eines nationalen Kompetenzzentrums für Anschlussgleise, die Umsetzungshilfen für Kantone und Gemeinden sowie die Verbesserung der Anschlussgleisstatistik.
- Die vorgeschlagenen Massnahmenpakete tragen dazu bei, dass die heutigen Defizite auf Konzept- und Vollzugsebene reduziert werden und führen zu einer deutlichen Verbesserung der heutigen Umsetzungspraxis der raumplanerischen Förderung von Anschlussgleisen.
- Die Annahme der Motion „Zukunft des Schienenverkehrs in der Fläche“ wäre eine Gelegenheit – nicht jedoch eine zwingende Voraussetzung - die Umsetzung der vorgeschlagenen Massnahmen zu unterstützen.
- Es wird empfohlen, die vorgeschlagenen Massnahmen umzusetzen.