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Forschungsstelle
BAG
Projektnummer
10.007881
Projekttitel
Determinanten der Gesundheit und ihre relative Bedeutung für die Erklärung gesundheitlicher Ungleichheiten: Eine systematische Literaturübersicht

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Abstract
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Umsetzung und Anwendungen
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)

Gesundheitsdeterminanten, Gesundheitliche Ungleichheiten, Multisektorale Gesundheitspolitik

Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Ziel des Mandats ist es, den empirischen Forschungsstand zu den wichtigsten Einflussgrössen zur Erklärung der Gesundheit der Bevölkerung im Allgemeinen und der gesundheitlichen Ungleichheiten im besonderen sowie die relative Bedeutung der Gesundheitsdeterminanten in einem systematischen Literaturreview zu analysieren und zu bewerten. In den Literaturreview sollen auch Studien zu Interventionen, die auf die Beeinflussung der Gesundheitsdeterminanten abzielen, eingeschlossen werden.

Projektziele
(Deutsch)
Identifikation der wichtigsten Einflussgrössen zur Erklärung von Gesundheit und von gesundheitlicher Ungleichheiten
Abstract
(Deutsch)

Die Analyse gesundheitlicher Ungleichheiten fokussiert zunehmend auf die Erklä-rung des sozialen Gradienten in der Gesundheit. Materielle, psychosoziale und ver-haltensbezogene Faktoren stehen im Mittelpunkt der Diskussion und wurden bis-lang am häufigsten untersucht. Ziel des systematischen Reviews ist es, eine Be-standsaufnahme empirischer Studien vorzunehmen, die eine Quantifizierung der relativen Erklärungsanteile unterschiedlicher Faktorengruppen untersucht haben. Diese Studien wurden anschließend kritisch analysiert und bewertet. Die compu-tergestützte Literaturrecherche erfolgte in den internationalen englischsprachigen medizinischen und sozialwissenschaftlichen Datenbanken „Pubmed“, „Web of Science“ und „PsycINFO“ (Zeitraum 1996-2010); ergänzt durch eine Recherche in französischen Datenbanken. Die Recherche und Bewertung der Studien wurde von zwei unabhängigen Begutachtern durchgeführt, bei Uneinigkeit wurde ein 3. Gut-achter hinzugezogen. Insgesamt wurden 3.984 relevante Treffer erzielt, wobei 25 dieser Veröffentlichungen die Ein- und Ausschlusskriterien erfüllten. Bis auf eine Studie beziehen sich die identifizierten Studien auf die erwachsene Bevölkerung. Die größte Anzahl an Studien (7 von 25) stammen aus den Niederlanden gefolgt von Finnland (5). Die relative Bedeutung unterschiedlicher Faktorengruppen für die Erklärung gesundheitlicher Ungleichheiten wurde am häufigsten für die subjektive Gesundheit (8) und die Mortalität (8) analysiert, geschlechtsspezifische Aussagen liegen für Männer (12) und Frauen (6) vor. In der separaten Betrachtung der materiellen, psychosozialen und verhaltensbezogenen Faktoren zeigte sich in nahezu allen Studien, dass diese Determinanten einen vergleichbar hohen Erklärungsbeitrag leisten. In über der Hälfte der Studien liegt der Anteil, der insgesamt durch die Ansätze erklärt werden kann, zwischen 50-100%; bei Frauen in der Regel etwas geringer. Da materielle/strukturelle Faktoren auch die psychosozialen Bedingungen und das Gesundheitsverhalten (indirekt) beeinflussen, ist ihr Einfluss – unabhängig vom Outcome – aber höher, als dies ohne eine gleichzeitige gemeinsame Analyse suggeriert wird. Dieses Ergebnis zeigte sich in allen Studien, in denen dieser Effekt untersucht wurde. Zusammenfassend wird deutlich, dass alle drei Ansätze zur Erklärung gesundheitlicher Chancenungleichheiten in der Morbidität, Mortalität und Gesundheit beitragen. Den materiellen/strukturellen Faktoren kann dabei die größte Bedeutung beigemessen werden, da sie sowohl direkt als auch indirekt auf die Gesundheit und gesundheitlicher Ungleichheiten wirken. Maßnahmen zur Reduzierung gesundheitlicher Ungleichheiten sollten demnach primär auf die materiellen/strukturellen Faktoren abzielen ohne aber die Stärkung psychosozialer Ressourcen sowie die Verringerung der Belastungen und der gesundheitsschädlichen Verhaltensweisen auszublenden.

Abstract
(Englisch)

The analysis of inequalities in health is increasingly focusing on the explanation of the social gradient in health. So far, material, psychosocial and behavioural factors are discussed as important explanatory approaches which are also most frequently investigated empirically. The aim of the systematic review is to conduct an inventory of all empirical studies which tried to quantify the relative contribution of different groups of explanatory factors. These studies were then critically analysed and evaluated. The computer-assisted literature search was conducted in the international medical and sociological databases “Pubmed”, “Web of Science” and “PsychINFO” (1996-2010); supplemented by a search in French databases. The search and appraisal of the studies was performed by two different reviewers. In case of disagreement, a third reviewer was consulted. Altogether 3.984 relevant hits were obtained and 25 of these publications met the inclusion and exclusion criteria. With one exception all identified studies investigated the adult population. Most of the studies (7 of 25) originated from the Netherlands, followed by Finland (5). Analysing inequalities in health, the relative importance of different groups of explanatory factors was most frequently examined for subjective health (8) and mortality (8). Gender-specific results existed for men (12) and women (6). In the separate analysis of material, psychosocial and behavioural factors all studies showed that the individual groups of determinants had a similar explanatory contribution. In more than half of the studies, the groups of explanatory factors together explained between 50-100% of the health inequalities, generally to a smaller extent for women. Since material/structural factors (indirectly) also influence psychosocial conditions and health-related behaviour, their effect – independently of the outcome – is higher than suggested without a simultaneous combined analysis. This is found in all studies which have analysed this effect. Summarizing the findings, all three groups of explanatory factors contribute to the explanation of inequalities in health, morbidity and mortality. However, as material/structural determinants influence health and health inequalities directly as well as indirectly they can be understood as more important factors. Interventions aiming to reduce inequalities in health should therefore target material/structural living conditions without neglecting the reinforcement of psychosocial resources and the reduction of stress and unhealthy behavioural patterns.

Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
Das Mandat erfolgte im Rahmen eines Vorprojektes, dass der Direktionsbereich Gesundheitspolitik im Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat durchführen lassen. Die gewonnenen Ergebnisse dienen der Geschäftsleitung des BAG als eine der Grundlagen bei ihren Überlegungen über die Erarbeitung einer möglichen Strategie zum Abbau gesundheitlicher Ungleichheit in der Schweiz.
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
Der Schlussbericht über die Gewichtung der Gesundheitsdeterminanten kann beim Bundesamt für Gesundheit bezogen werden. Kontaktperson: wally.achtermann@bag.admin.ch