Der vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) beauftragte und von der Firma B,S,S erstellte Bericht stellt fest, dass gesundheitliche Ungleichheit in der Schweiz eine gesellschaftliche Realität ist und die bisherigen Massnahmen zur Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit eine sozialstaatliche Errungenschaft darstellen. Trotzdem ist die Problematik der gesundheitlichen Ungleichheit weiterhin aktuell geblieben.
Gemäss den internationalen Empfehlungen steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Veränderung in die gewünschte Richtung, je klarer die Ziele eines Landes sind. Klare Ziele setzen jedoch ein Wirkungsmodell voraus. Dafür schlägt das Projektteam und die vom B,S,S beigezogenen externen Expert/innen das Wirkungsmodell der WHO in der «Commission on Social Determinants of Health» vor, welches zur Massnahmenplanung und Umsetzung verwendet werden soll. Wie die parallel verlaufende Studie zur Gewichtung der Gesundheitsdeterminanten aufgezeigt hat, haben die strukturellen Determinanten einen starken Einfluss auf die gesundheitlichen Endpunkte (z.B. Differenz in der Lebenserwartung, Differenz bei der Anzahl beschwerdefreier Lebensjahre unter den verschiedenen Bevölkerungsgruppen). Da die gesundheitliche Ungleichheit durch die soziale Ungleichheit beeinflusst wird, ist auf der Makro-, Meso- und Mikroebene (materielle Situation, soziale Position, Gesundheitswesen, individuelles Gesundheitsverhalten, etc.) anzusetzen.
Gemäss der eingesetzten Expertengruppe wäre zurzeit eine quantitative Zielsetzung für die anzustrebende Reduktion der gesundheitlichen Ungleichheit verfrüht und ein vom Bund allein definiertes Ziel erscheint aufgrund der Kompetenzen der Kantone in den relevanten Bereichen (Gesundheit, Bildung, Soziales, Wirtschaft) als wenig sinnvoll. Im Sinne eines koordinierten und gemeinsamen Vorgehens ist es wichtig, dass eine künftige Strategie zum Abbau gesundheitlicher Ungleichheit von Bund und Kantonen gemeinsam erarbeitet wird.