Die Kampagne hat ihre quantitativen Ziele verfehlt. Die Durchimpfung für Risikogruppen lag in der Grippesaison 2010/11 bei 42 % (Kampagnenziel bis Ende 2012: 75 %), für das Medizinal- und Pflegepersonal bei rund 22% (Kampagnenziel bis Ende 2012: 50%). Die über die Plakat-, Inserat- und Medienkampagne vermittelten BAG-Informationen haben ihre Zielgruppen nicht im gewünschten Ausmass erreicht. Die Informationsmassnahmen, die auf die Multiplikation der BAG-Botschaften durch Ärzte/innen setzen, haben sich dagegen als die effektivsten und vermutlich effizientesten erwiesen. Die tiefe Durchimpfung des Medizinal- und Pflegepersonals weist darauf hin, dass die ergriffenen Massnahmen kaum Wirkung zeigten.
Die wichtigsten Empfehlungen:
- Fortführung der Grippeprävention, wobei eine bessere Abstimmung zwischen den Zielen und den zur Verfügung stehenden Ressourcen anzustreben ist.
- Verbesserung der Kohärenz und Transparenz bei der Definition der Ziele, Massnahmen (inkl. Rollen der Beteiligten) und Mittel.
- Fortführung der Sensibilisierungs- und Informationskampagne ist sinnvoll. In Anbetracht der beschränkten Ressourcen könnte auf eine Inserat- und Plakatkampagne verzichtet werden, da sie sich als nicht sehr wirkungsvoll und effizient erwiesen hat.
- Falls eine deutlich höhere Durchimpfung beim Medizinal- und Pflegepersonal angestrebt werden soll, müssen die Präventionsanstrengungen intensiviert und dabei neue Zugänge erprobt werden (z.B. bereits bei der Ausbildung ansetzen oder Fach- und Personalverbände mit einbeziehen).
- Die Errungenschaften bei der Multiplikation der Grippeprävention sollten konsolidiert und das vorhandene Optimierungspotential ausgeschöpft werden (Gynäkologen/innen einbeziehen).