Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) führte ein umfassendes Projekt zur Abstimmung von Siedlung und Verkehr durch. Dieses beruhte auf aufeinander aufbauenden Arbeitspaketen. Das Projekt «Abstimmung Siedlung und Verkehr» setzt einerseits am Raumkonzept an und konkretisiert dieses. Ebenfalls liefert es grundlegende Erkenntnisse für das Projekt «Bahn 2030». Ziel war, eine Grundlage für weitere Infrastruktruvorhaben bezüglich ihrer räumlichen Wirkung zu erhalten.
Im Rahmen des Arbeitspakets AP 2 wurden auf das RK-CH abgestimmte räumlich differenzierte Varianten der Bevölkerungsverteilung entworfen. Diese sollen das RK-CH räumlich dahingehend konkretisieren, dass sie für Abschätzungen mit dem nationalen Personenverkehrsmodell (NPVM-UVEK), wie auch für weitere räumliche Analysen verwendbar sind.
Als Grundlage für die Modellierung der Bevölkerungs- und Arbeitsplatzverteilung in der Schweiz dient das Prospektivmodell von Fahrländer Partner. Dabei handelt es sich um ein Modell, das ausgehend von den kantonalen Bevölkerungsperspektiven des BFS bzw. dem daraus abgeleiteten Bevölkerungswachstum auf Ebene Gemeindetyp Aussagen zur kleinräumigen Entwicklung der Bevölkerung und der Arbeitsplätze zulässt.
Auf Basis des Bevölkerungsszenarios BFS 2005 A (mittleres Szenario «Trend») werden vier Varianten erstellt und berechnet.
- Ein Referenzzustand unter Berücksichtigung der bis heute rechtsverbindlich beschlossenen Verkehrserschliessung auf Strasse und Schiene im Jahr 2030
- Zwei Varianten im Rahmen des RK-CH
- Eine Variante ausserhalb des RK-CH
Die Varianten unterscheiden sich nur bezüglich der räumlichen Verteilung der Bevölkerung bzw. der daraus abgeleiteten Variablen (Erwerbstätige, Altersstruktur, usw.). Die Varianten unterscheiden sich nicht bezüglich der Bevölkerungsentwicklung auf kantonaler (Referenzzustand) bzw. gesamtschweizerischer Ebene.
Ziel der Sensitivitätsanalysen war es, eine möglichst grosse Varianz in der kleinräumigen Entwicklung zu erreichen, wobei einerseits – im Fall der beiden Varianten «Urbane Verdichtung» und «Verkehrserschliessung» – zwei gemäss RK-CH wünschbare Varianten sowie eine – aus raumplanerischer Sicht – nicht wünschbare Extrem-Variante («Entwicklung in der Fläche») berechnet wurden.
Die Resultate der einzelnen Varianten lassen sich mit jenen des Referenzzustandes vergleichen, das bezüglich der Bevölkerungsentwicklung sowohl auf kantonaler Ebene als auch auf Ebene Gemeindetyp dem zu Grunde liegenden mittleren Bevölkerungsszenario des BFS entspricht.
Die Resultate auf Ebene Gemeindetyp zeigen, dass die verschiedenen Varianten die gewünschte Varianz bezüglich der kleinräumigen Entwicklung aufweisen. Einzig die Gemeinden des Typs «Gürtel der Mittelzentren» entwickeln sich in allen Varianten mehr oder weniger gleich.
Die resultierenden Daten konnten so eine Grundlage für die weiteren Arbeitspakete zur Abschätzung hinsichtlich der räumlichen Wirkungen der Verkehrsinfrastruktur bilden.