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Research unit
FEDRO RBT
Project number
SVI2009/011
Project title
Measures to reduce negative environmental impacts of freight transport

Texts for this project

 GermanFrenchItalianEnglish
Key words
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Short description
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Project description
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Expected findings/ usefulness, beneficiaries
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Methods
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Special tools and infrastructure
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Overview of research activities
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Project aims
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Research agenda
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Transfer and application
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Berichtsnummer
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Inserted texts


CategoryText
Key words
(German)
Umweltlandkarte, Umweltbelastungen, Umwelt-Massnahmen, Schadstoffe, Lärm, Energieverbrauch, Güterverkehr
Key words
(English)
Environmental map, Environmental load, Action plans, Emissions, Noise, Fuel consumption, Goods traffic
Short description
(German)

Der Lösungsansatz ist zwei-phasig:
1. Quantifizierung von Umweltwirkungen
2. Massnahmenevaluation und Ableitung von Handlungsempfehlungen.

Phase 1: Quantifizierung von Umweltwirkungen mit dem Ziel, eine „Umweltlandkarte Güterverkehr Schweiz“ zu erstellen.

Ansatzpunkt: Verwenden der bereits vorliegenden umfangreichen Unterlagen, insbesondere

  • Luftschadstoffe Strassenverkehr: Verwenden der Emissionsdaten gemäss BAFU (Aktualisierung der Emissionen auf Basis HBEFA 3.1; 2010)
  • Energieverbrauch Strassenverkehr: analog Luftschadstoffe, mit Indikator „Energieintensität“
  • Lärm Schienenverkehr: Verwenden der SBB-Datenbasis aus dem „Emissionsplan 2015“, aber vereinfachte Immissionsmodellierung zur Kreierung eines Lärmindikators (Schallstufe belärmter Flächen bzw. Personen)
  • Lärm Strassenverkehr: analog zum Schienenverkehr, aber mit Mengengerüst des nat. Verkehrsmodells sowie dem Lärmemissionsmodell ROTRANOMO
  • Energieverbrauch / Schadstoffe Schiene: mit gleichen Mengengerüsten wie Lärmberechnung. Bei Schadstoffen Fokus auf „Non-exhaust“-PM-Emissionen.

Diese Umweltbelastungen werden schliesslich als „Umweltatlas Güterverkehr“ dargestellt.

Phase 2: Massnahmenevaluation und Ableitung von Handlungsempfehlungen

Aus der Bewertung der Darstellungen im Umweltatlas Güterverkehr Schweiz werden in einem ersten Schritt Handlungsbedarf und -schwerpunkte abgeleitet aus dem Vergleich von Belastungen und Zielwerten, wobei diese aus (Gesamt)-Immissionsgrenzwerten oder politischen Zielwerten (z.B. CO2-Reduktionsziele) abgeleitet werden können. Daraus lassen sich räumliche und/oder segmentspezifische Schwerpunkte ableiten, wo Massnahmen zur Wirkungsbeeinflussung anzusetzen sind.

Die Massnahmendiskussion wird von zwei Seiten her geführt:

1. „welche Wirkung bringt eine (einzelne) Massnahme“ bzw.

2. „welches Massnahmenset bewirkt die nötige Gesamtwirkung“.

Auf der einen Seite werden also Einschätzungen zu Umweltnutzen einzelner Massnahmen gemacht (gleichzeitig auch zu Kosten, Umsetzungsaufwand, Praktikabilität etc). Zum andern wird erörtert, welches Massnahmenbündel in der Lage wäre, eine dem Handlungsbedarf entsprechende Entlastung zu erzielen.

Aus der Interaktion zwischen den zwei Ansätzen (Einzelmassnahme -> Einzelwirkung bzw. Massnahmenbündel -> Gesamtwirkung) werden Szenarien formuliert und Handlungsempfehlungen abgeleitet.
Short description
(English)

A two-step approach is proposed: 1. quantify the environmental loads („environmental maps“), and 2. evaluate the measures and derive recommendations:

Step1 : Quantification of the environmental loads

As a principle all recent project results and studies will be used as starting point, in particular

  • air pollutant emissions of road traffic: make use of the emission inventory of the FOEN (Federal Office for the Environment) which is presently being updated (based on HBEFA 3.1, 2010, published in Feb. 2010)
  • Energy consumption: similar as air pollutants and in addition establish the indicator “energy intensity”
  • Noise due to rail traffic: make use of the database of the “emissionplan 2015” (established by the Swiss Railways); develop a simplified methodology in order to derive an adequate noise indicator (e.g. number of areas or share of population exposed to excessive noise levels)
  • Noise due to road traffic: apply the same methodology as for rail traffic but use traffic activity data of the national traffic model and use the noise emission model ROTRANOMO (road traffic noise model)
  • Energy consumption resp. air pollutants of rail traffic: Use the same traffic activity data as for noise for calculating energy consumption. Focus on non-exhaust PM as the relevant air pollutant (exhaust PM are not relevant due to basically full electrification of rail traffic).

Eventually the environmental loads will be visualized as “environmental maps”.

Step2 : Evaluation of measures, recommendations on possible actions

Based on the “environmental maps”, the need for actions will be derived by comparing the environmental loads with objectives and targets.The latter may be derived from standards (e.g. air quality standards) or from political objectives (e.g. CO2 emission reduction targets in a certain time period). These needs for actions will be prioritized by area type and/or segments of freight transport in order to specify measures for reducing the environmental loads.

The actions to be evaluated will be discussed under two different aspects:

- which impact has one particular (singular) measure

- which package of measures has the potention to provide the reduction requested.

On the one hand the impacts of individual measures will be analysed (i.e. reduction of environmental load, costs, implementation, practicability etc.). On the other hand it will be discussed which set of measures has the potential for reaching the necessary overall reductions. The two approaches will be discussed interactively (individual measure -> impact, respectively action plan -> overall effect -> compliance with target). Alternative scenarios will be established in order to reach consistent sets of measures. Eventually, appropriate sets of measures will be proposed as recommendations on possible actions.
Project description
(German)

Verständnis der Aufgabe

Die Forschungsarbeit hat zwei Ziele: Zum einen soll eine „Umweltlandkarte Güterverkehr Schweiz“ erstellt werden, zum andern soll evaluiert werden, mit welchen Instrumenten der Güterverkehr seinen Anteil an der Umweltbelastungen kosteneffizient reduzieren kann.

Vorweg: Was ist mit „Umweltbelastung“ gemeint? Nach unserem Verständnis geht es um drei Aspekte: Schadstoffe/Luftqualität, Energieverbrauch/Klimagase sowie um Lärm. Im weiteren verste-hen wir die Aufgabe so, dass es nicht darum geht, die Umweltbelastung „m2-scharf“ und in allen Feinheiten und z.B. für alle denkbaren Schadstoffe auszudrücken, sondern dass strategische Fragen im Vordergrund stehen: Wie bedeutend ist die Umweltbelastung des Güterverkehrs und mit welchen Massnahmen kann das Belastungsniveau mit welchem Aufwand wie weit gesenkt werden? Deshalb soll die Umweltbelastung in allen drei Bereichen (Luft/ Energie-Klima/Lärm) mit „Leitindikatoren“ ausgedrückt werden. Bei den Schadstoffen sehen wir die beiden Problemschadstoffe Stickoxide sowie Partikel im Vordergrund. Bei den Klimagasen gibt es eine enge Korrelation zum Energieverbrauch, wozu sich CO2 als „Leitindikator“ anbietet. Beim Lärm, den wir als relevante Belastungskomponente der „Umwelt im weiteren Sinne“ betrachten, ist ein sinnvoller Indikator nicht gleichermassen offen-kundig und deshalb erst noch zu definieren (z.B. von Lärm betroffene Fläche oder Personen).

Es existiert eine Reihe von „Umweltbelastungsplänen“, die den Stand und die Entwicklung der Umweltbelastung sowie deren örtlich unterschiedliche Ausprägung aufzeigen (z.B. Schadstoffemissi-onskataster oder Immissionskarten bezogen auf einzelne Schadstoffe, oder Lärmkataster). Diese fo-kussieren aber in der Regel auf Gesamtbelastungen (z.B. zur Überprüfung ob Immissionsgrenzwerte überschritten sind und deshalb Handlungsbedarf besteht); in solchen Gesamtbelastungsplänen ist der Verkehr jeweils ein Verursacher unter anderen (Industrie, Gewerbe, Hausfeuerungen etc.). Andere „Umweltpläne“ fokussieren stärken auf einzelne Verkehrsträger (z.B. Lärmkataster Strasse oder Schiene). Wieder andere Umweltpläne haben durchaus den Güterverkehr im Fokus, sind aber regional oder auf Achsen ausgerichtet; dazu zählt etwa das Projekt „Monitoring flankierende Massnahmen Umwelt“ (MFM-U), mit dem die Umsetzung des Verlagerungsgesetzes und die Wirksamkeit der flan-kierenden Massnahmen in den Bereichen Strasse und Schiene überprüft wird . Ähnlich auch das Pro-jekt MONITRAF, das die Auswirkungen des inneralpinen und alpenquerenden Strassenverkehrs längs der vier Transitkorridore Brenner, Fréjus, Gotthard und Mont-Blanc erfasst und untersucht und dessen Ziel die Entwicklung gemeinsamer Massnahmen ist, um die negativen Auswirkungen des Strassen-verkehrs zu vermindern und die Lebensqualität im Alpenraum zu verbessern (Monitraf 2008). In eine ähnliche Richtung zielt auch ALPIFRET (das „Observatorium des Strassen- und Schienengüterver-kehrs im Alpenraum“), das im Kontext des Landverkehrsabkommens EU / CH ins Leben gerufen wurde und regelmässig Daten zur Entwicklung des Verkehrs und den Ursachen der Entwicklung sammelt (ALPIFRET 2008).

Gleichwohl: Was fehlt sind flächendeckend und spezifisch auf den Güterverkehr ausgerichtete Umweltlandkarten. Oft werden Aussagen zum Anteil der Verursacher aus aggregierten Emissions-mengen abgeleitet (z.B. liegt 2005 bei den Stickoxiden der Güterverkehrsanteil bei 50% der Ver-kehrsemissionen). Umweltlandkarten vermögen jedoch solche Aussagen örtlich differenziert aufzu-zeigen und in Relation zu setzen mit Zielsetzungen oder gesetzlichen Vorgaben wie Immissions-grenzwerten. Dabei soll auch die zeitliche Dynamik berücksichtigt werden, d.h. neben der Situation heute interessiert auch die absehbare Entwicklung wenn z.B. gewisse Massnahmen der Fahrzeugtech-nik greifen.

Der zweite Bereich der Forschungsarbeit fokussiert auf die Massnahmendiskussion: Mit welchen Instrumenten kann der Güterverkehr seinen Anteil an der Umweltbelastungen kosteneffizient reduzie-ren. Dabei soll auch die Frage des spezifischen Zielbeitrags des Güterverkehrs – z.B. im Vergleich zu andern Verursachern namentlich Personenverkehr – thematisiert werden. Es soll der Frage nachge-gangen werden, mit welchen Massnahmen oder welchem Massnahmenbündel der Güterverkehr seine Umweltbelastung um z.B. 50% senken könnte, und welchen Gesamteffekt dies auf die Umweltbelas-tung hätte – oder welcher Beitrag des Güterverkehrs könnte nötig sein, um z.B. gesetzliche Vorgaben (Immissionsgrenzwerte) oder politische Ziele (z.B. CO2-Reduktion, Verlagerungsziel) zu erreichen. Dazu wird vorgängig ein Massnahmenkatalog erstellt, der auch Inputs der andern Projekte des For-schungspakets aufnimmt. Die Umweltwirkung wird auf der Basis der vorgängig erarbeiteten Umwelt-karten abgeschätzt. Gleichzeitig sind aber die möglichen Massnahmen auch unter weiteren Aspekten zu evaluieren (Kosten, Akzeptanz, Fristigkeiten etc.). Aus dieser breiteren Diskussion der Massnah-men sind schliesslich Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Das Ergebnis der Arbeit besteht demnach aus

- Umweltlandkarten Güterverkehr für Schadstoffe, den Energieverbrauch bzw. CO2-Emissionen und Lärm, und dies für den heutigen Zustand bzw. für künftige Entwicklungen,

- Massnahmen und deren Würdigung unter verschiedenen Aspekten (Umweltwirkung, Aufwand, Fristigkeiten, Akzeptanz etc.) sowie daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen.

Arbeitsschritte

Schritt 1: Systemabgrenzung zur abschliessenden Definition des Untersuchungsgegenstandes sowie eine Zusammenstellung aller Datengrundlagen (Fokus auf Strasse und Schiene, Detailerörterung der verfügbaren Grundlagen, Verkehrsmengengerüste, Emissionsfaktoren, Netze etc.).

Schritt 2: Quantifizierung des Ausgangszustands (Umweltwirkungen des Güterverkehrs auf den Netzen von Strasse und Schiene heute). Zudem wird ein künftiger Referenzzustand ermittelt, der einem „business as usual“ entsprechen und alle beschlossenen Massnahmen enthalten soll (2030). Beide Zustände werden in einem „Umweltatlas Güterverkehr Schweiz“ dargestellt. Mittels GIS-basierter kartografischer Darstellungen werden die umweltbezogenen Netzbelastungen visualisiert.

Schritt 3: Szenario- und Variantendiskussion.

- Identifikation des Handlungsbedarfs anhand von Orientierungsgrössen wie gesetzlichen Vorgaben (Immissionsgrenzwerte) oder politischen Ziele (z.B. CO2-Ziele). Daraus lassen sich Schwerpunkte ableiten, wo und wie intensiv der Hebel zur Wirkungsbeeinflussung anzusetzen ist. Zu erörtern ist auch, welchen Anteil der Güterverkehr an der Zielerreichung zu leisten hat. Dazu dient die Kenntnis seines Belastungsanteils.

- Erstellen eines Massnahmenkatalogs. Dieser Katalog umfasst Massnahmen wie Marktregulierung und –zugang, Gebote und Verbote, Steuern und Gebühren, Fahrzeugtechnik, Infrastruktur, Logistik.

- Bildung von sinnvollen Massnahmenbündeln aufgrund einer Diskussion der Massnahmen, die von zwei Seiten her geführt wird: Auf der einen Seite werden die Massnahmen grob „vorevaluiert“ (d.h. es sind erste grobe Einschätzungen zu machen zu Umweltwirkungen, Kosten, Praktikabilität, Umsetzungsaufwand etc.). Zum andern wird erörtert, welche Massnahmen sinnvoll kombiniert werden können um eine bestimmte Gesamtwirkung zu erzielen.

Schritt 4: Wirkungsanalyse der Massnahmenbündel: Vertiefte Analyse der Massnahmenbündel. Dazu gehört die Quantifizierung der Massnahmenwirkungen für den Analysezeitpunkt und die entsprechende Darstellung im „Umweltatlas Güterverkehr Schweiz“, aber auch Kosten (für die Betroffenen/Beteiligten), Umsetzungsaufwand (planungsrechtlich, organisatorisch, finanziell), Implikationen auf den Rechtsrahmen (CH und EU), Praktikabilität aufgrund von Erfahrungen aus der Praxis, Akzeptanz.

Schritt 5: Handlungsempfehlungen. Würdigung der Massnahmensets, Beurteilung vor dem Hintergrund des Handlungsbedarfs sowie unter verschiedenen weiteren Gesichtpunkten, namentlich Kosten / Nutzenverhältnis, aber auch Praktikabilität und Akzeptanz.
Expected findings/ usefulness, beneficiaries
(German)

- Kenntnis des Anteils des Güterverkehrs an der Umweltbelastung, heute und die künftige Entwicklung, nach Bereichen (Verkehrsträger, Verkehrsarten, Fahrzeugsegmente, Branchen),

- davon ableitbarer Handlungsbedarf (auch im Vergleich zu andern Quellen),

- Kenntnis der Instrumente und Ansatzpunkte im Güterverkehr zur Senkung der Umweltbelastungen,

- vergleichende Analyse und Profile dieser Instrumente, deren Stärken und Schwächen,

- Vorschläge und Handlungsempfehlungen

- Input für allfällige Anpassungen der heute eingesetzten Instrumente. Angesprochen sind namentlich die Verwaltungen auf verschiedenen Ebenen, welche für die Umwelt zuständig sind.

Die Ergebnisse sind für das Monitoring (Umweltanalyse) aber auch für die Umwelt- und Verkehrs-politik von Interesse, Grundlagen für mögliche umwelt- und verkehrspolitische Entscheide.
Methods
(German)

I. METHODIK / LÖSUNGSANSATZ

Entsprechend unserem Problemverständnis ist der Lösungsansatz zweistufig gestaltet: 1. Quantifizierung von Umweltwirkungen und 2. Massnahmenevaluation sowie Ableitung von Handlungsempfehlungen.

1. Quantifizierung der Umweltwirkungen

Zur Quantifizierung der (heutigen sowie künftig zu erwartenden) Umweltwirkungen des Güterverkehrs gibt es bereits eine Reihe nutzbarer Grundlagen und Vorarbeiten. Das Projektteam war und ist in einigen dieser Grundlagenerarbeitungen aktiv involviert. Unser Vorschlag möchte deshalb das Rad nicht neu erfinden, sondern auf diesen Grundlagen aufbauen und diese auf die hier angesprochenen Fragestellungen hin weiter entwickeln.

Die Berechnung von örtlich differenzierten Umweltbelastungsindikatoren beruht grundsätzlich auf drei Elementen:

Verkehrsmengengerüste (Verkehrsbelastungen je Streckenabschnitt, in Fahrzeugen/Zügen, ggf. differenziert nach Fahrzeug/Zugstypen). Der örtliche Differenzierungsgrad hängt ab von den verfügbaren und zugrunde zu legenden Netzbeschreibungen, der inhaltliche Differenzierungsgrad von der Daten- oder Modellverfügbarkeit.

Emissions- oder Verbrauchsfaktoren (spezifische Emission in g/FzgKm oder Wh/Btkm o.ä.)

Transformation der Emissionen in Immissionen über Ausbreitungsmodelle und/oder Transferfunktionen. Hier sind örtlich differenzierte, raumbeschreibende Grössen zu unterlegen, um den Betroffenheitsgrad und damit die Relevanz aufzunehmen (z.B. Einwohner, Daten aus Hektarraster, GIS-Systeme oder örtlich präzisere Angaben auf der Basis von lokalen Spezialerhebungen).

Um zu einem „Umweltatlas Güterverkehr Schweiz“ zu gelangen, muss dieser Ansatz je nach Verkehrsträger bzw. Umweltkomponente differenziert angewendet werden, da die Ausgangslage bzw. die Datenverfügbarkeit je anders ist. Anhand der nachstehenden Tabelle erläutern wir, was u.E. vorliegt bzw. wie wir die Quantifizierung der Umweltbelastung konkret vorschlagen.

System-Differenzierung „Umweltatlas Güterverkehr Schweiz“

Spalte 1

Luftschadstoffe

Energie/CO2-Emission

Lärm

Strassenverkehr
- Verkehrsmengengerüste
- Emissionen
- Immissionen


A


B


D

Schienenverkehr
- Verkehrsmengengerüste
- Emissionen
- Immissionen


E


E


C

A: Luftschadstoffe Strassenverkehr

Infras berechnet gegenwärtig im Auftrag des BAFU die Schadstoffemissionen des Strassenverkehrs, differenziert nach verschiedenen Fahrzeugtypen des Personen- und Güterverkehrs (Aktualisierung des Berichts 355, BUWAL 2004a). Basis dazu ist einerseits das nationale Personenverkehrsmodell (NPVM) mit streckenfeinen Belastungsangaben, andererseits das aktualisierte Handbuch für Emissionsfaktoren (HBEFA 3.1), das von Infras et.al. entwickelt wurde und per Ende 2009 publiziert werden wird (INFRAS et.al. 2004/09). Diese Grundlagen (HBEFA 3.1, Aktualisierung der Emissionen CH) bilden für die Schweiz gewissermassen den „state of the art“ ab (Eine Beschreibung der zugrunde liegenden Modelle finden sich im Wesentlichen in BUWAL 2004a, BUWAL 2004b und INFRAS 2004/09. Die Dokumentationen zu den Aktualisierungen sind noch in Ausarbeitung.).

Im Verlauf 2010 sollen im Auftrag des BAFU ergänzend zu den Emissionen auch die Immissionen berechnet werden (streckenfein, für einen Zustand 2005 bzw. mutmasslich 2020, für NO2 und die Partikel). Diese Arbeiten sind im Wesentlichen Aktualisierungen bisheriger Modellarbeiten (BUWAL 2003, BUWAL 2004b), die von Infras et.al. durchgeführt wurden.

Somit ist absehbar, dass „Umweltkarten Verkehr“ für die Schadstoffbelastung (NO2, PM) und für zwei Zeitpunkte (2005 und mutmasslich 2020) vorliegen werden. Diese Grundlagen werden auch Hinweise auf den Handlungsbedarf geben bzw. Grundlagen liefern für die Diskussion des nötigen Zielbeitrags des Güterverkehrs.

Was im Rahmen dieses Projekts noch zu leisten ist, ist eine Differenzierung zwischen Personen- bzw. Güterverkehr beim Teil Immissionsmodell sowie die Hochrechnung auf 2030 (in der Erwartung, dass dies der massgebende Prognosezeitpunkt sein wird). Das bedingt neben einer Hochrechnung 2030 eine Splittung der Modelle, indem der Güterverkehrsanteil separiert wird. Diese Splittung wird auch für die Abschätzung der Wirkung von Massnahmen notwendig sein. Grundsätzlich wird dazu vorgesehen, dass die verschiedenen „Nicht-Güterverkehrs“-Beiträge zur Schadstoffbelastung konstant belassen werden, der Güterverkehrsbeitrag aber variabel definiert werden kann (als Trendentwicklung bzw. je nach Massnahme).

Die „Modellkette“ der vorliegenden Modelle ist differenziert genug, um verschiedene Massnahmenwirkungen zu evaluieren. So ist darin z.B. ein Flottenmodell von Infras eingebettet, das auf einer differenzierten Analyse des schweizerischen resp. des LSVA-pflichtigen Motorfahrzeugbestandes (MOFIS-Datenbank des ASTRA, LSVA-Daten) basiert, die verschiedenen Fahrzeugtypen (Euro-Klassen) abbildet und auch entsprechende Variationen erlaubt. So lassen sich mit dieser Modellsequenz entsprechende Massnahmen auf ihre Wirkung hin evaluieren.

B: Energieverbrauch Strassenverkehr

Der Energieverbrauch Strassenverkehr wird gleichzeitig und mit den gleichen Modellen wie die Schadstoffe berechnet, allerdings entfällt der Teil „Immission“, da dies kein sinnvoller Indikator ist. Vielmehr wird für den „Umweltatlas“ der Indikator „Energie-Intensität“ (pro km oder ha) vorgesehen. Analog lassen die Modelle eine differenzierte Behandlung von Massnahmen zu, z.B. bezüglich Fahrzeugtechnik / Absenkraten, Flottenmix, Variation der (gütergruppenspezifischen) Beladungsgrade etc.

C. Lärm Schienenverkehr

Das BAFU hat kürzlich mit sonBASE eine umfangreiche GIS-Lärmdatenbank für die Schweiz – für Schiene und Strasse – vorgelegt. Aus Komplexitätsgründen schlagen wir in diesem Rahmen jedoch einen alternativen, einfacheren Pfad vor:

Für die Berechnung der Lärmbelastung durch den Schienenverkehr wird auf die Grundlagen der SBB zurückgegriffen. Mit der FinöV-Vorlage 1998 wurde neben Infrastrukturentscheiden gleichzeitig eine umfassende Lärmsanierung der Eisenbahnen beschlossen. In diesem Kontext entwickelte die SBB eine umfassende Datenbasis mit Lärmberechnungen für 2000 bzw. 2015 („Emissionsplan 2015“). Modelltechnisch liegen die entsprechenden verkehrlichen Mengengerüste vor (Anzahl Züge je Streckenabschnitt, differenziert in ca. 12 Zugskategorien, nach Tag/Nacht, ca. 4'000 Streckenabschnitte, mit den für Lärmberechnungen nötigen Attributen, namentlich Fahrgeschwindigkeit). Als Lärmmodell wird das anerkannte Eisenbahnlärm-Modell SEMIBEL eingesetzt. Durch Ausbreitungsrechnungen und Beizug örtlich sehr differenzierter Angaben zur Streckenverlauf, Besiedlung, Bebauung etc. wird so über GIS-Systeme der Sanierungsbedarf sehr genau („Empfängerpunktscharf“) ermittelt. Derzeit sind rund 50% der Flächen mit Sanierungsbedarf im Detail bearbeitet.

Für die vorliegende Aufgabe (Indikator Schienenlärm als Teil des Umweltatlas Güterverkehr) ist dieser Pfad mutmasslich zu aufwendig. Deshalb wird ein vereinfachter Weg vorgeschlagen, indem die (oben erwähnte) Schallemission streckenweise unter Berücksichtigung von distanzabhängigen Abdämpfungsfaktoren in den Raum „umgelegt“ wird. So lassen sich die je Schallstufe belärmten Flächen (bzw. Personen) identifizieren und auch via GIS örtlich darstellen. Dieses Verfahren ist auch für Massnahmen an der Quelle (namentlich Rollmaterial, Menge, Einsatzkonzepte) einfach anwendbar.

Die dazu nötigen Grundlagen und Datensätze liegen für die Zeitpunkte 2000 und 2015 vor. Zu leisten ist im Rahmen dieses Projekts vorerst eine Anwendung des vereinfachten Verfahrens für den Z1-Zeitpunkte (2030). Das bedingt entsprechende Annahmen, namentlich zu Verkehrsmengen [Anzahl Züge] und Rollmaterialeinsatz. Daraus lässt sich zum einen der Handlungsbedarf ableiten, zum andern wird dieses Verfahren dann auch für Wirkungsabschätzungen vorgesehen.

D. Lärm Strassenverkehr

Das für den Schienenverkehr vorgesehene Verfahren soll auch für den Strassenverkehr zum Einsatz kommen. Da die SBB aber den Strassenverkehr noch nicht abgebildet hat, ist dies nachzuholen.

Ausgehend vom gleichen Verkehrsmengengerüst wie bei den Schadstoffen (Aktualisierung BAFU-Bericht Nr. 355, auf Basis des Netzes der nationalen Verkehrsmodelle) berechnen wir neu streckenweise die Schallemissionen mit Hilfe des Lärmmodells ROTRANOMO (Road Traffic Noise Modelling). Dieses Modell wurde im Rahmen eines EU-gesponsorten Projektes entwickelt und basierte seinerseits auf einem im Auftrag des UBA Berlin entwickelten Lärmmodell (TRANECAM). Dessen Ansatz ist eng verwandt mit jenem der Emissionsberechnung (HBEFA 3.1). Es erlaubt insbesondere auch eine differenzierte Abschätzung von Massnahmen am Fahrzeug (Antriebsgeräusche), der Fahrzeugflotte (Flottenmix) bzw. an der Infrastruktur (Reifen, Rollgeräusche). Es produziert Schallintensitäten je Streckenabschnitt, differenziert nach Fahrzeugkategorien bzw. Tag/Nacht.

Die Umlage der Schallemissionen in den Raum wird analog zum Schienenverkehr berechnet, unter Berücksichtigung verkehrsträgerspezifischer Eigenheiten. Dazu werden die gleichen Tools und Modelle der SBB bzw. räumlichen Datengrundlagen (Hektarraster) eingesetzt.

Der Teil „Lärm Strassenverkehr“ muss neu, aber unter Verwendung bestehender Module aufgearbeitet werden. Insbesondere werden die gleichen verkehrlichen Mengengerüste wie für die Schadstoff- und Energieberechnungen verwendet. Dadurch wird auch die nötige Konsistenz gewährleistet.

E. Energieverbrauch / Schadstoffe Schiene

Für die Berechnung des streckenspezifischen Energieverbrauchs der Schiene wird das gleiche verkehrliche Mengengerüst verwendet wie für die Lärmberechnungen. Für die Energieverbrauchsfaktoren wird auf Grundlagen der SBB zurückgegriffen, ggf. auf andere Modelltypen bzw. Datenquellen (z.B. EcoTransIT, DTU 2005).

Diese Berechnungen müssen neu, aber ebenfalls unter Verwendung bestehender Modelle und Daten aufgearbeitet werden.

Abgas-Schadstoff-Emissionen sind nicht relevant, da wir davon ausgehen, dass grundsätzlich an der elektrischen Traktion festgehalten wird, mithin also keine Emissionen entlang der Strecken anfallen. Ein Sonderfall sind jedoch die sog. Non-Exhaust-PM-Emissionen. Diese werden analog zum Energieverbrauch behandelt, wobei wir die Emissionsfaktoren aus der PM10-Immissionsmodellierung verwenden (BUWAL 2003). Dazu kommen Punktemissionen für Rangierbahnhöfe; hier stehen die Schadstoffe NOx und PM im Vordergrund, die lokal anfallen und mit berücksichtigt werden. Weitere Punktemissionen (am Ort der Stromproduktion) dürften demgegenüber vergleichsweise marginal sein, so dass sie besser ausgeklammert werden (ggf. als Mengen aufführen, aber nicht geografisch lokalisieren).

Sonderfall nationales Güterverkehrsmodell

Die oben skizzierten Modelle und verkehrlichen Mengengerüste basieren auf anderen Quellen als dem nationalen Güterverkehrsmodell (NGVM), dies primär, weil dieses auf „Tonnen“ fokussiert, während die Umweltbelastungen auf der Basis von „Fahrzeugen“ bzw. „Zügen“ berechnet werden.

Gleichwohl wird vorgesehen, das nationale Güterverkehrsmodell (NGVM) soweit zweckmässig für die Wirkungsabschätzung von einzelnen Massnahmen heranzuziehen. Dies namentlich dann, wenn Massnahmen sich auf Verkehrsmengen oder den Modalsplit, ggf. auch auf die Routenwahl, auswirken. Diese Veränderungen werden innerhalb des NGVM abgeschätzt, daraus werden relative Veränderungssätze abgeleitet und diese werden dann in die oben erwähnten Verkehrsmengengerüste übertragen.

Die Bearbeitung der Verkehrsmengengerüste auf Wunschlinienebene ist allein schon aus Konsistenzgründen zwingend mit den Teilprojekten des Forschungspakets abzustimmen, die ebenfalls mit diesem Datenmaterial arbeiten; dies wollen wir durch entsprechende Koordinationen sicherstellen.

Anzufügen bleibt, dass das NGVM derzeit lediglich einen IST-Zustand abbildet. Sollte bis zur Bearbeitung kein eigener NGVM-Prognosezustand vorliegen, sehen wir eine pragmatische Hochrechnung in Anlehnung an die offiziellen UVEK-Güterverkehrsperspektiven vor.

Die gesamten Ergebnisse der Quantifizierungen werden schliesslich kartografisch unter Verwendung einschlägiger GIS-Tools in einem „Umweltatlas Güterverkehr Schweiz“ aufbereitet.

2. Massnahmen-Evaluation und Ableitung von Handlungsempfehlungen

Aus der Bewertung der Darstellungen im Umweltatlas Güterverkehr Schweiz leiten wir in einem ersten Schritt Handlungsbedarf und -schwerpunkte ab, und zwar auf der Basis aus dem Vergleich von Belastungen und Zielwerten. Solche Zielwerte können aus (Gesamt)-Immissionsgrenzwerten oder aber politischen Zielwerten (CO2-Reduktionsziele) abgeleitet werden. Daraus lassen sich räumliche und/oder segmentspezifische Schwerpunkte ableiten, wo Massnahmen zur Wirkungsbeeinflussung anzusetzen sind.

Die Massnahmendiskussion gedenken wir von zwei Seiten her zu führen sein, nämlich
1. „welche Wirkung bringt eine (einzelne) Massnahme“ bzw.
2. „welches Massnahmenset bewirkt die nötige Gesamtwirkung“.

Auf der einen Seite sind also Einschätzungen abzugeben zu den Umweltnutzen einzelner Massnahmen, gleichzeitig aber auch zu den Kosten, zum Umsetzungsaufwand, der Praktikabilität etc. Zum andern wird zu erörtern sein, welches Massnahmenbündel in der Lage wäre, eine dem Handlungsbedarf entsprechende Entlastung zu erzielen.

Es wird eine Interaktion zwischen den zwei Ansätzen (Einzelmassnahme -> Einzelwirkung bzw. Massnahmenbündel -> Gesamtwirkung) brauchen, um letztlich zweckmässige Szenarien formulieren und Handlungsempfehlungen ableiten zu können. Weil der umweltseitige Handlungsbedarf in aller Regel nur integral und nicht sektorspezifisch ausweisbar ist, werden verschiedene Massnahmenbündel formuliert und evaluiert werden. Diese sollen unterschiedliche Eingriffstiefen und/oder Stossrichtungen aufzeigen (z.B. mehr oder weniger stark auf Effizienz/CO2-fokussiert, mehr oder weniger stark lärmorientiert; mehr Fahrzeugtechnologie-orientiert oder mehr auf Modalsplit/Verlagerung ausgerichtet). Die „Profile“ solcher Massnahmensets, deren Eingriffstiefen und deren (Umwelt-) Nutzen/Kosten-Verhältnisse sollen dann einander gegenübergestellt werden. Das bildet die Basis für die Formulierung sinnvoller Handlungsempfehlungen zur Bewältigung der zu erwartenden Umweltbelastungen des Güterverkehrs.

II. ARBEITSPROGRAMM

Unser Vorgehensvorschlag umfasst fünf Schritte (vgl. nachstehende Figur).

Graphik 2

Erster Schritt der Arbeiten ist eine Systemabgrenzung zur abschliessenden Definition des Untersuchungsgegenstandes sowie eine Zusammenstellung aller Datengrundlagen. Entsprechend unserer jetzigen Einschätzung stehen Strasse und Schiene im Vordergrund, mit den oben skizzierten Grundlagen sind Netze, Fahrzeugsegmente und Luft/Klimaindikatoren im Bereich Strassenverkehr festgelegt. Zu konkretisieren (durch das Projektteam) und zu beschliessen (gemeinsam mit der Begleitgruppe bzw. Steuerungsgruppe) sind

die Ansätze im Bereich Lärm Schiene und Strasse: Präzisierung der Modelle, Klärung der Kompatibilität,

Ansätze zur Berechnung des Energieverbrauchs Schiene,

Festlegen von relevanten Zeitpunkten: „heute“ und „künftig“ (2030), dies unter Berücksichtigung des Umstands, dass die derzeit vorliegenden Datensätze noch teilweise heterogen sind und deshalb auf gemeinsame Zeitpunkte hin abzugleichen sind,

Umgang mit einzelnen Detailkomponenten, z.B. Abgrenzung leichte / schwere Nutzfahrzeuge

Allfällige Verfeinerungen der Mengengerüste, z.B. Umweltwirkungen für kombinierte Transportketten,

Allfällige Differenzierungen nach Binnen-, Import-, Export- und Transitverkehr,

Allfällige Verfeinerungen um die Umweltbelastung einzelner Warengruppen zu identifizieren (z.B. Kategorisierung nach den NST-Kapiteln der Güterverkehrsstatistik), um den hinter diesen Warengruppen stehenden (verladenden resp. produzierenden) Branchen mit ihren jeweiligen Logistikkonzepten typische Umweltwirkungen zuzuweisen,

Konnex zwischen den vorliegenden verkehrlichen Mengengerüsten (in Form von Fahrzeugmengen) und dem nationalen Güterverkehrsmodell (in Tonnen). Zu klären ist die Praktikabilität des vorgeschlagenen Ansatzes, Veränderungsraten aus dem NGVM auf die bestehenden Mengengerüste zu übertragen,

die Netzdichte, auf welcher die Umweltwirkungen auszuweisen sind; wir schlagen vor, die von den nationalen Verkehrsmodellen des UVEK verwendeten Netzstufen zu berücksichtigen.

Im zweiten Schritt quantifizieren wir den Ausgangszustand, indem wir die heutigen Umweltwirkungen des Güterverkehrs auf den Netzen ermitteln – entsprechend den oben vorgeschlagenen Ansätzen. Zudem wird auch ein künftiger Referenzzustand ermittelt, der einem „business as usual“ entsprechen und alle beschlossenen Massnahmen enthalten soll. Die beiden Zustände werden in einem „Umweltatlas Güterverkehr Schweiz“ dargestellt. Mittels GIS-basierter kartografischer Darstellungen werden die umweltbezogenen Netzbelastungen visualisiert; wir schlagen hier sowohl eine verkehrsträgerspezifische Darstellung wie auch eine Überlagerung der verkehrsträgerspezifischen Belastungen als Gesamtschau vor. Darin gehen dann auch die Vorbelastungen aus dem Personenverkehr ein, die in gesonderten Karten den vom Güterverkehr verursachten Belastungen (Schiene und Strasse) gegenüber gestellt werden.

Der dritte Schritt gilt der Szenario- und Variantendiskussion. Sie dient der Identifikation des Handlungsbedarfs sowie der Zusammenstellung von Massnahmensets resp. -varianten als gedankliche Grundlage. Die Diskussion von Varianten macht erst dann Sinn, wenn die Umweltwirkungen im Ausgangs- bzw. Referenzzustand quantifiziert vorliegen. Erst so lässt sich die Grössenordnung des Handlungsbedarfs einschätzen. Orientierungsgrössen dafür können gesetzliche Vorgaben (Immissionsgrenzwerte) oder politische Ziele (z.B. CO2-Ziele) sein. Daraus lassen sich erste Schwerpunkte ableiten, wo und wie intensiv der Hebel zur Wirkungsbeeinflussung anzusetzen ist. Anzusprechen wird insbesondere auch sein, welchen Anteil der Güterverkehr an der Zielerreichung zu leisten hat. Dazu dient die Kenntnis seines Belastungsanteils. Diese Diskussion kann hier aber nicht abschliessend erfolgen, da dazu auch Angaben zu Kosten und weitern Implikationen vorliegen müssen – Informationen also, die erst in weiteren Arbeitsschritten ermittelt werden.

Zur Beeinflussung der Umweltwirkungen des Güterverkehrs sollen qualifizierte Massnahmen vorgeschlagen werden. Hierfür stellen wir zuerst einen Massnahmenkatalog zusammen. Dabei denken wir an ein Schema in etwa folgender Form:

Graphik 3

Ergänzend zu den hier aufgeführten Massnahmen kommen allenfalls weitere Vorschläge aus anderen laufenden Projekten des Forschungspakets, so etwa die Projekte D (Regulierung), E (Informationstechnologien) oder C (Netzentwicklung). Diese Projekte liefern allenfalls auch zugehörige (verkehrliche) Wirkungsabschätzungen.

Die Massnahmendiskussion wird von zwei Seiten her zu führen sein: Auf der einen Seite sind die Massnahmen „vorzuevaluieren“, d.h. es sind erste grobe Einschätzungen zu machen

zu den Umweltwirkungen (Emissionen/Immissionen/Energieverbrauch),

den Kosten (für die Betroffenen/Beteiligten),

zum Umsetzungsaufwand (planungsrechtlich, organisatorisch, finanziell),

zu den Implikationen auf den Rechtsrahmen (CH und EU),

zur Praktikabilität aufgrund von Erfahrungen aus der Praxis.

Zum andern wird zu erörtern sein, welche Kombinationen = Sets von Massnahmen letztlich auszuwählen sind, deren gemeinsame Umsetzung – unter der Annahme entsprechender Rahmenbedingungen – wahrscheinlich erscheint. Denn das Durchrechnen einzelner resp. aller Massnahmen auf separate Art und Weise könnte uferlos und für eine strategische Diskussion von Massnahmen nicht zielführend sein. Ergebnis dieser Diskussion sollte letztlich ein Set von Massnahmen sein, welche zu Stossrichtungen (oder Szenarien) gebündelt und in einem Folgeschritt vertieft analysiert werden.

Ergänzend schlagen wir Abklärungen mit wichtigen Stakeholdern vor, dies in Form von Interviews mit Akteuren im Güterverkehr (verladende und konsumierende Wirtschaft, Spediteure, Transportunternehmen) resp. handelnden Personen in, den Güterverkehr tangierenden Bereichen (Fahrzeugindustrie Strasse/Schiene, Behörden/Planer etc). Mit ausgewählten Vertretern dieser Gruppen wollen wir vertiefende Fachgespräche führen, um die mit einer Umsetzung solcher Massnahmen verbundenen Wirkungskonflikte besser abschätzen zu können.

Im vierten Schritt nehmen wir die Wirkungsanalyse der zuvor definierten Massnahmenvariationen vor. Dazu gehören – analog zum zweiten Schritt – die Quantifizierung der Massnahmenwirkungen für den Analysezeitpunkt und die entsprechende Darstellung im „Umweltatlas Güterverkehr Schweiz“,

Die Datengrundlagen werden von uns auf den gedanklichen Szenario-Rahmen angepasst resp. hochgerechnet. Dazu gehören sämtliche Aspekte der verkehrlichen Mengengerüste – also alle Massnahmenimplikationen auf Modalsplit, Fahrzeugsegmentierung und Routenwahl; zum jetzigen Zeitpunkt und vor einer abschliessenden Massnahmendiskussion gehen wir davon aus, dass es keine (signifikanten) Implikationen auf die Gesamttransportnachfrage an sich geben wird. Variationen der Flottenzusammensetzungen jedoch gehören zu den wichtigen Stellschrauben, sofern diese durch Massnahmen beeinflusst werden. Dadurch stellt sich allein durch veränderte Segmentierungen bei Verkehrsträgerwahl und Fahrzeugklassen ein „Kohorteneffekt“ ein und verändert die (gewichteten) Emissionsfaktoren; die Grundannahmen zu den Emissionsfaktoren werden ansonsten aus den einschlägigen Grundlagen (namentlich HBEFA) entnommen.

Mit dem fünften Schritt sollen letztendlich Handlungsempfehlungen resultieren. Wir wollen die Forschungsresultate (welcher Aufwand ist für welche Wirkung mit welchen Implikationen zu betreiben) nicht unkommentiert stehen lassen, sondern für die Praxis Empfehlungen anfügen, welche der bewerteten Massnahmensets angesichts der Kosten resp. des Aufwands die höchsten Nutzen versprechen. Diesen Massnahmenvariationen stellen wir Empfehlungen zur Umsetzung zur Seite.

Darüber hinaus kommentieren wir die Resultate der Wirkungsanalyse aller Massnahmenvariationen und bewerten die damit verbundenen Massnahmen, dies vor dem Hintergrund des Handlungsbedarfs. In diese Bewertung fliessen neben dem Zielbeitrag auch Hinweise auf den mit einer Umsetzung verbundenen Aufwand resp. Implikationen rechtlicher oder organisatorischer Art ein.

Bestandteil des letzten Schritts ist auch die Formulierung des entsprechenden Kapitels im Synthesebericht sowie eine Ableitung von weiterem Forschungsbedarf, sei es hinsichtlich der vertieften Quantifizierung von Umweltwirkungen oder der mit der Umsetzung von Massnahmen verbundenen Schritte
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Special tools and infrastructure
(German)
Keine.
Overview of research activities
(German)
Der Stand der Forschung ist umfassend im Initialprojekt Forschungspaket Güterverkehr (IVT, IRE, LOG-HSG, 2008) dargelegt. Im weiteren finden sich spezifische Hinweise auf umweltbezogene Grundlagen unter „Projektbeschreibung“ (Abschnitt „Verständnis der Aufgabe“). Die Grundidee des Projektes besteht grundsätzlich darin, die umfangreichen bestehenden Grundlagen zur Umweltbelastung so umfassend als möglich zu nutzen und weiterzuentwickeln. Schliesslich finden sich weitere Angaben unter „Literatur“.
Project aims
(German)

Ziel des Projektes ist eine Analyse der umweltseitigen Auswirkungen des Güterverkehrs (Schiene und Strasse), welche es erlaubt, für relevante Netzteile die spezifischen Belastungen in Abhängigkeit der Verkehrsmittel, resp. der verwendeten Fahrzeuge zu ermitteln („Umweltlandkarte Güterverkehr Schweiz“).

Bestehende und weitere mögliche Instrumente zur Eindämmung der Umweltbelastungen und des Treibstoff- beziehungsweise Energieverbrauches durch den Güterverkehr (einschliesslich technologische Innovationen und Entwicklungen von Standards auf europäischer Ebene) werden analysiert und bezüglich Wirksamkeit beurteilt. Ziel ist es, die Instrumente mit der grössten Kosteneffizienz zu identifizieren. Bestandteil der Beurteilung ist auch deren Akzeptanz.
Project aims
(English)

The aim of the project is to analyse the environmental impact of freight transport (road and rail). This analysis shall specify for relevant sections of the transport network the environmental loads as a function of the traffic modes respectively the vehicle types. The environmental loads will be presented as “environmental maps”.

In addition, presently applied measures and additional measures with the potential to reduce the environmental loads and energy consumption by the freight transport (including technological innovations and developments of standards at European level) will be analysed and their effectiveness will be assessed. The instruments with the best cost effectiveness will be identified. Acceptance will be a particular criterion of the assessment.
Research agenda
(German)

Termine und Zeitplan

Das Projekt beginnt voraussichtlich im Sommer 2010 und ist im Sommer 2012 abzuschliessen; diesem Zeitplan ist unser Vorhabensvorschlag angepasst. Die nachstehende Figur zeigt den Fahrplan nach Arbeitsschritten einschliesslich der geplanten Sitzungen mit der Begleitkommission sowie der Berichterstattung. Am Ende von Phase I werden die Ergebnisse zum Ausgangszustand besprochen, da sie wichtige Grundlagen für die weitere Bearbeitung darstellen; dazu gehören die Abgrenzung der Grundlagen sowie die Resultate der Quantifizierung des Ausgangszustandes (IST und Referenz). Im Anschluss erfolgt eine steuernde Diskussion der Szenarien und der damit verknüpften Massnahmenvariationen, ehe dann deren Wirksamkeiten quantifiziert und mit Handlungsempfehlungen berichtet werden. Am End der Phase II liegen alle Resultate vor und werden auf Basis des Entwurfs zum Schlussbericht diskutiert.

Graphik 1

Die relevanten Meilensteine sind

- Monat 5: Grundlagenevaluation

- Monat 9: Ausgangszustand

- Monat 12: Szenario-Definitionen

- Monat 21: Wirkungsanalyse, Entwurf Handlungsempfehlungen

Monat 24: Synthesebericht
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Transfer and application
(German)

Vorgesehene Umsetzungsaktivitäten:

- Weil die vorgeschlagenen Arbeiten auf offiziell bereits genutzten Grundlagen (von BAFU, BAV, ARE, SBB) aufsetzen und diese weiterentwickeln, wird mit dem Umweltatlas ein Monitoring- und Evaluationsinstrument geschaffen, das diesen Stellen unmittelbar nützlich sein wird.

- Mit dem Einbezug der Begleitkommission und den Experten sind wichtige Stakeholder und Träger des Umsetzungsprozesses bereits direkt involviert. In Abstimmung mit den allgemeinen Umset-zungsaktivitäten des Forschungsprogramms werden die Ergebnisse an einem Schlussanlass einem erweiterten Kreis vorgestellt.

- Die Forschungsstelle wird im Rahmen von geeigneten Aktivitäten (Zeitungsartikel, Auftritte an Anlässen im In- und Ausland) mithelfen, die Ergebnisse der Forschungsarbeit einem weiteren Kreis von Interessierten näher zu bringen.

Berichtsnummer
(German)
1438_1 = Teil 1
1438_2 = Teil 2
Berichtsnummer
(English)
1438_1 = Teil 1
1438_2 = Teil 2
Literature
(German)

ALPIFRET 2008: OBSERVATOIRE DES TRAFICS MARCHANDISES TRANSALPINS, Jahresbericht 2008, Egis/Rosinak/Infras, Dez. 2008

BUWAL 2003: Modelling of PM10 and PM2.5 ambient concentrations in Switzer-land 2000 and 2010. Environmental Documentation No.169. INFRAS/ METEOTEST, Zürich, Bern.

BUWAL 2004a: Luftschadstoffemissionen des Strassenverkehrs 1980-2030, Schriftenreihe Umwelt Nr. 355, INFRAS, im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), Bern 2004

BUWAL 2004b: Modelling of NO2 and benzene ambient concentrations in Switzer-land 2000 to 2020. Environmental Documentation No.168. INFRAS/METEO-TEST, Zürich, Bern.

DTU 2005: Simulation of Energy Consumption and Emissions from Rail Traffic, ARTEMIS (Assessment and reliability of transport emission models and inventory systems), WP 700, Technical University of Denmark, Report No: MEK - ET – 2005 – 05,2005

EcoTransIT: www.ecotransit.org

INFRAS et.al. 2004/2009: Handbuch Emissionsfaktoren des Strassenverkehrs, Version 2.1 (CD-ROM und Grundlagenbericht); im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft Bern, des Um-weltbundesamtes Berlin, des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasser-wirtschaft, des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie und des Umweltbundes-amts Österreich, Bern/Berlin/Wien, Feb. 2004; gegenwärtig ist Aktualisierung in Vorbereitung (siehe www.hbefa.net)

Monitraf 2008: Aktivitäten und Ergebnisse 2008, Synthese Bericht, MONITRAF Partner in Zusammenarbeit mit INFRAS (www.imonitraf.org)

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