Um den Empfehlungen internationaler Gremien nachzukommen, mussten die schweizerischen Gesundheitsbehörden gegen eine mögliche Ausbreitung einer schwerwiegenden Krankheit, die durch das H1N1-Virus („Schweinegrippe”) hervorgerufen wird, eine Reihe von Massnahmen ergreifen. Das GS-EDI beauftragte ein internationales Expertengremium, in Zusammenarbeit mit Ernst & Young, eine Evaluation der Vorbereitung und der Umsetzung der schweizerischen Impfstrategie durchzuführen. Die Hauptziele dieser Evaluation bestanden in der Beurteilung der Impfplanung, des Kaufs, der Zulassung, der Auslieferung, der Feinverteilung, der Anwendung und der Weiterverwendung/Entsorgung des Impfstoffs. Dabei mussten insbesondere die gesetzlichen Rahmenbedingungen, namentlich das sich derzeit in Revision befindende Epidemiengesetz, berücksichtigt werden. Von den Evaluatoren wurde ein Beitrag zur Gesetzesrevision in der Form von Empfehlungen auf Basis ihrer Befunde erwartet. Als erstes konnte festgestellt werden, dass die kantonalen Pandemiepläne nicht standardisiert und harmonisiert waren. Die Evaluatoren schlagen vor, dass in der präpandemischen Phase die Planung, der Vertrieb und der Transport von Impfstoff gegen eine pandemische Influenza regelmässig geübt werden und die Bundeskompetenz in all diesen Bereichen gestärkt wird. Das BAG sollte die Kontrolle über einen standardisierten Vertriebsprozess vom Zentrallager zu den Kantonen haben. Bei der zukünftigen Beschaffung von Impfstoff empfehlen wir, die Möglichkeiten eines vereinfachten regulatorischen Vorgehens in grösserem Masse zu berücksichtigen. Um eine Verwirrung der Öffentlichkeit zu vermeiden, sollte zudem eine Kommunikationsstrategie definiert und in den allgemeinen Pandemieplan integriert werden; weiter sollte für die Übernahme der Führungsfunktion in allen Kommunikationsbelangen und deren Koordinierung mit den Stakeholdern ein Leiter Kommunikation (Head of Communication) ernannt werden. Trotz einiger Schwierigkeiten haben die Schweizer Behörden die Situation gut gemeistert, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass die Nachbarländer über ähnliche Schwierigkeiten in einer solchen Situation der Unsicherheit berichteten.