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Forschungsstelle
BLV
Projektnummer
1.11.07
Projekttitel
VISION: TOLLWUTFREIE STÄDTE IN DER SAHELZONE: Tollwut Elimination in N’Djamena, Chad
Projekttitel Englisch
The vision of rabies free sub-sahelian cities, elimination of rabies in N'Djaména, Chad

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Projektziele
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Hunde-Tollwut, Bekämpfungsstrategie, Impfmodell, genetische Analyse der Virusstämme, Hundepopulation, Tschad
Schlüsselwörter
(Englisch)
Canine rabies, elimination strategy, vaccination, viral genetic analysis, dog population, Chad
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Seit dem Jahr 2000 setzt sich das Schweizerische Tropen und Public Health Institut (Swiss TPH) in Basel auf Initiative und in enger Zusammenarbeit mit den tschadischen Behörden für die Bekämpfung und Ausrottung der Tollwut in N’Djamena ein. Wie in vielen weiteren afrikanischen und asiatischen Ländern ist die Tollwut im Tschad noch immer endemisch vorhanden. Nach Schätzungen der WHO sterben weltweit jährlich mehr als 55’000 Menschen an dieser Krankheit, wobei die Befürchtung besteht, dass diese Zahl aufgrund einer hohen Dunkelziffer noch weit höher liegen mag. Das hauptsächliche Reservoir des Virus stellt die in vielen Entwicklungsländern zum Teil unbeaufsichtigte Haushundepopulation dar, welche die grösste Gefahr für die Übertragung auf den Menschen ist. Zur Bekämpfung der Erkrankung sieht das tschadische Gesetz immer noch die Tötung der streunenden Hunde vor, was jedoch nicht anwendbar ist und bisher keinen Erfolg brachte. Massnahmen gegen die Infektion beim Menschen beschränken sich auf die Verabreichung einer post-expositionellen Prophylaxe (PEP) an von Hunden gebissene Personen. Diese Impfstoffe sind jedoch für viele Personen nicht zugänglich und/oder kaum zu bezahlen. Für eine langfristig wirksame Bekämpfung oder gar Ausrottung der Tollwut ist es nötig, die Übertragung der Tollwut zwischen Haushunden zu unterbrechen. Das hochgesteckte, aber durchaus erreichbare Ziel dieses Projektes ist es, die Tollwut aus dem Stadtgebiet von N’Djamena zu verdrängen und damit ein Modell-Beispiel zu setzen für die Bekämpfung der Tollwut in weiteren Städten der Sahelzone. Ein erster Schritt dazu wurde gemacht durch die Einführung der Immunofluoreszenz Diagnostik am Laboratoire de Recherches Véterinaires et Zootechnique de Farcha (LRVZ). Damit konnte die Inzidenz der Hundetollwut in N’Djamena evaluiert werden. Eine Pilotimpfkampagne hat zudem gezeigt, dass ein erreichen von 70% der Hundepopulation N’Djamenas durchaus möglich ist, da nur wenige Hunde tatsächlich besitzerlos sind. Jedoch hat eine weitere Impfkampagne gezeigt, dass eine hohe Impfbeteiligung nur erreicht werden kann, wenn die Impfdosen gratis abgegeben werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde eine Kosteneffizienzstudie erstellt. Ein Hund-Mensch Übertragungsmodell sagt voraus, dass in N’Djamena ab einem Zeitraum von sechs Jahren, die Impfung von Hunden kostengünstiger ist als alleinige PEP Behandlung von tollwut-exponierter Personen. Dieses Modell kann nun in einer breit angelegten Impfkampagne angewendet und validiert werden. Gleichzeitig soll das Modell, laufend verbessert werden. Noch unbekannt, und daher nicht in das Modell eingeflossen, ist das Risiko einer Wiedereinführung des Virus in die Stadt durch latent infizierte einwandernde oder importierte Hunde. Diesen Faktor zu ermitteln, soll nun Gegenstand weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen sein. Es werden dazu verschiedene Herangehensweisen genutzt.

- Ausdehnung der Tollwut Inzidenzstudie auf Aussenquartiere und umgebende ländliche Gebiete.

- Evaluation der genetischen Differenzen zwischen Virus Isolaten in naher Umgebung von N’Djaména und in der Stadt.

- Schätzung der Hunde Dichte am Übergang zwischen Stadt und Land.

Kurzbeschreibung
(Englisch)
Since the year 2000, on initiative and in close collaboration with the Chadian authorities, the Swiss Tropical and Public Health Institute (Swiss TPH) has been engaged in the surveillance and control of rabies from N’Djamena, the capital city of Chad. In Chad, as well as in many other African and Asian countries, rabies continues to be endemic. According to WHO estimates, worldwide at least 55’000 people die every year of this fatal disease and there is reason to believe that the number of unreported cases is considerably higher. As in many developing countries large numbers of partially ownerless domestic dogs often represent the main reservoir of the disease and the highest infection risk for people.
The currently existing legal provision in Chad dates from 1961 and prescribes the killing of stray dogs, which however is not very applied and has so far not led to any success. Actions against the infection in humans are limited to providing bitten persons with Post Exposure Treatment (PET). But the necessary vaccines are mostly not available and/or not affordable. For long-term rabies control or even elimination, the spread of the disease among domestic dogs has to be interrupted. The high but achievable objective of this project is to drive rabies out of the city area of N’Djamena and in doing so provide a model for the control of rabies in other Sahelian cities. A first step to that end was made through the introduction of immunofluorescent diagnostic methods at the Laboratoire de Recherches Vétérinaire et Zootechnique de Farcha (LRVZ). With the help of this tool the incidence of canine rabies in N’Djamena was evaluated. Additionally, a pilot vaccination campaign was able to show that it would actually be possible to reach 70% of the dog population in the city, seeing as only few dogs are truly ownerless. However, a second vaccination campaign showed that a high participation can only be reached if vaccinations are provided free of charge. In the basis of these findings a study on cost effectiveness was conducted. A dog-human transmission model predicts, that in the case of N’Djamena, measured over a period of six years the expenses for PET of exposed persons will exceed the costs for vaccination of domestic dogs. Now this model is ready to be applied and validated in a broad vaccination campaign. At the same time the model, which still shows a few weak points, is to be continuously improved. Currently unknown and therefore not included in the model is the risk of reintroduction of the virus into the city through latent infected immigrating or imported dogs. To assess this factor will now be subject of further scientific investigation. Several different studies shall deliver results for this.
- Extension of the rabies incidence study to suburbs and rural areas around N’Djamena.
- Evaluation of genetic differences between virus isolates in the vicinity of the town.
- Estimation of dog density in the transition area between town and countryside.
Projektziele
(Deutsch)

Folgende Resultate werden erwartet:

1) Kenntnisse der genetischen Distanz zwischen Tollwutviren auf dem Land und aus der Stadt respektive zwischen dem Stadtzentrum und Aussenquartieren ermöglicht eine Schätzung des Risikos der Einschleppung durch latente Hunde (Roh, Figur 2) in das Stadtgebiet.

2) Eine Schätzung der Hundedichte im Stadtzentrum und den umliegenden Gebieten und damit verbunden eine aktualisierte Schätzung der gesamten Hundezahl.

3) Inzidenzschätzung der Hundetollwut im Grenzgebiet zwischen Stadt und ländlichen Gebieten.

Publikationen / Ergebnisse
(Englisch)

 

Publications, posters and presentations

Léchenne et al. (2014) Applied systems thinking for rabies control: Experiences from the rabies control program in N’Djaména, Chad. Presentation at the Ecohealth conference in Montréal August 2014.

Léchenne et al. (2014) Of a success story and the challenges beyond: Rabies control through mass vaccination of dogs in N’Djamena, Chad. Presentation at the PARATROP meeting in Zürich July 2014.

Zugehörige Dokumente
URL-Adressen
(Deutsch)