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Forschungsstelle
EBG
Projektnummer
303-09-01
Projekttitel
Gewalt in Paarbeziehungen. Ursachen und in der Schweiz getroffene Massnahmen

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Abstract
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Umsetzung und Anwendungen
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Gewalt Paar Massnahmen Schweiz Ursachen
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Der vorliegende Bericht präsentiert die Ergebnisse einer Untersuchung zum aktuellen Forschungs- und Wissensstand von Gewalt in Paarbeziehungen und den in der Schweiz dagegen getroffenen Massnahmen.

Die Untersuchung wurde im Auftrag der Fachstelle gegen Gewalt des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG durchgeführt. Der Auftrag geht zurück auf die Annahme eines Teils des Postulats von Nationalrätin Doris Stump (05.3694), wonach der Bundesrat einen Bericht zu den Ursachen von Gewalt im sozialen Nahraum präsentieren solle. Das EBG wurde mit der Erarbeitung dieses Berichts beauftragt. Die vorliegende Studie bietet die wissenschaftliche Basis dafür.

Die gesamte Studie ist durch die  folgende Verlinkung erhältlich:

http://www.ebg.admin.ch/dokumentation/00012/00196/index.html?lang=de

Projektziele
(Deutsch)

Gewalt in Paarbeziehungen.
Ursachen und in der Schweiz getroffene Massnahme

Gewalt in Paarbeziehungen ist in der Schweiz keine Seltenheit. Neben grossem menschlichem Leid verursacht diese Form sozialer Gewalt hohe Folgekosten für die Allgemeinheit. Die Dramen, die sich in den eigenen vier Wänden abspielen, gehen uns alle an. Diese Haltung hat sich 2004 in der Schweiz auch im Gesetz niedergeschlagen: Gewalt in Ehe und Partnerschaft ist keine Privatangelegenheit mehr, es ist eine Straftat, die vom Staat verfolgt wird.

Abstract
(Deutsch)

Die Analyse zeigt, dass es bei Gewalt in Paarbeziehungen keine einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge gibt. Vielmehr ist Partnerschaftsgewalt durch ein sich gegenseitig beeinflussendes Netz von Ursachen und Risikofaktoren auf verschiedenen Ebenen bedingt.

Auch Massnahmen gegen Partnerschaftsgewalt müssen auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig einsetzen. In der Schweiz besteht eine Vielfalt von Massnahmen auf nationaler und kantonaler Ebene. Eine Betrachtung der Massnahmen zeigt, dass der Sekundär- und Tertiärprävention grösseres Gewicht zukommt als der Primärprävention. Eine weitere Lücke ist im Bereich der Früherkennung und Frühintervention zu erkennen. Generell besteht das Problem, dass bestimmte Zielgruppen schwierig zu erreichen sind bzw. durch die bestehenden Massnahmen nur ungenügend erreicht werden (bspw. Migrant/innen oder mitbetroffene Kinder).

Die Untersuchung verweist in verschiedenen Bereichen auf weitere Optimierungsmöglichkeiten und Handlungsbedarf.

Bei den gesetzlichen Grundlagen steht vor allem der konsequente Vollzug und die genauere Analyse und Diskussion von kontrovers diskutierten Aspekten (Verfahrenseinstellung, prozessuale Hürden, Härtefallregelung) im Vordergrund. Die Einrichtung und Verankerung von Koordinations- und Kooperationsstrukturen ist in allen Kantonen anzustreben. In den Kantonen und in der interkantonalen (insbesondere auch über die Sprachgrenzen hinaus) und nationalen Zusammenarbeit müssen Synergien genutzt werden, um grösstmögliche Wirksamkeit zu erreichen. Bezogen auf die Unterstützung und den Schutz von Opfern sind Lösungen im Zusammenhang mit längerfristigen Angeboten sowie die Unterstützung von Migrant/innen und mitbetroffenen Kindern zu suchen. Für potenziell gewalttätige und gewalttätige Personen müssen in allen Kantonen adäquate Massnahmen bereitgestellt und die Nutzung bestehender Angebote gefördert werden. Um die Wirksamkeit der Prävention zu verbessern, sollten gleichzeitig niederschwellige Angebote im freiwilligen Bereich und obligatorische Programme gefördert werden. Notwendig ist, Gewalt ausübende Personen, die sprachlich schlecht integriert sind, besser zu erreichen. Im Bereich der Aus- und Weiterbildung ist zu empfehlen, das Thema möglichst breit in die relevanten Ausbildungs- und Studiengänge zu integrieren. Bezogen auf Früherkennung und Frühintervention bestehen im Gesundheitsbereich ungenutzte Möglichkeiten. Hier müssen die Akteur/innen des Gesundheitswesens auf kantonaler und Bundesebene verstärkt Verantwortung wahrnehmen. Sensibilisierung für das Thema häusliche Gewalt ist ein Prozess und bedingt periodische Bemühungen. Die breite Öffentlichkeit kann am besten durch ein koordiniertes Engagement erreicht werden. Eine umfassende Primärprävention an Schulen sowie Massnahmen für die gezielte Ansprache von Migrant/innen sind weitere Handlungsfelder, in welche investiert werden sollte.

Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)

Forschungsbedarf besteht insbesondere im Bereich der Ursachenforschung (Resilienzforschung, Erforschung der Bedingungen gewaltlosen Handelns, geschlechtsspezifische Aspekte von Gewalt, qualitative Erforschung von Bedingungs-und Entstehungszusammenhängen).

Nötig wären eine Prävalenzstudie, welche Gewalt in Paarbeziehungen umfassender untersucht, intensivierte Bemühungen zur Vereinheitlichung der Hellfeldstatistik und eine Studie zu den Folgekosten von Gewalt in Paarbeziehungen. Verstärkt genutzt werden könnte das Instrument der Evaluation, um die Umsetzung der kantonalen Gewaltschutzbestimmungen zu optimieren.

Vielversprechend sind auch vergleichende Studien, da sie der Etablierung von Massnahmen und der Erarbeitung von Good Practice dienen.