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Forschungsstelle
BFE
Projektnummer
103284
Projekttitel
Wettbewerbsfaktor Energie in der Schweiz

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Schlussbericht
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
TP0087;F-Energiewirtsch. Grundlagen
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Studie: Wettbewerbsfaktor Energie in der Schweiz
Schlussbericht
(Deutsch)
Rund 40% der Umsätze in der Schweiz wurden im Jahr 2008 in Branchen erwirtschaftet, in denen der effiziente Einsatz von Energie eine besondere Rolle spielt. Die Umsetzung von Energieeffizienz-Massnahmen in der Schweiz ist ein wesentliches Element der Energie- und Klimapolitik und ist für die Schweiz von gesamtwirtschaftlicher Bedeutung. Der Ersatz von fossilen Energieträgern und der effizientere Einsatz von Energie lässt aber auch neue global wachsende Märkte entstehen und bietet neue Wachstumschancen für Schweizer Firmen. In diesem Bericht wird einerseits die Auswirkung der Klima- und Energiemassnahmen in der Schweiz und anderseits die volkswirtschaftliche Bedeutung von Schweizer Unternehmen in neuen Wachstumsmärkten untersucht.

Die Schweiz hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 eine Treibhausgas-Reduktion von mindestens 20% vs. 1990 zu erreichen sowie erneuerbare Energien zur Stromproduktion zu fördern. In dem gewählten Szenario für 2020 werden bei einem Ölpreis von 50 USD pro Barrel ökonomisch umsetzbare Massnahmen betrachtet, unter Berücksichtigung der heute bekannten Klimamassnahmen (z.B. Gebäudeprogramme der öffentlichen Hand, CO2-Abgaben auf Brennstoffe) und Förderung der erneuerbaren Energien (z.B. Einspeisevergütungen).

Die in diesem Bericht genauer untersuchten technisch und ökonomisch realisierbaren Massnahmen im Gebäude- und Transportbereich sowie die heute bekannte Förderung der erneuerbaren Energien liefern bis 2020 einen Reduktionsbeitrag von ca. 7,4 Mt CO2. Zusammen mit den Reduktionsanstrengungen der Industrie und Landwirtschaft entspricht dies einer Reduktion von ca. 18% vs. den Emissionen in 1990. Weitere Reduktionen könnten durch eine Einschränkung des Verbrauchs oder Verhaltensänderungen erreicht werden. Diese werden hier aber nicht weiter betrachtet.

Die Umsetzung der Massnahmen im gewählten Szenario benötigt Zusatzinvestitionen von insgesamt 2,6 Mrd. CHF im Jahr 2020, davon 1,5 Mrd. CHF im Gebäudebereich, 0,5 Mrd. CHF für erneuerbare Energien und 0,6 Mrd. CHF für emissionsarme Transportmittel. Der grösste Teil dieser Investitionen (knapp 1,9 Mrd. CHF) wird in die Schweizer Wirtschaft investiert, der Rest (0,7 Mrd. CHF) fliesst ins Ausland. Diese Investitionen lösen in der Schweiz eine Wertschöpfung von ca. 2,7 Mrd. CHF pro Jahr aus. Gleichzeitig werden damit im Inland ca. 25’000 zusätzliche direkte Arbeitsplätze geschaffen, wovon alleine ca. 17’000 durch Investitionen in der Bauwirtschaft. Die Einsparungen (z.B. an fossilen Brenn- und Treibstoffen) werden aber auch Umsatz- und Arbeitsplatzverluste verursachen (z.B. in der Mineralölverarbeitung) sowie Steuerausfälle in Milliardenhöhe zur Folge haben (z.B. durch Wegfall von Mineralölsteuern im Umfang von rund 600 Mio. CHF pro Jahr).

Die energetische Sanierung von Gebäuden und die Förderung erneuerbarer Energien benötigen eine langfristige Finanzierung, welche zu einem grossen Teil von der öffentlichen Hand erbracht wird. Die dazu benötigten Finanzmittel stehen somit für mögliche andere (produktivere) Massnahmen nicht mehr zur Verfügung. Insgesamt entstehen in der arbeitsintensiven Bauwirtschaft aber mehr Arbeitsplätze, als in anderen Bereichen durch Umsatzverluste verloren gehen würden, netto wird 2020 gesamtschweizerisch ein Überschuss von ca.11’000 Arbeitsplätzen kreiert. Dieser Nettoüberschuss steigt bis 2030 weiter an (auf ca. 20’000 Arbeitsplätze), da durch die zunehmenden Einsparungen (vor allem Brenn- und Treibstoffe) mehr Geld für den Konsum verbleibt und sich der Finanzierungsbedarf reduziert.

Für Schweizer Unternehmen bieten die weltweiten Bestrebungen nach effizienterem Einsatz bzw. Ersatz von fossilen Brennstoffen auch grosse Wachstumschancen. Im Bereich der erneuerbaren Energien (z.B. Wind, Solar, Wasser, Biomasse) werden im Jahr 2020 weltweit Investitionen im Umfang von ca. 540 Mrd. CHF getätigt. Schweizer Unternehmen sind hier gut vertreten, meist als Zulieferer von Komponenten. In den Wirtschaftsbereichen, wo eine radikal verbesserte Energieproduktivität benötigt wird (Transport und Verkehr, Gebäudetechnik, Maschinenund Anlagenbau), werden im Jahr 2020 globale Umsätze von ca. 1’000 Mrd. CHF entstehen. Schweizer Unternehmen könnten in diesen Märkten ihren Umsatz von heute ca.10 Mrd. CHF auf ca. 30 Mrd. CHF im Jahr 2020 steigern. Damit verbunden würden ca. 48’000 Arbeitsplätze weltweit und ca. 16’000 Arbeitsplätze in der Schweiz entstehen. In vielen neuen Wirtschaftszweigen (z.B. Batterie- und Antriebstechnik, Heiztechnik) sind Schweizer Firmen jedoch nicht signifikant vertreten.

Die Schweiz hat die Chance, mit ihrem innovativen Forschungsstandort solche Wachstumsmöglichkeiten von Unternehmen langfristig zu unterstützen. Die Forschungsausgaben durch die öffentliche Hand sind allerdings im Vergleich zur Förderung der erneuerbaren Energieproduktion und der Reduktion der CO2-Emissionen bisher eher bescheiden.
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