ServicenavigationHauptnavigationTrailKarteikarten


Forschungsstelle
BAFU
Projektnummer
8T20/10.0035.PJ
Projekttitel
Wirkungskontrolle für Amphibienleitsysteme

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
Anzeigen
-
-
-
Kurzbeschreibung
Anzeigen
-
-
-
Projektziele
Anzeigen
-
-
-
Umsetzung und Anwendungen
Anzeigen
-
-
-

Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)

Amphibien

Amphibienleisystem

Amphibienschutz

Amphibiendurchlasse

Wanderung

Überwinterungsgebiete

Laichgebiete

Tunnels

Strasse

Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Die Bestände der meisten Amphibienarten in der Schweiz sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Ihre Gefährdung hat sich in den letzen Jahrzehnten dadurch stark erhört. Die weitreichende Entwässerung der landwirtschaftlichen Nutzflächen zur Produktions­steigerung bewirkte die Trockenlegung unzähliger ehemaliger Feuchtgebiete und somit die Reduktion der Amphibien­lebensräume, auf oft nur noch punktuelle Weiher oder Tümpel, mit eng begrenztem naturnahen Umfeld. Die noch verbliebenen Restgebiete, in besonders Laichgewässer und Sommerlebensraum, sind vielfach als Fragmente in der Landschaft verteilt und durch Strassen voneinander getrennt.

Mit der Installation von Amphibien-Leitsystemen wird versucht die Wanderung von den Über­winterungs­gebieten zu den Laichplätzen sowie den Austausch von Teilpopulationen miteinander zu ermöglichen. In der Schweiz gibt es einige unterschiedliche Leitsysteme und Amphibien-Tunnels, deren Erfolg bezüglich Akzeptanz verschiedener Amphibienarten nie systematisch evaluiert wurde. Anekdotisch ist bekannt, dass einige Anlagen mangels Unterhalt nicht funktionieren.
Werden nach Installation eines Amphibiendurchlasses an einer Zugstelle im Frühling weniger bis keine überfahrenen Amphibien auf der Strasse gesichtet, gilt der Durchlass als erfolgreich. Jedoch wurde Erfolgskontrollen - wenn überhaupt - nur in den ersten Jahren unmittelbar nach der Erstellung durchgeführt. Wenige Daten liegen vor bezüglich Jungtieren oder Molchen. Ebenfalls fehlen Kontrollen, wie sich das System längerfristig bewährt d.h. ob der Durchlass tatsächlich erfolgreich als Biotopverbund dient und von Adulten als auch von dispergierenden Jungtieren unterschiedlicher Arten über Jahre hinweg akzeptiert und benutzt wird.

Im Rahmen einer Projektkooperation KARCH-ZHAW sollen wichtige Kenntnislücken in diesem Bereich geschlossen werden.
Projektziele
(Deutsch)
Projektziel
Das Ziel dieses Projekts ist in einem übergeordneten Sinne, den Amphibienschutz in der Schweiz zu verbessern durch die Sicherung von Wander- und Ausbreitungswegen von Amphibien. Dies wird erreicht, indem der aktuelle Zustand und die Funktionalität von mindestens 10 Jahre alten technisch sanierten Zugstellen untersucht wird.

Weitere Ziele:
Entwicklung von Grundlagen zur Funktionalität von Amphibienleitsystemen:
· Untersuchung zu den Wirkungen unterschiedlicher Leitsysteme und Materialisierungen
· Untersuchungen zum Zustand der Leitsystemen
· Untersuchung wie und ob regelmässige Unterhaltsarbeiten an Leitsystemen in der Praxis durchgeführt werden.
· Untersuchungen zu unterschiedlichen topographischen und anderen lagespezifischen Faktoren mit deren Wirkungen auf die Amphibienwanderung/-ausbreitung.
· Funktionalität von Leitsystemen für adulte und insbesondere juvenile Amphibien.
· Vergleich der Populationsgrössen vor und nach Bau von Amphibientunneln.
Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
Mit diesem Projekt wurden 11 Zugstellen evaluiert werden. Die Untersuchungen konnten bei einigen Anlagen sehr positive Ergebnisse nachweisen. Die untersuchten Anlagen waren mindestens 10 Jahr alt, diejenigen im Kanton Waadt bis zu 20 Jahre und darüber (ca. 25 Jahre). Es konnte gezeigt werden, dass bei guten Leitsystemen und Tunnelanlagen die Anwanderpopulation sich deutlich vergrössern konnte (bis zu 2-3 facher Individuenzahl im Vergleich zu früher erhobenen Durchschnittswerten. Umgekehrt zeigten sich bei Anlagen - vor allem solche mit älterem Datum und Einwegsystemen im Kanton Waadt - deutliche Rückgänge bei den Anwanderpopulationen, was Hinweise gibt, dass die Leitanlagen ungenügend funktionieren. Die Studie hilft den Bau zu optimieren von Amphibienleitsystemen mit Unterführungen sowie deren Bedeutung aufzuzeigen.