Die haushälterische Nutzung des Bodens ist ein zentrales raumplanerisches Ziel (BV, RPG), die Eindämmung der Zersiedelung eine unvermindert aktuelle Kernaufgabe der Raumentwicklung. Die entscheidende Voraussetzung dazu ist die quantitative und qualitative, systematische Mobilisierung der inneren Nutzungsreserven. Das diesbezügliche Vollzugsdefizit der bundesrechtlichen Aufgabe nach Art. 31 und 47 RPV, welche das mit der Nutzungsplanung betraute Gemeinwesen zur Erhebung, Darstellung (Übersicht) und Mobilisierung der inneren Nutzungsreserven verpflichtet, rührt indes von einem umfassenden Informationsmangel her. So geschieht die Prüfung von Neueinzonungen sowohl bei den meisten Kantonen (Nutzungsplanung) als auch beim Bund (Richtplanung) in der Regel ohne genügende Beurteilungsgrundlagen zu den Bauzonenreserven und insbesondere zu den Innenentwicklungspotenzialen. Die Plattform und Methode Raum+ kann die Grundlage für ein systematisches Siedlungsflächenmanagement liefern, das sowohl die Aussen- wie auch die Innenentwicklungspotentiale berücksichtigt.
Die Methode von Raum+ wurde in der Schweiz in den Kantonen Basel-Landschaft, Schwyz (Modellvorhaben), Uri und Tessin (Obere Leventina) angewendet. Die daraus entstandenen Übersichten schaffen die Grundlage für ein Siedlungsflächenmanagement und stellen zudem Daten für eine künftige Siedlungsmodellierung bereit. Raum+ ist methodisch ausgereift und praxiserprobt. Zudem ist bereits heute erkennbar, dass Raum+ die hinsichtlich Mobilisierung der inneren Nutzungsreserven benötigte Ergänzung für die dereinst auf dem minimalen Datenmodell zum Art. 31 RPV aufbauende, weiterentwickelte Bauzonenstatistik des Bundes sein wird.