Im Nachlass der Kartierungsaktivitäten des Bundes und der Kantone lagern im Bodenarchiv der Forschungsanstalt Agroscope ca. 14'000 Bodenprofilblätter. Diese wurden zur Sicherung eingescannt, die darauf enthaltenen Bodeninformationen liegen aber grösstenteils nicht in digital aufbereiteter, geprüfter und brauchbarer Form in einer Datenbank vor.
Verschiedene Kantone haben mit Hilfe des Bundes diese Profilblattscans aufgearbeitet (z.B. mittels der Software MIGRAPROFIL) – es wird geschätzt, dass gegenwärtig über 3000 – 4000 Profile aufbereitet vorliegen. Diese Aufarbeitung ist aber ins Stocken geraten, da gerade die finanzschwächeren Kantone oft die damit verbundenen Kosten (Schätzung Aufarbeitungskosten: ca. 100 CHF/Profil, 1 h Arbeitszeit) nicht alleine tragen können.
In den Gesprächen im Rahmen des Netzwerkes Umweltbeobachtung Schweiz wurde diskutiert, wie die Überführung von der gesicherten in die nutzbare Form sichergestellt und weitergeführt werden kann. Die Aufarbeitung dieser wertvollen Daten ist für Kantone und Bund in vielerlei Hinsicht sinnvoll – Bodendaten stehen am Anfang vieler Wertschöpfungsketten und sind wichtige Grundlagen für Gesetzesvollzug, Raumentwicklung, Umweltschutz, Gefahrenprävention, Land- und Forstwirtschaft. Der Bund kann dadurch die deklarierten Fruchtfolgeflächen auf einer besseren pedologischen Faktenlage beurteilen, und es können bessere Übersichten über die Fruchtbarkeit und Belastungsempfindlichkeit der Böden (z.B. bez. Trockenheit, physikalischer Belastungen, etc.) erstellt werden. Die in den Profilen enthaltenen Informationen über Kohlenstoffpool / organisches Material sind für die Klimawandel-Diskussion wichtig. Für die Kantone sind diese Bodeninformationen eine wichtige Grundlage für den Gesetzesvollzug.
Daher wurde ein Vorschlag ausgearbeitet, nach dem der Bund (BAFU, BLW, ARE) einen Anteil von 66 CHF/Profil übernimmt (was ca. 2/3 der geschätzten Aufarbeitungskosten entspricht). Gegenwärtig sind BAFU, ARE und BLW dabei, die Zusammenarbeit aufzubauen und das Angebot an die Kantone zu finalisieren, damit diese motiviert werden, die Aufarbeitung vorzunehmen.