Das Projekt soll einen Beitrag zur optimalen passiven Immunisierung durch Kolostrum bei Kälbern von Milchkühen leisten. Basierend auf einer früheren Studie (Kolostrum Tag 2) kann der Immunglobulingehalt des Kolostrums erheblich zwischen Gemelksfraktionen variieren. Insbesondere in den frühen Alveolarmilchfraktionen während des Maschinenmelkens kann dieser sehr niedrig sein. Im vorliegenden Projekt wird zunächst der Immunglobulin-Gehalt in verschiedenen Gemelksfraktionen des Erstkolostrums einzelner Viertel untersucht. Da die Kolostrumsmenge von Milchkühen den Bedarf des Kalbes weit übersteigt, können im Anschluss Gemelksfraktionen mit möglichst hohen Immunglobulingehalten an neugeborene Kälber verabreicht werden, um eine maximale Aufnahme von Immunglobulinen zur passiven Immunisierung zu erreichen.
In Versuch 1 wird das Erstkolostrum je eines Hinterviertels von 12 multiparen Kühen separat und fraktioniert gewonnen (Vorgemelk, 0-25%, 25-50%, 50-75%, 75-100%). In den Fraktionen werden Konzentrationen der verschiedenen Immunglobulin-Typen und –Subtypen gemessen. In Versuch 2 wird an je 8 neugeborene Kälber entweder ein proportionaler Teil des gesamten Erstkolostrums der Mutter vertränkt (Behandlung 1), oder eine Kolostrumsfraktion mit den gemäss Versuch 1 erwarteten höchsten Konzentration von IgG1 (Behandlung 2), bzw. ein Gemisch von Fraktionen mit sehr hohem IgG1-Gehalt, die in Versuch 1 gesammelt wurden. Die Immunglobulinkonzentrationen im Blut der Kälber werden zwischen 24 und 36 Stunden nach der Geburt bestimmt.