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Forschungsstelle
BAG
Projektnummer
09.003211
Projekttitel
Berufsbiographien von in Partnerschaft lebenden Ärztinnen und Ärzten im Spannungsfeld von Beruf und Familie

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Abstract
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Umsetzung und Anwendungen
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Weiteres Vorgehen
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Feminisierung in der Medizin, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Karriereentwicklung
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Partner und Partnerinnen von Ärztinnen und Ärzten verfolgen meist ebenfalls eine anspruchsvolle Laufbahn. Immerhin sind 36% der in Partnerschaft lebenden Studienteilnehmenden Medizinerpaare. Die Feminisierung der Medizin hat mehrere für das Gesundheitssystem relevante Auswirkungen. Die Rahmenbedingungen der ärztlichen Tätigkeit sind ausschlaggebend dafür, wie die grossen Investitionen in Aus- und Weiterbildung langfristig umgesetzt werden können. Mit dieser Studie sollen die hemmenden bzw. fördernden Faktoren sichtbar gemacht werden
Abstract
(Deutsch)
2010 wurden 414 Ärztinnen und Ärzte 8 Jahre nach ihrem Abschluss zu ihrer beruflichen (Stellung, Arbeitspensum) und persönlichen Situation (Beziehungsstatus, Kinder, Partner/in Ärztin/Arzt) befragt. Es galt herauszufinden, wie die Karriere, abhängig von Geschlecht, Kindern und beruflichem Status des Partners gestaltet wird und welche Faktoren beeinflussend darauf wirken. Die Resultate zeigen, dass Ärztinnen  häufiger Ärzte oder Akademiker als Partner haben, während Ärzte häufiger mit Partnerinnen ohne akademischen Titel zusammen sind. Männer bewerten dabei ihre Karriere als wichtiger als diejenige der Partnerin, besonders wenn Kinder vorhanden sind und die Partnerin nicht Ärztin ist. Frauen dagegen erachten die Karriere ihres Partners als gleich wichtig oder wichtiger, insbesondere wenn der Partner ebenfalls Arzt ist und das Paar Kinder hat. Die Frauen geben zudem häufiger an, bei ihrer Karriere Kompromisse eingegangen zu sein. Somit arbeiten auch bei den meisten Paaren mit Kindern die Männer Vollzeit, während die Partnerinnen keiner oder einer Teilzeit-Beschäftigung nachgehen. Bei Paaren ohne Kinder arbeiten in den meisten Fällen beide Vollzeit. Obwohl die Facharztausbildung in der Schweiz lediglich 5-6 Jahre dauert, sind 40% der Befragten nach 8 Jahren nach Abschluss noch immer in der Facharztausbildung, unabhängig davon ob sie Eltern sind oder nicht. Die Weiterbildung fällt häufig in die Zeit der Familiengründung und für Ärztinnen mit Kindern ist die Tätigkeit als Angestellte in einer Privatpraxis, aufgrund der besseren Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit, häufig attraktiver als hohe Posten in einem Spital. Bei den Männern beeinflusst die Gründung einer Familie zwar die Karrierewahl (Väter arbeiten häufiger in Privatpraxen), jedoch wird die Karriere durch Kinder nicht verlangsamt. Dass Medizinerpaare nach der Familiengründung häufig in diese traditionelle Rollenverteilungen kippen (Priorisierung der Karriere des Mannes, Teilzeitarbeit der Frau), liegt, neben ungenügenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten und den internalisierten Ideologien der Geschlechterrollen, auch daran, dass für Männer nicht die gleichen Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit bestehen, wenn sie Verantwortung in der Familie übernehmen möchten. Häufig hätte eine Teilzeitbeschäftigung für Männer negativere Konsequenzen auf die Karriere als für Frauen. Diese Faktoren führen schlussendlich dazu, dass viele Ärztinnen weniger arbeiten, wenn sie Kinder haben.
Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
Empfehlungen der Autorin: Da immer mehr Frauen das Medizinstudium abschliessen während die Zahl der männlichen Absolventen rückläufig ist, wäre es nötig, dass neue Arbeitsmodelle geschaffen werden, bei welchen beide Partner Karriere und Familienleben koordinieren können. Wie auch schon in früheren Studien berichtet, wählt die jüngere Generation der Ärztinnen und Ärzte, unabhängig von der Familienplanung, ihr Fachgebiet immer häufiger nach einer guten Work-Life-Balance aus. Daher müssten Änderungen in der Aus- und Weiterbildung sowie im Gesundheitssystem vorgenommen werden um dem drohenden Ärztemangel aufgrund der Feminisierung entgegenzuwirken.
Weiteres Vorgehen
(Deutsch)
Es gibt keine weiteren Studien mit Frau Buddeberg (Pension).

Es ist geplant, im Rahmen der von Dialog Nationale Gesundheitspolitik beauftragten Plattform „Zukunft ärztliche Bildung“ eine Arbeitsgruppe zu beauftragen, die Problematik zu untersuchen und einen Bericht mit Lösungsvorschlägen zu erarbeiten. Diese Arbeitsgruppe wird voraussichtlich 2013 mandatiert werden.
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
Buddeberg-Fischer, B. & Stamm, M. (2011): How do physicians and their partners coordinate their careers and private lives? Swiss Medical Weekly. 2011;141:w13179