Rapport final
(Allemand)
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Viele Entscheidungen, die für die Umwelt relevant sind, bedingen ein Abwägen zwischen kurzfristigen und langfristigen Vorteilen. Wer zum Beispiel elektrische Geräte nicht im Standby-Modus belässt oder im Winter etwas weniger heizt, hat zwar geringere Energiekosten zu tragen und hilft, die Umwelt zu schützen, doch kurzfristig können solche Verhaltensweisen zu Komforteinbussen führen. Diese zeitliche Dimension ist insbesondere bei langfristigen Investitionen bedeutsam. Eine Investition in eine energieeffiziente Wärmepumpe ist beispielsweise für die Gesellschaft insgesamt von Vorteil, da sie im Vergleich zu einer konventionellen Ölheizung einen geringeren Ressourcenverbrauch aufweist. Gleichzeitig aber verursacht eine solche Investition kurzfristig Opportunitätskosten, da die Entscheidung selbst mutmasslich mehr Zeit erfordert und höhere Investitionskosten bedingt, als wenn lediglich eine Ölheizung ersetzt würde.
Obschon diese Zeitdimension des Umweltverhaltens gemeinhin anerkannt ist, besteht nach wie vor Forschungsbedarf. Das vorliegende Projekt befasst sich mit der Bedeutung der Zukunftsorientierung als Prädiktor für Umweltverhalten. Die Zukunftsorientierung beschreibt das Ausmass, in welchem sich eine Person an der Zukunft orientiert, und damit auch, wie sehr sie zukünftige Handlungsergebnisse im Vergleich zu kurzfristigerem Nutzen wertschätzt. Zukunftsorientierte Person planen typischerweise ihre Handlungen, setzen sich längerfristige Ziele und berücksichtigen langfristige Folgen ihres Verhaltens.
In der ökonomischen Forschung wird in der Regel die subjektive Diskontrate verwendet, um eine derartige Orientierung zu erfassen. Psychologische Studien dagegen verwenden meist Skalen, die mittels einer grossen Zahl an Items das Selbstbild einer Person erfassen. Das vorliegende Projekt verfolgt beide Ansätze: Kapitel 2 stellt Ergebnisse vor, die unter Berücksichtigung der subjektiven Diskontrate entstanden sind, während Kapitel 3 die "Consideration of Future Consequences"-Skala (CFC; Strathman et al., 1994) als Prädiktor für Umweltverhalten verwendet. Sowohl die CFC-Skala als auch die subjektive Diskontrate erfassen, inwieweit sich eine Person an gegenwärtigen oder zukünftigen Handlungsfolgen orientiert.
Auftragnehmer/Contractant/Contraente/Contractor: ETH Zürich, Professur für Soziologie
Autorschaft/Auteurs/Autori/Authors: Bruderer Enzler,Heidi
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Rapport final
(Anglais)
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Many decisions relevant to environmental conservation involve a trade-off between short- and long-term benefits. For example, avoiding leaving electrical devices on stand-by or lowering thermostat settings in winter results in lower energy costs and helps protect the environment in the long run, although in the short term it leads to a loss of comfort. This temporal dimension is particularly relevant for long-term investments. For example, an investment in an energy-efficient heat pump is in the long term beneficial to society as a whole as it reduces resource consumption compared to conventional oil-fired heating. At the same time, it comes with short-term opportunity costs as the investment decision itself is likely to require more time and to come with higher investment costs than if an oil-based heating system were simply replaced.
Although this temporal dimension of pro-environmental behavior is often acknowledged, there is still much room for exploration. Therefore, this project focuses on the role of future orientation as a predictor of environmentally friendly behavior. Future orientation describes the extent to which someone is oriented towards the future and thus to what extent future outcomes are valued in the face of more immediate benefits. Future-oriented persons typically plan their actions, set goals that can only be achieved in the long run, and consider long-term consequences of their behavior.
In the field of economics, the subjective discount rate is a typical measure that taps into this very idea while psychological studies generally rely on multi-item scales that capture a person’s self-perception. This project follows both approaches: Chapter 2 presents results based on subjective discount rates whereas Chapter 3 introduces the Consideration of Future Consequences scale (CFC; Strathman, Gleicher, Boninger, & Edwards, 1994) as a predictor of pro-environmental behavior. Both the CFC scale and subjective discount rates capture a sense of either caring for future or present outcomes.
Auftragnehmer/Contractant/Contraente/Contractor: ETH Zürich, Professur für Soziologie
Autorschaft/Auteurs/Autori/Authors: Bruderer Enzler,Heidi
Documents annexés
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