Für in der Praxis übliche Bewehrungsanordnungen und Vorspannkonzepte soll der Kraftfluss bei indirekter Lagerung von einzelligen Hohlkastenbrücken und Plattenbalken mit zwei Stegen sowie von Gerbergelenken untersucht werden. Im theoretischen Teil der Arbeit sind folgende Schwerpunkte vorgesehen:
· Bestimmung des Tragwiderstandes nach dem unteren Grenzwertsatz der Plastizitätstheorie (mit Hilfe von Spannungsfeldern)
· Bestimmung des Tragwiderstandes nach dem oberen Grenzwertsatz der Plastizitätstheorie (zur Eingabelung der Traglast)
· Erarbeiten von theoretischen Modellen zur Bestimmung des Verformungsvermögens
· Verfassen eines Sachstandberichts.
Es ist vorgesehen das Forschungsprojekt in drei Phasen zu bearbeiteten. Die Phasen sind so abgegrenzt, dass sie unabhängig voneinander und nacheinander bearbeitet sowie korreferiert werden können.
Phase 1 (Milestone 1):
· Zusammenfassen der Grundlagen.
· Definition und Diskussion des Problems.
Phase 2 (Milestone 2):
· Erarbeitung von Spannungsfeldmodellen zu praxisrelevanten Bewehrungsanordnungen (nach dem unteren Grenzwertsatz der Plastizitätstheorie). Primär werden die Versuche von Rostasy [24] ausgewertet und konkrete Beispiele für die Spannungsfeldanalysen verwendet.
· Vergleich der Versuche von Rostasy [24] mit den damals daraus abgeleiteten Bemessungsmethoden um den direkten Einblick auf die Schwächen der damaligen Modelle zu ermöglichen.
· Untersuchung von Mechanismen (nach dem oberen Grenzwertsatz der Plastizitätstheorie).
· Parameterstudie der relevanten Einflussgrössen
Phase 3 (Milestone 3):
· Verfassen des Sachstandberichts.
Im Rahmen einer Masterarbeit an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur wird ein aus einem strategischen Fond der Hochschule Luzern finanzierter Bauteil-Grossversuch durchgeführt, um die theoretischen Erkenntnisse experimentell zu verifizieren. Geprüft wird ein längs vorgespannter Zweifeldträger mit einer indirekten Lagerung beim mittleren Lager. Der Querträger der indirekten Lagerung wird ebenfalls vorgespannt sein. Die Versuchsresultate werden in angemessener Form im Sachstandbericht erläutert.