Das Hauptziel der Studie besteht darin, mit der Methode der hedonischen Preise (Hedonic Pricing) den Einfluss von Landschaftsattributen auf Wohnungsmieten zu schätzen, sowie die Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen solcher Modelle aufzuzeigen. Es konnte auf einen Datensatz von über 170'000 zur Neuvermietung angebotenen Mietwohnungen aus der ganzen Schweiz zurückgegriffen werden. Ausserdem wurde eine umfassende Datenbank aus Umgebungsvariablen aufgebaut, welche 47 Indikatoren zu Erreichbarkeit, Immissionen, Kulturgüter, Landschaft, Landnutzung, Erholungsmöglichkeiten und Mikroklima im Umfeld der Wohnungen enthält. Die geschätzten Modelle ermöglichen Aussagen zu Preiseffekten einzelner Landschafts- und Umgebungsvariablen unter der Annahme, dass die übrigen Einflussfaktoren konstant bleiben.
Für eine nachhaltige Landschaftspolitik, die sowohl ökologische Faktoren wie auch die Präferenzen der Bevölkerung berücksichtigt, ist es nötig, das Bewusstsein über die Werte der Landschaft zu stärken. Die Resultate bestätigen die wichtige Rolle verschiedener landschaftsbezogener Standortfaktoren wie Aussicht, Seenähe, Seesicht und Flussnähe. Auch mit der Nähe zu Stadtpärken und anlagearmen Gebieten für die Erholung steigen die Wohnungsmieten. Verschiedene Immissionen beeinträchtigen die wahrgenommene Landschaftsqualität negativ. Strassen- und Eisenbahnlärm, Hochleistungsstrassen, Industrieflächen und Hochspannungsleitungen haben einen preismindernden Effekt. Die Studie hat zudem gezeigt, dass die verwendeten Hedonic Pricing Modelle wichtige Hinweise auf Landschaftspräferenzen liefern können, jedoch im Bereich der Schätzung von Werten der Landschaft mit andern Ansätzen ergänzt werden müssen.