Als potenziell vermeidbarer Spitalaufenthalt gilt ein Spitalaufenthalt im Zusammenhang mit einer Krankheit, die sich an sich ambulant behandeln liesse, wenn die Behandlung optimal durchgeführt würde. Dabei handelt sich beispielsweise um Spitalaufenthalte wegen Asthma, Diabetes mellitus, bakterieller Pneumonie, gynäkologischen Infektionen.
Im Rahmen verschiedener internationaler wissenschaftlicher Studien wurden rund 15 entsprechende, «auf ambulante Behandlung ansprechende Erkrankungen» definiert. Damit wären zwischen 3 und 12% der Spitalaufenthalte potenziell vermeidbar. Auf die Schweiz übertragen entspräche dies potentiellen Kosteneinsparungen von 500 Mio. bis 2 Mrd Franken
Der Indikator "vermeidbare Krankenhausaufenthalte" ist u.a. deshalb von grossem Interesse, weil es sich dabei um den einzigen auf die ambulante Versorgung anwendbaren Qualitätsindikator handelt, der anhand von routinemässig verfügbaren Daten bestimmt werden kann.
Das Ziel der Studie besteht darin, den Indikator an die schweizerischen Bedingungen anzupassen (Umcodierung der amerikanischen ICD-9-CM in die Internationale Klassifikation der Krankheiten – 10. Revision, WHO), ihn zu validieren und gegebenenfalls zu verbessern.
Grundlagen und Methode:
Die Untersuchung stützt sich auf dieselben Daten ab, die für die Analyse der ambulanten Episoden eingesetzt werden (Daten der Krankenversicherer über die Vergütung der Leistungen und Medikamente, medizinischen Statistik).
Die Daten aus der medizinischen Statistik der Krankenhäuser dienen zur Berechnung des Zählers (potenziell vermeidbare Spitalaufenthalte). Anhand der Daten der Versicherer werden der geeignete Nenner (zum Beispiel Personen mit Asthma oder mit Diabetes) sowie die Justierungsfaktoren (die notwendig sind, um Ärztegruppen zu vergleichen) berechnet.
Zur Prüfung der Sensitivität, Spezifität und Genauigkeit der für die Bildung des Indikators vorgeschlagen Algorithmen, sind die üblichen epidemiologischen und statistischen Methoden zu verwenden.