Die bei den Krankenversicherern vorhandenen Informationen könnten im Bereich der Prävention nutzbringend verwendet werden. Insbesondere liesse sich die Prävalenz bestimmter Krankheiten detailliert beurteilen und deren Kosten nachweisen. Diese Informationen sind Voraussetzung, um die Effizienz von Präventionsmassnahmen durch den Vergleich der für die Prävention notwendigen Mittel mit den dadurch erreichbaren finanziellen Auswirkungen (Kosteneinsparungen als Folge verminderter Morbidität) aufzuzeigen. Mit der Studie soll nachgewiesen werden, wie anhand der Versicherungsangaben die gesuchten Informationen kostengünstig bereitgestellt werden können.
In einem ersten Schritt des Mandates sollen, in Koordination mit den in der Prävention tätigen Stellen, die Krankheiten bestimmt werden, welche durch Präventionsprogramme vermieden oder eingedämmt werden können. In einem zweiten Schritt sind für jede dieser Krankheiten die Inzidenz sowie die Prävalenz zu quantifizieren und die Behandlungskosten zu schätzen. In einem dritten Schritt ist der Kostenanteil zu schätzen, der auf Risikofaktoren zurückzuführen ist, auf die die Präventionsprogramme ausgerichtet sind. Auf dieser Grundlage ist anhand der Versicherungsdaten aufzuzeigen, für welche Bereiche der Prävention die notwendigen, krankheitsspezifischen Kosten-Nutzen Überlegungen kostengünstig bereitgestellt werden können und wo weiterhin spezifische Erhebungen notwendig sind.
Material und Methode
Gestützt auf eine Durchsicht der Präventionsziele der wichtigsten in diesem Bereich tätigen Stellen ist eine Liste der Krankheiten zu erstellen, bei denen Präventionsmassnahmen wirksam und lohnend sind (u.a. Diabetes, Hypertonie, ischämische Herzkrankheiten, cerebro-vaskulärer Insult, Arthrose, Adipositas, Anorexie, Depressionen, Krebserkrankungen). Für diese Krankheiten ist systematisch zu klären, ob es möglich ist, anhand der routinemässig verfügbaren Daten (Rechnungsdaten der Versicherungen, Medikamentenangaben, medizinische Statistik) ihre Prävalenz und Kosten zu bestimmen.
Für die Krankheiten, die vom BAG als prioritär eingestuft werden, sind Indikatoren bereitzustellen, die routinemässig erzeugt werden können. Auf dieser Grundlage sind die Koordinationsmöglichkeiten mit anderen Datenerhebungen (Krebsregister, Verkehrsunfälle usw.) und die dadurch möglichen Synergien darzulegen.
Im Schlussbericht ist aufzuzeigen, wie die Indikatoren zur Inzidenz und Prävalenz für Präventionsaufgaben, für die Überwachung der Entwicklung spezifischer, gesundheitspolitisch relevanter Erkrankungen (Monitoring) und für die Evaluation von Präventionsmassnahmen/Präventionsprogrammen gewinnbringend genutzt werden kann.