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Forschungsstelle
BAFU
Projektnummer
8T20/08.0108.PJ
Projekttitel
PCB in Gewässern und Fischen

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Umsetzung und Anwendungen
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)

PCB-Belastung

Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Im August 2007 erliess der Kanton Freiburg ein Fischereiverbot in gewissen Abschnitten der Saane. Grund dafür war, dass in Fischen aus diesem Fluss eine stark erhöhte Konzentration von dioxinähnlichen PCB (dl-PCB) gemessen wurde. Als mögliche Ursache für die erhöhte PCB-Belastung der Fische in der Saane und Glâne werden Ablagerungen von PCB-haltigen Abfällen auf der 1973 still gelegten Deponie „La Pila“ in der Stadt Freiburg vermutet. Nachdem auch bei Messungen von dl-PCB in Fischen aus der Birs hohe Gehalte festgestellt worden sind, verhängte der Kanton Jura Anfang Februar ein Fischereiverbot in der Birs. Vergleichbare Massnahmen werden derzeit in den Kantonen Baselland und Bern geprüft. Grundlagen dieser Eingriffe sind die seit 2006 in der EU geltenden Grenzwerte für Lebensmittel.

Der Staatsrat des Kantons Freiburg gelangte an die Bundesräte Couchepin und Leuenberger und beantragte vom Bund die Einsetzung einer Arbeitsgruppe, die sich mit diesem Problem befassen und Massnahmen der Kantone koordinieren soll. In der Arbeitsgruppe sollen Vertreter der Bundesämter für Umwelt und für Gesundheit sowie der Kantone sitzen. In ihrer Antwort vom 21.12.2007 an den Staatsrat des Kantons Freiburg haben die Bundesräte Couchepin und Leuenberger die Einsetzung einer Arbeitsgruppe und die Anpassung des Schweizer Lebensmittelrechts an die neuen EG-Grenzwerte für Dioxine, Furane und dl-PCB in Aussicht gestellt.

BAG und BAFU beschlossen am 18. Januar 2008, ein gemeinsames Projekt "PCB in Gewässern und Fischen" zu starten und die betroffenen Kantone sowie Vertreter von Forschungsinstituten zur Beteiligung an diesem Projekt einzuladen. Die Ziele des Projektes bestehen darin, anhand von vorhandenen Daten eine Übersicht über die Belastung von Gewässern und Fischfauna in der Schweiz mit Dioxinen, Furanen und PCB zu gewinnen, ein Beurteilung der Situation vorzunehmen, bei Bedarf weitere Abklärungen und Untersuchungen zur Klärung erhöhter Belastungen und deren Ursachen durchzuführen und schliesslich in Zusammenarbeit mit den Kantonen geeignete Massnahmen zur Risikominderung zu treffen.
Projektziele
(Deutsch)
(1) Vorhandene Daten über die Belastung von Gewässern und Fischen mit PCB, dioxinähnlichen PCB (dl-PCB), Dioxinen und Furanen (PCDD/F) in der Schweiz werden auf Bundes­ebene zusammegetragen, ausgewertet und beurteilt.
(2) Kenntnislücken über das Vorkommen und die Quellen von punktuell oder regional erhöhten Kontaminationen von PCB, dl-PCB und/oder PCDD/F in Gewässern und insbesondere Fischen sind landesweit identifizie­t.
(3) Die Ursachen von erhöhten Belastungen von Gewässern und Fischen mit PCB, dl-PCB und PCDD/F sind bekannt. Die dafür notwendigen Abklärungen und Messungen werden auf Bundeebene - koordiniert mit den Kantonen - geplant und durchgeführt.
(4) Massnahmen zur Problemlösung sind erarbeitet und werden von den zuständigen Akteuren (Bund, Kantone, Industrie, Abfallwirtschaft) umgesetzt.
(5) Die von einzelnen Kantonen bereits getroffenen Massnahmen (z. B. Fischereiverbote für be­stimmte Fliessgewässer) sind kantonsübergreifend aufeinander abgestimmt.
Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)

Im Rahmen dieses Projekts wurde eine Empfehlung zur Expositionsbegrenzung der Bevölkerung durch die Aufnahme von PCDD/F und dl-PCB durch den Konsum von Fischen aus Schweizer Gewässern erarbeitet. Diese diente den Kantonen als Grundlage für das allfällige Erlassen von Fangverboten in gewissen Gewässerabschnitten.

Weiter wurden die verfügbaren Daten zur Belastung von Fischen und Gewässern mit PCB und Dioxinen in der Schweiz zusammengetragen, analysiert und veröffentlicht. Dabei zeigte sich, dass die Kontamination in der Saane und in der Birs in dieser Form Einzelfälle sind. Diffus höher belastete Gewässer gibt es allerdings (Rhein unterhalb Bodensee, Genfersee, Lago Maggiore). Bei den meisten Gewässer im Mittelland, Wallis und Tessin sowie den alpinen Gewässern liegen die PCB-Konzentrationen hingegen im Bereich der Hintergrundbelastung.

Die Praxistauglichkeit von Sedimentanalysen und Messungen mittels Passivsammlern in der Wasserphase zur Lokalisierung von Emissionsquellen von PCB und Dioxinen in Fliessgewässern wurde evaluiert. Es zeigte sich, dass sich für eine solche Fragestellung der Einsatz von Passivsammlern besonders gut eignet. Auf diese Weise konnte unter anderem in der Birs eine Punktquelle identifiziert und beseitigt werden.

Als Projektabschluss wurde unter dem Titel «PCB in der Umwelt mit Fokus auf Gewässer» eine Fachtagung mit Vertretern von Fachstellen der Kantone und des Bundes, sowie Forschenden und weiteren interessierten Personen durchgeführt.