Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat ein internationales Expertenpanel mit der Beurtei-lung der aktuellen HIV-Politik der Schweiz betraut. Aufgrund der drei leitenden Fragestellungen kam das Panel zu den folgenden Ergebnissen:
1. Wie kann die Schweiz die HIV-Übertragung minimieren?
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“Put the effort where the virus is” – Präventionsanstrengungen sollen vermehrt auf die Hauptrisikogruppen ausgerichtet werden: schwule Männer und andere Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), MigrantInnen aus Subsahara-Afrika, intravenös Dro-gen Konsumierende (IDUs).
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Die HIV-Präventionsaktivitäten müssen in eine umfassende Strategie für sexuelle Ge-sundheit eingebettet werden.
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Medizinische und nicht-medizinische Prävention sollen kombiniert werden.
2. Wie kann die Schweiz gewährleisten, dass HIV-infizierte Personen rechtzeitig getestet werden, in medizinische Behandlung kommen sowie kontinuierlich in Behandlung bleiben?
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Es muss eine kohärente HIV-Teststrategie entwickelt und umgesetzt werden.
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“Voluntary Counselling and Testing” (VCT) muss weiterhin gefördert und “Provider Initiated Counselling and Testing” (PICT) muss gestärkt werden.
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Zur Vermeidung von Behandlungsabbrüchen sollen entsprechende Anreize für Ärzte und Patienten geschaffen werden.
3. Wie kann die Schweizer HIV-Politik hinsichtlich Arbeitsteilung, Ressourcen and Anreizen am besten gesteuert werden?
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Die Gründung einer Schweizer Gesundheitsorganisation für schwule Männer muss unterstützt und gefördert werden.
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Die bestehenden Organisationen sollen das innovative Potential und die Mobilisie-rungskapazität der betroffenen Gruppen besser nutzen.
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Die Partnerschaften zwischen dem BAG und zivilgesellschaftlichen Organisationen sollen diversifiziert werden.
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Die Führungsrolle und -kapazität des BAG müssen gestärkt werden (bspw. Neuaus-richtung der Leistungsaufträge, strukturelle Unterstützung für zivilgesellschaftliche Organisationen).