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Forschungsstelle
ASTRA SBT
Projektnummer
VSS2008/201
Projekttitel
Behindertengerechter Verkehrsraum
Projekttitel Englisch
Accessibility of traffic area for persons with disabilities

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektbeschreibung
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Erwartete Erkenntnisse/ Nutzen, Nutzniesser
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Methoden
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Allgemeiner Stand der Forschung
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Projektziele
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Forschungsplan
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Umsetzung und Anwendungen
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Publikationen / Ergebnisse
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Berichtsnummer
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Literatur
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
behindertengerecht, hindernisfrei, Verkehrsraum, Sicherheit, Menschen mit Behinderung, Gestaltung, Fussgängerverkehr
Schlüsselwörter
(Englisch)
Accessibility, hazardless, traffic area, safety, persons with disabilities, design, planning conception, pedestrian traffic
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Mit dem Behindertengleichstellungsgesetz besteht eine Verpflichtung seitens aller Bauträger den Zugang und die Sicherheit von Menschen mit Behinderung bei öffentlich zugänglichen Bauten und Anlagen zu gewährleisten. Die meisten kantonalen Gesetze und Verordnungen verweisen heute für die Anforderungen an die Behindertengerechtigkeit im Strassenraum auf die SN 521 500 „Behindertengerechtes Bauen“. Diese Norm von 1988 ist in Revision und wird künftig als SIA 500 nur noch den Hochbau betreffen. Die in der SN 521 500 geregelten Anforderungen an den Strassenraum und ergänzt mit den seit 1988 gewonnen Erkenntnissen sind daher neu in das Normenwerk des VSS zu integrieren.

Aufgrund einer Analyse der Fachliteratur und des bestehenden Normenwerks des VSS werden sämtliche Aspekte des behindertengerechten Bauens den Inhalten der Normen des VSS gegenübergestellt. Ein Normkonzept soll aufzeigen, für welche Aspekte Lücken vorhanden sind und wie diese geschlossen werden können. Neben der Ergänzung verschiedener Normen ist aus heutiger Sicht auch eine neue Grundnorm „Hindernisfreies Bauen im Verkehrsraum“ erforderlich.

Ausgehend von den Folgerungen aus der Literaturrecherche und den Projekterfahrungen der Forschungsstelle werden die Grundlagen für die Normung in den Bereichen Anforderungen, Anordnung, Gestaltung, Betrieb, bauliche und betriebliche Ausrüstung, Ausführung und Unterhalt erarbeitet. Mit Expertengesprächen werden Lücken geschlossen, Widersprüche zu vorhandenen Regelungen geklärt sowie Kriterien und Gewichtungen zur Beurteilung unterschiedlicher Nutzungsansprüche an den Verkehrsraum formuliert. Daraus wird der Inhalt für die Ergänzung bestehender Normen und von neu zu schaffenden Normen erarbeitet.
Kurzbeschreibung
(Englisch)

With the Disability Discrimination Act, there is a commitment by all builders to ensure access and safety of persons with disabilities in public buildings and installations. Most cantonal laws and regulations today refer to the requirements of the SN 521500 "Buildings for the disabled". This standard from 1988 is actually in revision and the future SIA 500 will only concern building construction. Therefore the requirements for road area regulated in the SN 521500 and supplemented by the knowledge gained since 1988, are now to be integrated into the standards work of the VSS.

Based on an analysis of the literature and the existing standards of VSS all aspects of building for the disabled will be compared with the contents of the standards of VSS. A standard approach will show for what aspects gaps exist and how they can be closed. Besides the supplementing of different standards from today's perspective a new basic standard “Hazardless building in traffic area” is also to be required.

Based on the conclusions resulting of the research within literature and on the experience of the research team, basis for standardization in the field of requirements, layout, design, operation, building and operational equipment, implementation and maintenance will be elaborated. With the help of expert talks gaps shall be closed, contradictions to existing rules shall be clarified and criteria and weightings to evaluate different usage demands to the traffic area shall be formulated. From this, the contents of amendments to existing standards and of new standards to be created will be elaborated.
Projektbeschreibung
(Deutsch)

Dringlichkeit
Nach dem Behindertengleichstellungsgesetz BehiG muss bei allen öffentlich zugänglichen Bauten und Anlagen der Zugang für Menschen mit Behinderung gewährleistet sein. Der Verkehrsraum fällt in diese Kategorie von Bauten und Anlagen, wobei nebst dem Zugang auch die Sicherheit von Menschen mit Behinderung gewährleistet sein muss. Die kantonalen Gesetze und Verordnung verweisen dazu heute auf die SN 521 500 „Behindertengerechtes Bauen“. Sobald die Revision der SN 521 500 abgeschlossen ist und diese durch die SIA 500 abgelöst wird, besteht für den Verkehrsraum eine Normungslücke, welche so schnell wie möglich gefüllt werden muss. Die Richtlinie für behindertengerechte Fusswegnetze „Strassen, Wege, Plätze“ der Schweizerischen Fachstelle für behindertengerechtes Bauen vermag inhaltlich die Lücke weitgehend zu schliessen, hat jedoch nicht den Stellenwert einer Norm. Eine Integration der Thematik in das Normenwerk des VSS hat daher hohe Dringlichkeit.

Grundlagen
Die Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen hat während mehreren Jahren intensiv die verschiedenen Themen des behindertengerechten Bauens im Verkehrsraum aufgearbeitet und verschiedene Fragestellungen anhand von Tests überprüft. Sie hat die daraus gewonnen Erkenntnisse in einem Vorabzug 1999 einer breiten Vernehmlassung bei Planenden, Bauverantwortlichen, Behindertenorganisationen und Betroffenen unterbreitet und nach nochmaliger Überarbeitung und weiteren Tests 2003 die Richtlinien für behindertengerechte Fusswegnetze publiziert. Diese Grundlagenforschung ergänzt die seit 1988 in der SN 521 500 bestehenden Regelungen und stellt eine umfassende Basis für die Ergänzung der Normen des VSS dar. Für Haltestellen des öffentlichen Verkehrs kann auf die Grundlagen der Schweizerischen Fachstelle Behinderte und öffentlicher Verkehr BöV, Olten, abgestützt werden.

Vorgehen
Die oben erwähnten Grundlagen sowie bei Bedarf weitere in- und ausländische Dokumente werden in Bezug auf die Anforderungen, Grundlagen und Ausführungsstandards für einen behindertengerechten Verkehrsraum ausgewertet. Parallel dazu wird das Normenwerk des VSS durchleuchtet, um festzustellen, welche Normen einen Einfluss auf die behindertengerechte Gestaltung aufweisen und welche Normen bereits Aussagen dazu enthalten. Aus der Gegenüberstellung mit den Erkenntnissen aus der Literatur kann ein Normungskonzept erarbeitet werden. Dieses zeigt auf, welche Inhalte in welchen Normen zu behandeln und ob diese zu ergänzen sind. Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass zudem eine neue Grundnorm „Hindernisfreies Bauen im Verkehrsraum“ (Arbeitstitel) erforderlich ist. Diese ergänzt im Bereich Langsamverkehr die Grundnormen zum Fussgängerverkehr (SN 640 070) und zum leichten Zweiradverkehr (SN 640 060).
Ausgehend von den Folgerungen aus der Literaturrecherche und den Projekterfahrungen der Forschungsstelle werden die Grundlagen für die Integration aller Aspekte des behindertengerechten Bauens in die Normen des VSS erarbeitet. Wo Widersprüche zu bestehenden Normen festgestellt werden, sollen diese im Rahmen von Expertengesprächen mit den zuständigen Normkommissionen und weiteren Fachleuten geklärt werden. Die Grundlagen sind für folgende Bereiche zu erarbeiten:

Allgemeine Grundlagen für behindertengerechtes Bauen,

Anforderungen an Sicherheit, Zugänglichkeit und Attraktivität,

Anordnung, Gestaltung und Geometrie von Anlagen und Elementen,

Bauliche und betriebliche Ausrüstung,

Ausführung und Unterhalt.

Die Anforderungen an einen behindertengerechten Verkehrsraum werden teilweise im Widerspruch zu anderen Nutzungsansprüchen stehen. Den Planenden sollen für die Güterabwägung im Einzelprojekt Kriterien und Gewichtungen bereitgestellt werden. Diese sind ebenfalls im Rahmen von Expertengesprächen zu erarbeiten.

Forschungsstelle
Die Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Fachstelle für behindertengerechtes Bauen und dem Ingenieurbüro Pestalozzi & Stäheli mit Erfahrung in der Planung und Projektierung von Verkehrsanlagen sowie in der Normungsarbeit gewährleistet ein Zusammenführen der spezifischen Fachkenntnisse, welche für diese Arbeit notwendig sind.
Erwartete Erkenntnisse/ Nutzen, Nutzniesser
(Deutsch)

Entscheidungsgrundlage für das Festlegen der Anforderungen und Standards, die erforderlich sind um Zugang und Sicherheit von Menschen mit Behinderung im Verkehrsraum gemäss dem Behindertengleichstellungsgesetz zu erfüllen.

Ein Normungskonzept das aufzeigt, welche Aspekte des behindertengerechten Bauens im Verkehrsraum in welche Normen des VSS zu integrieren sind.

Klare Regelungen in den kantonalen und kommunalen Baugesetzen mit Verweis auf die Normen des VSS.

Nutzniesser sind Planende und Bauverantwortliche sowie Menschen mit Behinderung
Methoden
(Deutsch)

Literaturrecherche:
Zur Bestimmung der Anforderungen, welche für Menschen mit Behinderung im Verkehrsraum erfüllt sein müssen, damit Zugang und Sicherheit für alle gewährleistet ist, sowie der verschiedenen Grundlagen werden die vorhandene Literatur und geltenden Normen des VSS analysiert und ausgewertet. Ausgehend davon werden Vorschläge erarbeitet um Lücken im Normenwerk zu schliessen und die Aspekte des behindertengerechten Bauens in das Normenwerk des VSS zu integrieren. Die Literaturrecherche bildet zudem die Basis für die Erarbeitung der Inhalte von Ergänzungen oder neu zu schaffenden Normen.

Expertengespräche:
Die Diskussion mit Experten bzw. mit den betroffenen Expertenkommissionen des VSS soll schon zu einem frühen Zeitpunkt im Projekt erfolgen, damit Widersprüche zu vorhandenen Regelungen geklärt, Vorschläge für Anpassungen erarbeitet sowie Kriterien und Gewichtungen zur Beurteilung unterschiedlicher Nutzungsansprüche an den Verkehrsraum formuliert werden können.

Koordinationen sind zudem erforderlich mit:

Fachstelle Behinderte und öffentlicher Verkehr BöV, Olten

Revisionskommission des SIA 500, welche die SN 521 500 revidiert.
Allgemeiner Stand der Forschung
(Deutsch)

Die Grundlagen zur Festlegung der Anforderungen von Menschen mit Behinderungen an die bauliche Gestaltung des Verkehrsraumes wurden zwischen 1995 und 2003 durch die Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen aufgearbeitet, ausgewertet und wo Unklarheiten bestanden vertieft untersucht und ergänzt, z. B. an Hand von Tests. Auf der Basis dieser Grundlagenforschung wurden 2003 die Richtlinien für behindertengerechte Fusswegnetze „Strassen, Wege, Plätze“ publiziert. Die Anforderungen sind bei neueren Normen des VSS in die Erarbeitung oder Überarbeitung eingeflossen. Bisher wurde das Normenwerk des VSS jedoch nicht auf seine Kohärenz mit den Anforderungen von Menschen mit Behinderungen überprüft, so dass teilweise Lücken und Widersprüche bestehen.

Teilprojekte aus der Forschungsarbeit der Schweizerischen Fachstelle für behindertengerechtes Bauen:

Test von Trottoir- und Randabschlüssen, 2003

Umfrage zum Einsatz von akustischen und taktilen Zusatzsignalen bei den Anlagebetreibern (Kantone und Städte) sowie bei den Fachpersonen für Orientierung und Mobilität, 2004

Leitlinientest im Hauptbahnhof Zürich, 1996

Grundlagen sind in der in- und ausländischen Literatur weitgehend vorhanden. Vertiefte Abklärungen sind nur teilweise erforderlich. Vorhandene Widersprüche sind mit Experten zu klären. Was jedoch grundsätzlich fehlt, ist eine normgerechte und themenspezifische Aufbereitung und umfassende Integration in das Normenwerk des VSS.
Projektziele
(Deutsch)

· Konzept, welche Normen des VSS anzupassen sind und mit welchen neuen Normen das Normenwerk des VSS zu ergänzen ist, um die Anforderungen an einen behindertengerechten Verkehrsraum in das Normenwerk zu integrieren.

· Grundlagen für die Normung:

Allgemeine Grundlagen für behindertengerechtes Bauen,

Anforderungen an Sicherheit, Zugänglichkeit und Attraktivität,

Anordnung, Gestaltung und Geometrie von Anlagen und Elementen,

Bauliche und betriebliche Ausrüstung,

Ausführung und Unterhalt.

· Kriterien, Gewichtung und Vorgehen bei der Abwägung sich widersprechender Nutzungsansprüche an den Verkehrsraum.

Wesentliche Inhalte zur Ergänzung bestehender Normen und für neu zu schaffende Normen.
Projektziele
(Englisch)

· Concept, which standards of VSS have to be adapted and with which new standards the standards work of the VSS have to be complemented in order to integrate the requirements for an accessible traffic area in the standards work.

· Basis for standardization:

Fundamental principles of building for persons with disabilities,

Requirements for safety, accessibility and attractiveness,

Arrangement, design and geometry of facilities and elements,

Building and operating equipment,

Implementation and maintenance.

· Criteria, weighting and approach to the evaluation of conflicting user demands to the traffic area.

Draft of the contents of amendments to existing standards and of new standards to be created
Forschungsplan
(Deutsch)

Arbeitsprogramm im Überblick:

Arbeitsschritte

III.08

IV.08

I.09

II.09

III.09

Literatur auswerten

Normenwerk VSS analysieren

Normungskonzept erarbeiten

Sitzung 1 der Begleitkommission

09.08

Meilenstein 1

30.9.08

Grundlagen erarbeiten

Expertengespräche durchführen

Wesentliche Norminhalte entwerfen

Sitzungen 2 und 3 der Begleitkommission

02.09

05.09

Meilenstein 2

31.5.09

Grundlagen bereinigen

Schlussbericht verfassen

Projektabschluss

Sitzung 4 der Begleitkommission

08.09

Meilenstein 3

30.9.09

Die einzelnen Arbeitsschritte im Detail:

Juli 2008 bis September 2008:

– Auswertung der vorhandenen Grundlagen anhand der massgebenden Literatur (s. Angaben weiter hinten)

– Überprüfung und Analyse der bestehenden Normen des VSS im Hinblick auf die Relevanz mit den Aspekten des behindertengerechten Bauens. Die nachfolgende Tabelle zeigt, welche thematischen Normengruppen und Normen voraussichtlich zu prüfen sind:

Thematische Normengruppe

Voraussichtlich zu prüfende Normen

Aspekte des behindertengerechten Bauens

Fussgänger- und Veloverkehr, Grundlagen

640 060, 640 070

Grundanforderungen, Netzplanung, Design for all, Abwägung der Nutzungsansprüche

Querschnitt

640 200a, 640 201, 640 202

Raumbedarf, Begegnungsfälle

Linienführung

640 120

vertikale Linienführung, Quergefälle

Gestaltung des Verkehrsraums

640 210, 640 211, 640 212, 640 213

Misch-/Trennverkehr, Anforderungen an Gestaltungs- und Verkehrsberuhigungselemente

Kombinierte Anlagen ÖV – IV

640 064, 640 880, 671 510, 671 520

Anordnung, Geometrie und Gestaltung von Haltestellen

Anlagen des Fussgänger- und Veloverkehrs

640 238, 640 240, 640 241, 640 246, 640 247

vielfältige Anforderungen an Lage, Typ und Gestaltung

Nebenanlagen

640 650a

Gestaltung und Ausrüstung von Rastplätzen

Knoten

640 250, 640 251, 640 252, 640 262, 640 263, 640 273, 640 050

vielfältige Anforderungen an Typ, Führung, Betrieb und Gestaltung

Parkieren

640 281, 640 065, 640 291a, 640 292a, 640 293, 640 066

Bedarf, Platzbedarf

Passive Sicherheit

640 560, 640 568

Ausführung und Anordnung von Geländern und Abschrankungen

Lichtsignalanlagen

640 832, 640 833, 640 836, 640 837, 640 838

Anordnung, Ausrüstung, Signalzeiten

Strassensignale

640 829a

Schriftgrössen, Piktogramme, Orientierungssysteme

Temporäre Signalisation, Leiteinrichtungen

640 886

Baustellensignalisation und –organisation

Markierungen

640 852

Taktil-visuelle Markierungen

Pflästerungen und Abschlüsse

640 480, 640 481

Höhe, Ausführung von Randabschlüssen, Fugen, Ebenheit von Pflästerungen

Verkehrsflächen mit ungebundenem Oberbau

640 741, 640 742, 640 743

Anforderungen und Anwendung

Die provisorische Zusammenstellung zeigt, dass rund 50 Normen des VSS zu überprüfen sind.

– Das Resultat der Überprüfung führt zu einem Normungskonzept. Dieses zeigt auf:

o Welche Aspekte des behindertengerechten Bauens im Verkehrsraum welchen Normen des VSS zuzuordnen sind.

o Welche Normen die ihr zugewiesenen Aspekte bereits integriert haben und nicht angepasst werden müssen. Das sind insbesondere die neueren Normen wie z. B. 640 238 Rampen, Treppen und Treppenwege.

o Welche Normen mit den Aspekten des behindertengerechten Bauens zu ergänzen sind.
Wir schätzen, dass es sich dabei um rund 20-25 Normen handelt.

o Welche Aspekte keiner bestehenden Norm zugeordnet werden können und darum in einer neuen Grundnorm „Hindernisfreies Bauen im Verkehrsraum“ (Arbeitstitel) zu behandeln sind.

Meilenstein 1: Literaturauswertung, Ergebnis der Überprüfung der Normen des VSS, Normungskonzept

Oktober 2008 bis Mai 2009:

– Ausgehend von der Literaturauswertung werden die Grundlagen für die Berücksichtigung der Anforderungen von Menschen mit einer Behinderung für folgende Bereiche erarbeitet:

o Allgemeine Grundlagen für behindertengerechtes Bauen,

o Anforderungen an Sicherheit, Zugänglichkeit und Attraktivität,

o Anordnung, Gestaltung und Geometrie von Anlagen und Elementen,

o Bauliche und betriebliche Ausrüstung,

o Ausführung und Unterhalt.

– Expertengespräche und Diskussion mit den betroffenen Expertenkommissionen des VSS: Widersprüche mit bestehenden Regelungen klären sowie Verfahren, Kriterien und Gewichtungen zur Abwägung bei sich widersprechenden Nutzungsansprüchen erarbeiten.

– Für die Normen, die aufgrund der Überprüfung, mit den Aspekten des behindertengerechten Bauens zu ergänzen sind, gibt es zwei Möglichkeiten:

o Normen, die sich in Revision befinden (z. B. Knotennormen): In der Forschungsarbeit werden zu Handen der betreffenden Expertenkommission die Grundlagen und Anforderungen allgemein formuliert und aufgezeigt, wie diese zu integrieren sind. Die Umsetzung im Rahmen der Normrevision ist dann Aufgabe der betreffenden Expertenkommission.

o Normen, bei denen keine Revision ansteht: Die Forschungsstelle formuliert die wesentlichen Inhalte für die Normanpassungen und –ergänzungen und stellt diese den Expertenkommissionen zu. Diesen sollte es dadurch ohne grossen Aufwand möglich sein, im Rahmen einer kleinen Revision die Norm entsprechend anzupassen.

– Wesentliche Inhalte für die neu zu schaffende Grundnorm „Hindernisfreies Bauen im Verkehrsraum“ (Arbeitstitel) verfassen. Verschiedene Aspekte eines hindernisfreien Verkehrsraums werden sich nicht den bestehenden Normen zuordnen lassen. Es handelt sich dabei z. B. um die grundlegenden Anforderungen von Menschen mit einer Behinderung an den Verkehrsraum, Kriterien für Güterabwägungen bei sich widersprechenden Nutzungsansprüchen oder die vertikale Linienführung.

Meilenstein 2: Grundlagen und Anforderungen von Menschen mit einer Behinderung, wesentliche Inhalte für Anpassungen und Ergänzungen bestehender Normen sowie für eine neue Grundnorm

Juni 2009 bis September 2009:

– Grundlagen und wesentliche Inhalte für Anpassungen und Ergänzungen bestehender Normen bereinigen

– Grundlagen und wesentliche Inhalte für eine neue Grundnorm bereinigen

– Aufzeigen von offenen Fragen und weiterem Forschungsbedarf

– Schlussbericht verfassen und Genehmigung

– Projektabschluss

Meilenstein 3: Bereinigte Grundlagen, genehmigter Schlussbericht und Projektabschluss.
Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)

Die Ergebnisse der Forschungsarbeit dienen der VSS als Basis für die Publikation einer Grundnorm „Hindernisfreies Bauen im Verkehrsraum“ (Arbeitstitel) sowie zur Ergänzung anderer Normen des VSS mit den Aspekten des behindertengerechten Bauens.

Eine direkte weiterführende Forschung wird für die Umsetzung nicht erforderlich sein. Hingegen kann sich im Rahmen der Forschungsarbeit zeigen, dass einzelne Aspekte des behindertengerechten Bauens im Verkehrsraum noch ungenügend geklärt sind.

In Ergänzung zu den Normen ist vorgesehen, ein oder mehrere Anhänge oder Broschüren als Umsetzungshilfen zu erarbeiten, welche die Anforderungen und Grundlagen praxisbezogen illustrieren.
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
.
Berichtsnummer
(Deutsch)
1308
Literatur
(Deutsch)

SN 521 500 „Behindertengerechtes Bauen“, 1988

Handbuch über die blinden- und sehbehindertengerechte Umwelt- und Verkehrsraumgestaltung, Deutscher Blindenverband DBV, 1997

Behindertengerechte Verkehrsanlagen, Ackermann/Bartz/Feller, 1997

Bürgerfreundliche und behindertengerechte Gestaltung des Strassenraums, direkt 54, Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, 2000

European Concept for Accessibility, ECA, Technical Assistance Manual 2003

Richtlinien für behindertengerechte Fusswegnetze „Strassen, Wege, Plätze“, Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen, 2003

„Leitliniensystem Schweiz“, Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen, 2005

„Fussgänger-Lichtsignale“, Akustische und taktile Signale für blinde und sehbehinderte Fussgänger, Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen, 2005

ISO/CD 21542 Building construction – Accessibility and usability of the built environment (under development)

Rollstuhlgerechter Buseinstieg, Bundesamt für Verkehr, 2006

„Randabschlüsse“, Trennung von Fussgängerbereich und Fahrbahn, Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen, 2007

ISO 23600 Acoustic and tactile signals for pedestrian traffic lights, 2007

Un espace public pour tous – Guide pour une planification cohérente, Moro/Haeny, equiterre, 2007