Schlüsselwörter
(Deutsch)
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Raufutter, Mastkalb, Tiergesundheit, Gesetzgebung, Rohfaserversorgung
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Schlüsselwörter
(Englisch)
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roughage, veal calves, animal health, legislation, crude fibre
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Kurzbeschreibung
(Deutsch)
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In der Schweizerischen Kälbermast steht den meisten Kälbern Stroh als Rohfaserquelle zu Verfügung. Stroh wird aufgrund seines hohen Ligningehalts jedoch der Verdauungsphysiologie des Kalbes nicht gerecht und kann deshalb zu Verdauungsstörungen und Labmagenläsionen führen (Dirksen, 1994, Dittrich et al., 1983, Groth Berner, 1971, Mattiello et al., 2002, Morisse et al., 2000, Wensing et al., 1986). Auf manchen Mastbetrieben wird restriktiv Heu zugefüttert. Auch beim Heu gibt es Sorten, die für ein Kalb einen zu hohen Ligningehalt aufweisen, und es kann sein, dass die Verfütterung von Heu zu rotem – bis anhin von den Vermarktern nicht akzeptiertem – Kalbfleisch führt. Im Rahmen der Revision der Tierschutzverordnung wurde die Rohfaserversorgung von Kälbern mit einer Übergangsfrist von 5 Jahren wie folgt geregelt: "Kälbern, die mehr als zwei Wochen alt sind, muss Heu, Mais oder anderes geeignetes Futter, das die Rohfaserversorgung gewährleistet, zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen. Stroh allein gilt nicht als geeignetes Futter" (Artikel 37 Absatz 4). Demzufolge darf in Zukunft nicht mehr nur Stroh als Rohfaserquelle angeboten werden. Es muss aber auch nicht zwingend Heu zur freien Aufnahme vorhanden sein, was es ermöglicht, die Eisenversorgung trotz permanent zugänglicher Rohfaserquelle so zu dosieren, dass das Fleisch die gewünschte Farbe aufweist. Von Seiten der Kälbermäster wurde eingebracht, dass auch Mais zur Rohfaserversorgung eingesetzt werden kann. Offen ist hierbei, welche Pflanzenteile in welcher Form angeboten werden können, so dass das Futter als zur Rohfaserversorgung geeignet bezeichnet werden kann. Bei der Fütterung von Mastkälbern ist auch zu berücksichtigen, dass das Ausmästen von Kälbern bis zu einem Endgewicht von bis zu 240 kg mittels Milch resp. Milchnebenprodukten mit weiteren Problemen für das Verdauungssystem verbunden sein kann. Das Labmagenvolumen ist limitiert und eine wiederholte Überfüllung des Labmagens kann zu schwerwiegenden Verdauungsproblemen führen (Bähler, 2007, Krauser, 1987, Rau, 1986). Die Physiologie des Kalbes verlangt nebst der Milchfütterung eine stetig zunehmende Zufütterung von Festfutter. Dieser Umstand soll die Wirtschaftlichkeit (Tageszuwachsrate) aber nicht negativ beeinträchtigen.
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Kurzbeschreibung
(Englisch)
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On two farms, the effect of different types of roughage on health and performance of veal calves will be evaluated.
On farm A, 200 veal calves per production cycle, allocated to five groups will be used. During three production cycles, data about health and performance will be collected. Farm A reflects the conditions of the professional veal producers in Switzerland (several groups per farm, feeding milk by-products).
The same objectives count for farm B which will host 90 veal calves per production cycle, allocated to 3 groups each. This farm reflects the conditions of Swiss veal production farms where dairying represents the primary income (one group, feeding whole milk).
Different types of roughage will be evaluated for their compatibility towards the requirements concerning preservation of animal health, normal digestive mechanism throughout the GI-tract (emphasis on rumen and abomasum) and carcass quality, feasible with the current demands of the market.
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Projektziele
(Deutsch)
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Unter Berücksichtigung von Verdauungsphysiologie, Auswirkungen auf den Gesundheitsstatus und Wirt-schaftlichkeit sollen verschiedene Raufutter auf ihre Eignung als Rohfaserquellen für Kälber geprüft werden. Damit sollen Grundlagen für die Umsetzung von Artikel 37 Absatz 4 der Tierschutzverordnung betreffend Rohfaserversorgung geschaffen werden. Entsprechende Empfehlungen sollen in die vom BVET erarbeitete Amtsverordnung über die Haltung von Haustieren, welche die bisherigen Richtlinien für die Haltung von Rindvieh ersetzen wird, einfliessen.
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Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
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Mögliche Umsetzung aufgrund Selektionssitzung 2008:
UMS 2011:
Präsentation: https://gever-bvet.edi.intra.admin.ch/fsc/fscasp/content/bin/fscvext.dll?mx=COO.2101.102.5.297496
Das Projekt hat sehr wertvolle Resultate geliefert im Sinne einer kompetenteren Beratung der Tierhaltenden. Diskussion zum Vortrag: Wohlergehen muss erste Priorität haben. Unter den Raufuttermitteln, welche mit guten Gesundheitswerten einhergehen, schneiden die Maiswürfel betreffend Leistungsdaten am besten ab und sind deshalb bei der Empfehlung erste Wahl. Auf dem Informationskanal (nicht als Vorschrift) müssen Empfehlungen an Tierhaltende gemacht werden.
Diskussion zum Rohfasermindestgehalt, ideale Partikelgrösse, Diese Fragen gehen in den Pool für Projektideen Forschungsbedarf 2012.
Derzeit besteht kein Bedarf an einer höheren und detaillierteren Regelungsdichte in der Verordnung.
Status: erledigt. (mvo)Empfehlung: Information an Tierhaltende, dass ständiger Wasserzugang für Kälber „von Geburt“ wichtig ist. ist nicht immer gegeben. Von Anfang an.
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