Die Kapazitätsengpässe und damit auch die Staustellen befinden sich oft an sehr heiklen Stellen, sowohl von der Siedlung her (Lärm, Abgase, Trennwirkung, Siedlungsbild, etc.), wie auch was das Verkehrssystem, (insbesonde-re Behinderungen des öffentlichen Verkehrs, aber auch bezüglich Langsamverkehr und Sicherheit) anbelangt. Mit Dosieranlagen soll der Stau dorthin verlagert werden, wo er die Siedlung und die anderen Verkehrssegmente möglichst wenig beeinträchtigt und wo günstigere Voraussetzungen unter verkehrstechnischen Gesichtspunkten gegeben sind.
Durch die Dosierung erfährt der MIV in der Regel nicht zusätzliche Wartezeiten, sondern die Wartezeiten entste-hen an anderen Orten im Strassennetz. Bei einer Dosierung an einem Siedlungsrand ändert sich der Zeitbedarf für den Durchgangsverkehr kaum. Für den Binnen- und Quellverkehr verbessern sich die Verhältnisse, während der Zielverkehr teilweise zusätzliche Zeitverluste an der Dosierstelle erfahren kann. Bei grossem Binnen- und Quellverkehr kann dieser die Wirksamkeit der Dosierung untergraben und zu zusätzlichen Zeitverlusten beim Durchgangsverkehr führen. Dann muss der Quellverkehr dosiert oder planerisch begrenzt werden.
Die typische und verbreitetste Form einer Dosierstelle ist ein lichtsignalgesteuerter Knoten. An einem Knoten vor einem Rotlicht warten zu müssen, ist den Automobilisten vertraut und wird von ihnen akzeptiert. Wird der Knoten von öffentlichen Verkehrsmitteln befahren, so muss dieser wesensgerecht behandelt werden. Eine Lichtsignalan-lage sollte aber nicht nur den Verkehr an einem Knoten regeln, sondern sie darf nur soviel Verkehr an die umlie-genden Knoten weiterleiten, wie diese bewältigen können.
Eine sinnvolle Lage für eine Dosierstelle ist oft der Siedlungsrand, weil dort der Stau die Siedlungsqualität wenig beeinträchtigt und oft eine Busspur leichter zu realisieren ist als im überbauten Gebiet. Wenn es aber am Sied-lungsrand keinen Knoten hat, so ist man lange Zeit davor zurück geschreckt, auf der „offenen Strecke“ ohne lokal ersichtlichen Grund (ohne Querstrasse) eine Lichtsignalanlage zu erstellen. Es gibt nun aber verschiedene Bei-spiele, wo genau dies gemacht wurde. Mit einer entsprechenden Signalisation muss den Automobilisten die un-gewohnte Situation verständlich gemacht werden. Für diese Signalisation wurde bei den verschiedenen Dosier-anlagen sehr unterschiedliche Lösungen gewählt. Eine Vereinheitlichung wäre zu prüfen.
Um die Beachtung zu erzwingen, wurde bei den ersten Dosierstellen auf „offener Strecke“ Rotlichtkameras als montiert. Bei neueren Anlagen wurde zum Teil darauf verzichtet.
Nicht nur bei Strassen im Siedlungsgebiet kann das Dosieren zur Verbesserung der Verhältnisse beitragen, son-dern auch auf Autobahnen. Erfahrungen bestehen einerseits mit dem Rampmetering, bei welchem der bei einem Autobahnanschluss einfahrende Verkehr soweit dosiert wird, dass er nicht mehr den Hauptstrom abbremst und dort eine Staubildung verursacht.
Andererseits wird auch vor Autobahntunneln aus Sicherheitsgründen dosiert (Gotthard). Interessant ist, dass dies mit einer Bevorzugung des Personenwagenverkehrs und des kleinräumigen Güterverkehrs gegenüber dem Gü-terverkehr mit grossen Distanzen verbunden ist.
Bei Autobahnausfahrten stellt sich die Aufgabe, den Verkehr von der Autobahn ins lokale Strassennetz so zu dosieren, dass dieses nicht überlastet wird. Dazu sind genügend Pufferräume erforderlich.