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Forschungsstelle
ALP
Projektnummer
2.3.3
Projekttitel
Bienenhaltung, Bienenpathologie, Bienenprodukte, Imkerei-Umwelt/Landwirtschaft
Projekttitel Englisch
Beekeeping, bee pathologie, bee products, beekeeping environment/agriculture
Kurztitel
Zentrum für Bienenforschung

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Neue Kenntnisse/Literatur
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Arbeitsvorgang/Stand der Arbeiten
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Kunden/Berichterstattung
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URL-Adressen
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Englisch)
Sustainable apiculture, sustainable pest control, sustainable disease control, bee protection, bee friendly agriculture, bee product quality, bee product technology, education , bee keeping, colony collapse, pesticide, Apis mellifera, honey, pollen, propolis, beeswax, Nosema sp., foulbrood, Aethina tumida, Varroa destructor, virus, GMO, ….
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Die Honigbiene ist bedroht. Seit der Verbreitung der aus Asien eingeschleppten Varroamilbe gibt es in unseren Klimazonen keine eigentlichen Wildpopulationen mehr. Durch Krankheits- und Schädlingsverbreitung mit internationalem Warenaustausch nimmt die Bedrohung laufend zu. Die Honigbiene ist heute imkerabhängig. Sie ist das einzige Nutztier, das durch eine UN-Schutzkonvention (1998 Sao Paulo Declaration) geschützt werden muss.

Im Wissen, dass jeder dritte Bissen den wir Menschen essen bestäubungsabhängig ist und dass etwa 80 % davon von der Honigbiene geleistet wird, muss das Oberziel aller Bemühungen in der Bienenforschung lauten: Erhaltung einer flächendeckenden Bestäubung aus Gründen der Ernährungssicherung. Die Bestäubung kann aber nur über eine funktionierende Imkerei sichergestellt werden. In der Schweiz können wir uns auch nicht eine reine Bestäubungsimkerei nach dem Muster der USA vorstellen. Die Motivation zur Bienenhaltung basiert traditionell auf naturschützerischen Interessen, einem gewissen Idealismus und dem Willen, einmalige, authentische Bienenprodukte zu produzieren. Aus Sicht der Forschung sind damit fünf Schwerpunkte zu setzen:

  1. Nachhaltige Betriebsweise zur Sicherstellung einer funktionierenden CH Imkerei
  2. Nachhaltige Bekämpfung von Bienenkrankheiten und Bienenschädlingen zur Erhaltung einer funktionierenden Imkerei und zur Produktion von rückstandsfreien Bienenprodukten
  3. Bienenschutz im Rahmen von landwirtschaftlichen Massnahmen und Umweltveränderungen muss eine flächendeckenden Imkerei ermöglichen
  4. Qualität der Bienenprodukte mit dem Ziel, dem Konsumenten hochwertige Produkte (Unikate) anzubieten, als Motivation für ein fundiertes Imkerhandwerk
  5. Optimierter Wissenstransfer zur Sicherstellung, dass die rund 20'000 CH Imkerinnen und Imker nach neusten Erkenntnissen arbeiten
Projektziele
(Deutsch)
  • Erhaltung einer flächendeckenden Bestäubung aus Gründen der Ernährungssicherung
  • Erhaltung einer funktionierenden Imkerei in der Schweiz
  • Qualitativ hochstehende Bienenprodukte: Honig, Pollen, G.Royale, Wachs, Propolis und Bienengift aus CH-Imkerei
  • Die Imkereibranche ist auf dem aktuellen Stand des Wissens und arbeitet gemäss GHP
Neue Kenntnisse/Literatur
(Deutsch)
  • Neue potentielle Schädlinge (z.B. Aethina tumidia, Tropilaelaps Milben, Nosema ceranae, Vespa velutina)
  • Alte Probleme in neuen Dimensionen (andere Krankheitsverläufe: z.B. Varroa, Faulbrut, Viren), eventuell virulentere Genotypen.
  • Völkersterben (Colony Collapse Disease = CCD) wahrscheinlich multifaktoriell. Viren mit Wirtswechsel Biene-Varroa, Bakterien (Pseudomonaden (Wille et al), Nosema sp.. Eventuell unbekannte anthropogene Faktoren
  • GVO Pflanzen beeinflussen teilweise die Entwicklung von Bienen (Babendreyer et. al)
  • Bienenprodukte, die GVO-Pollen enthalten, haben eventuell Nachteile am Markt
  • Der internationale Handel mit Bienenprodukte benötigt Produktdefinitionen und Qualitätskriterien insbesondere für Bienenwachs, Gelee Royal, Pollen und Propolis.
  • In einzelnen Regionen spricht man von Pollination Crisis und fürchtet Einbrüche der landw. Erträge.
  • Die Imkereibranche in der Schweiz hat Nachwuchsprobleme. Die massiv gestiegenen Anforderungen (Krankheits- und Schädlingsmanagement) erfordern eine Professionalisierung
Literatur zu allen Themenbereichen siehe Bee Literature DB

Zurzeit arbeitet die Arbeitsgruppe Bienen (Motion Gadient) einen Vorschlag aus, wie die Imkerei in CH gefördert werden könnte. Die Forschung ist dabei mit Sicherheit auch betroffen.
Arbeitsvorgang/Stand der Arbeiten
(Deutsch)

Folgende 35 Unter-Projekte wurden in 5 Schwerpunkten geplant, wobei für jedes einzelne eine ausführliche Projektbeschreibung oder eine Projektskizze vorliegt:
* Finanzierung noch nicht gesichert, Drittmittel in Aussicht
**Finanzierung und damit Realisierung offen, in Bearbeitung

1. Nachhaltige Betriebsweise zur Sicherstellung einer funktionierenden CH Imkerei:
1.1. ** Erarbeiten von Grundlagen und Massnahmen für die Vitalitäterhaltung der Bienenvölker
1.2 Monitoring Bienensterben, Erforschen der Ursachen und Erarbeiten von Grundlagen und Massnahmen für eine sichere Überwinterung von Bienenvölkern im Rahmen der internationalen Arbeitsguppe Bee Losses
1.3. * Nationale (Rassenunabhängige) Koordination und wissenschaftliche Betreuung der Bienenzucht (Krank heits- und Schädlingstoleranz) und insbesondere der Sicherheit der Belegstellen (Verbände mit BLW)
1.4. * Wissenschaftliche Planung, Koordination, Betreuung und Auswertung des Projektes Mellifera- Schutzgebiet Glarnerland (BLW)
1.5. Grundlagen für und Beurteilung von Imkerei auf Kleinzellen mit nationaler und internationaler Praktiker gruppe

2. Nachhaltige Bekämpfung von Bienenkrankheiten und Bienenschädlingen zur Erhaltung einer funk tionierenden Imkerei und zur Produktion von rückstandsfreien Bienenprodukten
2.1. Varroa - Bekämpfung: a) Weiterentwicklung Liebefelder AVB (IMA, CHJ, KUR, KIV, Schneider,Tschumi, div. Geräterhersteller)
**b) Entwicklung biologischer Bekämpfungsmethoden (Zusammenarbeit mit Grundlagenforschung)
2.2 Untersuchung des Einflusses von Virenbefall auf die Überwinterung von Bienenvölkern am Modell des DWV-Viruses und des ABPV-Viruses
2.3. * Untersuchung der Rolle des Wirtswechsels Biene - Varroamilbe für die Virulenz der Bienenviren
2.4. ** Epidemiologie und Bekämpfung der Faulbrut unter Anwendung der neu entwickelten in vitro Tests
2.5. Neue Sanierungskonzepte für Sauerbrut aufgrund der Erkenntnisse der letzten Periode entwickeln und Umsetzung in der Praxis begleiten sowie deren Wirksamkeit prüfen
2.6. * Strategie zur Behandlung des Kleinen Beutekäfers: Biologie, Entwicklung nachhaltiger Bekämpfungsstra tegien und Testen der Methoden in verseuchten Regionen (USA u. Australien) (SNF)
2.7. Biologie Diagnose, Verhalten des Kleinen Beutenkäfers in Feldstudien USA
2.8. Untersuchung der Rolle von
Bakterien (insb. Septikämie) , Rikettsien und Nosema im Zusammenhang Bienensterben inkl. Diagnose, Kontrolle und Prävention (Zusammenarbeit mit CH Diagnostiklabor und Colony Collaps Disorder working group

3. Bienenschutz im Rahmen von landwirtschaftlichen Massnahmen und Umweltveränderungen muss eine flächendeckenden Imkerei ermöglichen
3.1. Prüfung Bienenverträglichkeit landwirtschaftlicher Hilfsmittel im Rahmen der Zulassung (CHJ mit PS- Agroscope)
3.2. ** Entwickeln von Konzepten einer Bienenverträglichen Landwirtschaft zusammen mit ART
3.3. ** Einfluss von Pollution und Klima auf Bienengesundheit (Sao Paolo Convention BAFU)
3.4. **Einfluss GVO-Pflanzen auf Honigbienen, Fortsetzung der Forschungsarbeiten (SNF)

4. Qualität der Bienenprodukte mit dem Ziel, dem Konsumenten hochwertige Produkte (Unikate) an zubieten, als Motivation für ein fundiertes Imkerhandwerk
4.1 Implementierung und wissenschaftliche Koordination sowie Betreuung des Labelprogramms VSBV
Honigreglement (GAP, BOS, KIV, BAR, PIP, Schürer, nat. Honigkommission FSSA, Bachofen, Bieri)
4.2. * Unterhalt und Weiterentwicklung des Früherkennungsinstrumente im Schweizerischen Honignetzwerk (inkl. Koordination und wissenschaftl. Betreuung des Netzwerkes) (GAP, BAR, IMR, BET, Narimpex, Nest le, Unilever, SQTS, CH-Honignetzwerk, BAG, KC’s)
4.3. * Entwicklung von Methoden zum quantitativen Nachweis von Futterzucker in Honig (GAP, BAR, KIV, int. Honey Commission, KC’s)
4.4. Entwicklung des Honigqualitätsscreening mittels Infrarottechnik (VSBV)
4.5. Entwicklung einer nachhaltigen Konservierungstechnologie für Bienenpollen
4.6. Koordinieren und Betreuen des Schweizerisches Wachsmonitoringprogramm als Grundlage für Risikobe urteilung
4.7. ** Standardisierung von Propolis im Rahmen eines internationalen Programmes der I.H.C.
4.8. Aufbau eines Honigrefenzlabors für Analytik, Refenzprodukte, Standards in Zusammenarbeit mit ALP Pro jekt

5. Optimierter Wissenstransfer zur Sicherstellung, dass die rund 20'000 CH Imkerinnen und Imker nach neusten Erkenntnissen arbeiten
5.1. *
Entwicklung eines neuen nationalen Aus- und Weiterbildungskonzeptes (Bildungsreglement) für Imker in Zusammenarbeit mit den Verbänden (BLW und Verbände)
5.2. Kurse 4J. Grundausbildung der neuen Imkereiberater
5.3. Kurse 2J. Weiterbildung der kantonalen Bieneninspektoren inkl.
*Neues Bildungskonzept mit Forum (Kantone)
5.4. Turnusgemässe (4J) Ausbildung der neuen Honigkontrolleure (Qualitätsprogramm)
5.5. Turnusgemässe (2J) Weiterbildung der Honigkontrolleure
5.6. Laufend aktualisierte Homepage inklusive gepflegter Memberbereich für Inspektoren, Kontrolleure und Berater
5.7. Literaturdatenbank und Bilddatenbank für internen und externen Gebrauch (Member)
5.8. Imkereibetrieb Produktion und Haltung der Demonstrations- und Versuchsvölker
5.9. Erarbeitung von Lehrmitteln und Schulungsunterlagen
5.10 *Vorlesung Vetsuisse (UNI Bern, UNI Zürich und ETHZ
Kunden/Berichterstattung
(Deutsch)
Imkereibranche, Ämter, Landwirtschaft, Konsumenten, Öffentlichkeit / Rund 300 Publikationen und 400 Vorträge
URL-Adressen
(Deutsch)