Teilprojekt 1: Emissionen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen
Teilprojekt 2: Landwirtschaftliche Transporte
Teilprozess 3: Prüfungen (Traktorprüfung, Sicherheitskabinen, Spritzentests)
TP 1: Emissionen
Neueste Studien belegen, dass der Offroad-Bereich (Land-, Forst- und Bauwirtschaft) mit seinen Emissionen wesentlich zur Umweltverschmutzung beiträgt. Bei den Dieselmotoren sind dies vor allem Partikel und Stickoxide, die während der Verbrennung entstehen. Um die Emissionen der Gesamtheit der Offroad-Fahrzeuge präziser abzuschätzen, sind neben Fahrzeuganzahl und Einsatzstunden detaillierte Informationen zu den Lastfaktoren und den spezifischen Emissionen notwendig. Zur Berechnung liegen zwar Resultate aus genormten Testzyklen vor, doch unterscheiden sich diese deutlich vom realen Betrieb. Dies macht die Erstellung von Emissionsinventaren in Land- und Forstbereich schwierig, da kaum konkrete Messungen vorliegen. Mit Einführung der Abgasstufe 3B wird der stationäre Testzyklus durch einen dynamischen abgelöst, der auf den konventionellen Motorprüfständen nicht mehr gemessen werden kann. Dynamische Messungen mit einer mobilen Abgasmessanlage im realen Praxiseinsatz stellen dann die geeignete Datengrundlage dar.
Neben der Abschätzung der Emissionen liegen die Bestrebungen von Umweltbehörden in der Reduktion dieser Schadstoffe. Die Gesetzgebung schreibt im Jahr 2014 nach der Partikelreduktion auch eine deutliche Verringerung der NOx-Emissionen vor, welche nach heutigem Stand nur durch Abgasnachbehandlungssysteme erreicht werden kann. Für bestehende Fahrzeuge sind für eine Nachrüstung sowohl bezüglich Partikel als auch der Stickoxide noch viele Fragen ungeklärt. Da sich die Bereiche Land- und Forstwirtschaft teilweise überschneiden ist zu überprüfen, ob die Aktivitäten von ART in den Forstbereich – später allenfalls auch in den Baumaschinenbereich - auszuweiten sind.
TP 2: Landwirtschaftliche Transporte
Der grösste Teil der landwirtschaftlichen Transporte wird mit Traktoren und Anhängern durchgeführt. Im Jahr 2005 wurden 1,4 Millionen Tonnen Zuckerrüben verarbeitet. Ein grosser Teil dieser Rüben wurden mit landwirtschaftlichen Transportgruppen bis zur nächsten Bahnstation oder bis in Werk transportiert. Durch die zunehmende Hof-Feld Distanz und der Zentralisierung von Annahmestellen steigen die Transportdistanzen an. Die Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichtes auf 40 Tonnen in Kombination mit 40 km/h Geschwindigkeit stellt hohe Anforderungen an Federungen und Bremsen. Ein Blick ins benachbarte Ausland zeigt, dass die Tendenz zu noch höheren Geschwindigkeiten geht.
Gemäss den geltenden Vorschriften müssen vollbeladene Transportzüge bei mindestens 15% Steigung anfahren können. Wegen zu hoher Lasten und unangepassten Traktoren scheint dies für viele Landwirte schwer erfüllbar zu sein. In der Praxis ist dies schwer überprüfbar und es stehen keinerlei Richtwerte zur Verfügung.
Bei viel Transportvolumen und langen Distanzen stellt sich die Frage, wann der Einsatz eines LKW’s sinnvoll ist, oder der Transport mit dem Traktor wirtschaftlicher bleibt.
TP 3: Prüfungen
Für die Ausübung von Expertentätigkeiten in politischen Bereichen und als Serviceleistung für die landwirtschaftliche Praxis gilt es das Monitoring der Emissionen und Leistungsparameter von Traktoren auf dem neuesten Stand zu halten,
Die ART ist verordnungsmässig (TGV, Anh. 2) beauftragte Genehmigungsstelle für Sicherheitskabinen für landw. Motorfahrzeuge sowie Prüfstelle für Leistungs- und Rauchprüfungen für landw. Motorfahrzeuge.
Im Rahmen des ökologischen Leistungsnachweises in der Schweiz ist ART die vom BLW beauftragte Aufsichtsstelle für die Qualitätssicherung der Spritzenprüfungen für den Feld-, Obst- und Weinbau.