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Forschungsstelle
ART
Projektnummer
08.33.03.02
Projekttitel
Nutzen und ökologische Risiken von Organismen im Pflanzenschutz
Projekttitel Englisch
Benefits and ecological risks of invertebrate biological control agents
Kurztitel
Nutzen und Risiken von Organismen im Pflanzenschutz

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Neue Kenntnisse/Literatur
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Projektspezifische Kosten
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Englisch)
Risk assessment, biosafety, non-target effects, monitoring
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Für die biologische Bekämpfung von Schädlingen werden in der Landwirtschaft Mikroorganismen (Pilze, Bakterien, Viren) sowie Makroorganismen (Parasitioiden, Prädatoren und Nematoden) eingesetzt. Diese Organismen unterliegen gemäss der Pflanzenschutzmittel-Verordnung einer Bewilligungspflicht wenn sie in den Handel gebracht werden. Im Rahmen dieses Bewilligungsverfahren beurteilt die ART im Auftrag des BLW die ökologischen Risiken solcher Organismen. Da die ökologische Risikoanalyse von Makroorganismen erst in den letzten Jahren entwickelt wurde oder noch in Entwicklung begriffen ist und damit noch wenig Erfahrung besteht, wird von der ART im internationalen Rahmen an der Methodik und den internationalen Verfahren zur Regulierung von Organismen für den Pflanzenschutz gearbeitet. Die ART ist in diesem Zusammenhang in mehreren internationalen Projekten aktiv (z.B. EU-REBECA), bei denen die Verfahren zur Beurteilung von möglichem Nutzen und ökologischen Risiken entwickelt und harmonisiert werden.

Invasive Organismen haben global gesehen erhebliche negative Auswirkungen auf die Biodiversität. Nach der Habitatszerstörung stellen invasive Organismen den zweitwichtigsten Faktor für den Rückgang der Biodiversität dar. In der Konvention von Rio hat sich auch die Schweiz verpflichtet, ihre genetischen Ressourcen zu schützen und die Biodiversität zu erhalten. Wenn auch das Ausmass in der Schweiz weniger dramatisch als in anderen Ländern ist, steigen auch hierzulande die Anzahl der invasiven Arthropoden an und einige davon können erhebliche Konsequenzen für die Artenvielfalt und die Landwirtschaft haben (z.B. der asiatische Marienkäfer oder der westliche Maiswurzelbohrer). Die zunehmende Bedeutung der invasiven Arten spiegelt sich auch in der neuen Freisetzungsverordnung wider, die erstmalig explizit auch gebietsfremde Organismen regelt. Am Beispiel des asiatischen Marienkäfers sollen die ökologischen Auswirkungen eines Insekts untersucht werden, das als Nützling gegen Blattläuse in die Schweiz und andere europäische Länder eingeführt wurde und vermutlich die Arthropodenfauna in unerwünschter Weise beeinflusst. Diese Untersuchungen werden in Zusammenarbeit mit andern Forschergruppen in Europa durchgeführt.

Projektziele
(Deutsch)

In diesem Sammelprojekt verfolgen wir fünf Ziele:

1. Beurteilung möglicher ökologischer Risiken von Makroorganismen, die zur Bewilligung im Pflanzenschutz angemeldet werden.

2. Untersuchung der Auswirkungen ausgewählter Makroorganismen, die im Pflanzenschutz eingesetzt werden könnten (oder bereits werden) auf die belebte Umwelt.

  1. Entwicklung von Methoden für die Messung von Effekten von Makroorganismen auf Nicht-Zielorganismen und die Biodiversität.
  2. Zusammenarbeit mit Partnern (Uni Wageningen, Uni Birmingham, CABI Delémont) und Organisationen (IOBC, EPPO) bei der Erstellung von Richtlinien, die international zum Bestimmen von Nutzen und ökologischen Risiken durch den Einsatz von Makroorganismen im Pflanzenschutz angewendet werden können.
  3. Entwickeln von Methoden und Verfahren, mit denen relevante Aspekte der Biosicherheit in Kulturen und Anbausystemen erfasst und beurteilt werden können.

Der wichtigste Kundennutzen liegt bei den Bewilligungsbehörden (BLW, BAFU), die basierend auf den von uns erarbeiteten Ergebnissen ihre Entscheidungen treffen. Die erhobenen Daten sowie die erarbeiteten Konzepte sind sowohl für die Wissenschaft als auch für Regulierungsbehörden, die Nützlingsproduzenten in der Schweiz und im übrigen Europa sowie für die breite Öffentlichkeit interessant. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, die Risikobeurteilung von Organismen für den biologischen Pflanzenschutz zu verbessern.

Neue Kenntnisse/Literatur
(Deutsch)

BIGLER F., BALE J.S., COCK M.J.W., DREYER H., GREATREX R., KUHLMANN U.,

BABENDREIER D., BIGLER F. and KUHLMANN U. 2005. Methods used to assess non-target effects of invertebrate biological control agents of arthropod pests. BioControl 50: 821-870.

BIGLER F., LOOMANS A. and VAN LENTEREN J. 2005. Harmonization of the Regulation of Invertebrate Biological Control Agents in Europe. Proceedings of the International Symposium on Biological Control of Arthropods, Davos, September 12-16, Switzerland.

BIGLER F., BABENDREIER D. and KUHLMANN U. (eds) 2006. Environmental impact of invertebtrates for biological control of arthropods. CABI Publishing, Wallingford, UK, pp.299.

LENTEREN van J.C., BALE J.S., BIGLER F., HOKKANEN H.M.T. and LOOMANS A.J.M. 2006. Assessing risks of releasing exotic biological control agents of arthropod pests. Annu. Rev. Entomol. 51: 609-634.

BIGLER F. 2006. Les invertébrés dans la lutte biologique contre les arthropods. PHYTOMA, La defense des Végétaux 591 :19-23.

BIGLER F. 2006. The Use of Invertebrates for Biological Control of Arthropods in Europe: Successes and Challenges. Proceedings AFPP - Third International Conference on Non-chemical Crop Protection Methods, Lille, France.

BALE J.S. VAN LENTEREN J.C. and BIGLER F. 2007. Biological control and sustainable food production. Philosophical transactions of the Royal Society B, 1-17.

ESCHEN R., BABENDREIER D., NAUER S., BIGLER F. and KENIS M. 2007. Surveys for ladybirds (Coleoptera:Coccinellidae) in Switzerland and confirmation of the presence of the invasive alien ladybird species, Harmonia axyridis (Pallas). Mitt. Schweiz. Ent. Ges. 80: 7-14.

LENTEREN van J.C., LOOMANS A.J.M., BABENDREIER D. and BIGLER F. (accepted). Harmonia axyridis: an environmental risk assessment for Northwest Europe. BioControl.

Projektspezifische Kosten
(Deutsch)
Keine.