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Forschungsstelle
ASTRA SBT
Projektnummer
SVI2007/014
Projekttitel
Strategien zur Kooperation und zum Management beim Betrieb von intermodalen Schnittstellen

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektbeschreibung
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Erwartete Erkenntnisse/ Nutzen, Nutzniesser
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Methoden
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Spezielle Geräte und Installationen
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Allgemeiner Stand der Forschung
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Projektziele
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Forschungsplan
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Umsetzung und Anwendungen
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Publikationen / Ergebnisse
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Berichtsnummer
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Literatur
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)

Intermodale Schnittstellen, Kooperationsformen, Managementstrategien

Schlüsselwörter
(Englisch)

Intermodal interchanges; cooperation, management strategies

Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Die Attraktivität der kombinierten Mobilität wird im hohen Masse durch bedürfnisgerechte und leistungsfähige Schnittstellen zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln und Verkehrsträgern bestimmt. In intermodalen Schnittstellen sind eine Vielzahl von Akteuren aktiv. Diese Akteure stellen oftmals konkurrenzierende Anforderungen und unterscheiden sich in ihren Betriebskulturen, Organisationslogiken, Arbeitsweisen, betrieblichen Selbstverständnissen, Projektorganisationsformen usw. Kooperationen und dem Management intermodaler Schnittstellen kommt somit eine entscheidende Bedeutung zu, damit ein positiver Gesamteindruck bei den Benutzenden entstehen kann, damit die kombinierte Mobilität attraktiv ist und damit sie effizient betrieben werden können.

Das Projekt untersucht für vier unterschiedliche Typen von intermodalen Schnittstellen, welche Kooperation und Managementformen heute existieren. Ferner werden zukünftige Kooperationsbereiche und Herausforderungen für den Betrieb identifiziert, wie z.B. kommerzielle versus verkehrliche Funktionen, Optimierung der Verkehrsströme in Knoten, Gewährleistung von Mindeststandards in der Fläche etc. Zudem werden die Planung und Betrieb unterschieden.

Ergebnis ist die Ermittlung einer Best Practice Variante für Kooperation und Management je nach Kooperationsbereich (heute und in Zukunft), Schnittstellentyp sowie Planungs- und Betriebsphase.

Kurzbeschreibung
(Englisch)

The attraction of combined mobility is largely determined by the provision of interchanges between the different transport modes which fulfil the needs of travellers and work well. Many interested parties are involved in intermodal interchanges. These parties often have competing requirements and differ in terms of their company cultures, organisational logics, approaches to work, identities, project organisation forms, etc. Thus cooperation and the management of intermodal interchanges play a crucial role in generating a positive overall impression among users, ensuring the attractiveness of combined mobility and guaranteeing its efficient operation.

This project examines the forms of cooperation and management that exist today on the basis of four types of intermodal interchange. Possible areas of cooperation and future challenges for the operation of intermodal interchanges will also be identified, e.g. commercial versus transportation functions, the optimisation of traveller flows within the intermodal interchange, the guaranteeing of minimum standards in rural areas etc. A differentiation will also be established between planning and operational phases.

The study will identify a best-practice variant for cooperation and management for the identified areas of cooperation (today and in the future), for the type of intermodal interchange und for the planning and operational phases.
Projektbeschreibung
(Deutsch)

Die Akteure an intermodalen Schnittstellen stellen oftmals konkurrenzierende Anforderungen und unterscheiden sich in ihren Betriebskulturen, Organisationslogiken, Arbeitsweisen, betrieblichen Selbstverständnissen, Projektorganisationsformen usw. Es können somit leicht Konflikte entstehen, zwischen den Akteuren einerseits und den Benutzenden andererseits, welche die intermodalen Schnittstellen als „Gesamtwerk“ wahrnehmen (Forschungsarbeit SVI 2004/096). Kooperationen und dem Management intermodaler Schnittstellen kommt somit eine entscheidende Bedeutung zu, damit ein positiver Gesamteindruck bei den Benutzenden entstehen kann, damit die kombinierte Mobilität attraktiv ist und damit diese Schnittstellen effizient betrieben werden können.

In dieser Forschungsarbeit sollen deshalb Kooperations- und Managementmöglichkeiten beim Betrieb von intermodalen Schnittstellen (IMS) aufgezeigt, analysiert und evaluiert werden. Die folgenden vier IMS Typen werden betrachtet: IMS-Typ 1: Bahnhöfe von nationaler Bedeutung (Bsp. Zürich, Basel, Bern, Lausanne, Genf), IMS-Typ 2: Bahnhöfe von kantonaler / regionaler Bedeutung (Bsp.: Aarau, Lugano, St. Gallen, Chur), IMS-Typ 3: Bahnhöfe von regionaler / lokaler Bedeutung und IMS-Typ 4: Zentrale Schnittstellen innerhalb des lokalen öV-Netzes. Dabei sind Strategien aufzuzeigen, die ein attraktives Gesamtwerk aus Sicht der Benutzenden ergeben und bei denen die Akteure „Win-win-Situationen“ erzielen können. Mit Fokus auf zukünftig zu erwartende Herausforderungen ergeben sich beispielhaft folgende Kooperationsbereiche, für die effiziente Kooperations- und Managementmodelle und -strategien notwendig sind (Beispiele zur Illustration der Problemlage, Erarbeitung und Abstimmung in der Begleitgruppe):

  • Interessenausgleich zwischen verkehrsfunktionalen und kommerziellen Nutzungen: Mit der kommerziellen Nutzung wird heute mehr Gewinn erwirtschaftet als mit der verkehrlichen Funktion. Damit besteht die Gefahr, dass bei Planung und Betrieb der Schnittstellen die Verkaufsströme gegenüber den Verkehrsströmen prioritär behandelt werden. Zukünftige Kooperations- und Managementstrategien dienen dazu, hier einen Ausgleich zwischen den Interessen zu ermöglichen.
  • Optimierung der Verkehrsströme in intermodalen Knoten. Die Leistungsfähigkeit der intermodalen Schnittstellen muss gesteigert werden. In grossen Knoten kann dies auch mit einem guten Verkehrsmanagement der Ein-/Aus- und Umsteiger (z.B. mittels Kundeninformationen) erfolgen. Mit Innovationen kann die Nutzung bestehender Anlagen optimiert werden. So ist eine frühzeitige Information für Kunden bei knappen Umsteigezeiten im Störungs- und im Regelfall notwendig (z.B. über GIS-basierte Handysysteme). Zukünftige Kooperations- und Managementstrategien sollen geeignet sein, die Umsetzung von Innovationen zu erleichtern und eine optimierte Nutzung der bestehenden Anlagen zu ermöglichen.
  • Finanzierungsmechanismen zur Aufrechterhaltung von Qualitätsstandards in der Fläche: Kooperations- und Managementstrategien sind in diesem Bereich für die Finanzierung weiterer Anlagen und Dienstleistungen von Interesse.
  • Gewährleistung der Anforderungen aufgrund des demographischen Wandels: Kooperations- und Managementstrategien müssen gewährleisten, dass bei Planung und Betrieb von intermodalen Schnittstellen die künftigen Anliegen schon heute berücksichtigt werden.
  • Mit einer weiteren Liberalisierung des Schienenpersonenverkehrs (in der EU ab 2010) werden in Zukunft vermutlich mehrere Verkehrsunternehmen eine intermodale Schnittstelle benutzen, wie dies in Grossbritannien bereits heute der Fall ist. Daraus ergeben sich z. B. Anforderungen an Ticketbüros und Kundeninformationen. Kooperations- und Managementstrategien müssen für die Verkehrsunternehmen einen diskriminierungsfreien Zugang zu den Schnittstellen ermöglichen.
  • Gewährleistung der Sicherheit (z.B. Bombenanschläge, aber auch Sturz vom Perron) und Benutzerfreundlichkeit: Innovationsfreundliche Kooperations- und Managementstrategien für intermodale Schnittstellen können Risiken mindern und die Sicherheit verbessern.

Das Forschungsvorhaben hat zum Ziel, Kooperations- und Managementstrategien für intermodale Schnittstellen zu erarbeiten, die den heutigen Anforderungen gemäss den SVI-Forschungsarbeiten und den zukünftig zu erwartenden Kooperationsbereichen Rechnung tragen. Dabei legen wir Wert auf Ausgleichsmechanismen zur Herstellung von Win-Win-Situationen für die beteiligten Akteure und auf Strategien, die Innovationen ermöglichen.

Um praxistaugliche Empfehlungen und Vorschläge zu erarbeiten, ist ein enger Einbezug von Akteuren von intermodalen Schnittstellen vorgesehen. Die folgenden Arbeitsschritte sind im Lösungsansatz vorgesehen:

1. Ermittlung von zu untersuchenden Kooperationsbereichen:

Vertieft zu untersuchende Kooperationsbereiche werden ermittelt, indem die heutigen Anforderungen und zukünftigen Herausforderungen an IMS aufbereitet werden. Dazu werden die bestehende Literatur im In- und Ausland ausgewertet und Einzelinterviews mit zentralen Akteuren geführt (z.B. mit Infrastrukturbetreiber, Immobilieneigentümer, Personenverkehrunternehmen (Bus und Bahn), Verkehrsverbund, Gemeinde etc.)

Für die weitere Bearbeitung werden vier Beispiele bestimmt und zu untersuchende Koordinationsbereiche festgelegt. Für die Beispiele und Koordinationsbereiche werden die heutigen Kooperations- und Managementmodelle und -strategien aufgezeigt und kritisch geprüft. Dabei werden Planungs- und Betriebsphase unterschieden.

2. Strategien und Modelle für Kooperation- und Management

Anschliessend werden ergänzende Kooperations- und Managementstrategien gesichtet und für den Einsatz bei der Gestaltung und dem Betrieb intermodaler Schnittstellen geprüft und angepasst. Ferner werden in- und ausländische Erfahrungen sowie Good-Practice-Beispiele beigezogen.

3. Evaluation der Kooperations- und Managementmodelle und -strategien

Die Vor- und Nachteile der Kooperations- und Managementstrategien werden für die einzelnen Akteure je IMS und für die Gesellschaft insgesamt dargestellt. Für die vier IMS-Beispiele wird aufgezeigt, wie die entwickelten Modelle die aufgezeigten Koordinationsbereiche am besten bewältigen können.

4. Workshop je IMS-Typ

Die entwickelten Kooperations- und Managementstrategien werden anschliessend in einem Workshop mit den interviewten Akteuren und der Begleitgruppe diskutiert.

5. Eventuelle Bereinigung der Modelle und Strategien, Forschungsbericht, Empfehlungen

Aufgrund der Ergebnisse der Diskussion und einer abschliessenden Würdigung werden Kooperations- und Managementstrategien und abschliessend Empfehlungen formuliert
Erwartete Erkenntnisse/ Nutzen, Nutzniesser
(Deutsch)

Die Forschungsarbeit zeigt zunächst die heutigen Kooperations- und Managementstrategien und –modelle für vier IMS-Typen auf. Unter Berücksichtigung der zukünftigen Herausforderungen werden Kooperations- und Managementstrategien und Modelle (weiter-) entwickelt und evaluiert. Abschliessend schlägt die Forschungsarbeit Kooperations- und Managementstrategien bzw. Modelle für die vier IMS-Typen und für die untersuchten Kooperationsbereiche vor.

Die erarbeiteten Kooperations- und Managementstrategien bzw. Modelle für die vier IMS-Typen sind von folgendem Nutzen:

  • Sie unterstützen die Realisierung der gewünschten Standards der IMS-Typen.
  • Sie verbessern die Möglichkeiten zur Umsetzung von Innovationen an IMS (z.B. zu Kundeninformationen).
  • Sie unterstützen die Lösungsfindung bei Interessenskonflikten zwischen den Akteuren.
Damit wird ein Beitrag geleistet, dass die IMS den zukünftigen Herausforderungen gerecht werden können und die kombinierte Mobilität an Attraktivität gewinnt. Durch den Einbezug der Akteure und der Behandlung konkreter IMS werden praxisnahe Resultate erzielt.
Methoden
(Deutsch)
Vertiefte Literaturrecherche, Interviews, Best-Practice-Analysen, theoretische Untersuchungen
Spezielle Geräte und Installationen
(Deutsch)
Keine
Allgemeiner Stand der Forschung
(Deutsch)

Forschungsarbeiten zu intermodalen Schnittstellen

Grundlegend für diese Forschungsarbeit sind verschiedene Forschungsberichte des SVI. Der abgeschlossene Forschungsauftrag SVI 2001/525 „Standards für intermodale Schnittstellen (IMS)“ [12] liefert grundlegende Definitionen. Einerseits werden die Ausstattungsbereiche definiert, welche in ihrer Gesamtheit die funktionalen Elemente einer IMS enthalten. Die Ausstattungsbereiche sind: Erschliessung, Infrastruktur, Information, Verkauf und Beratung, Mietservice, Zusatzservice. Andererseits definiert die Studie verschiedene Schnittstellen-Typen mit unterschiedlichen Bedeutungen für den funktionalen und räumlichen Kontext. Basierend auf weiteren Grundlagen (Normen etc.) legt die Studie Zielsetzungen und Qualitätsstandards für alle funktionalen Elemente einer IMS fest. Die Studie behandelt Fragen zu Organisation, Verantwortlichkeit und Kooperation. Dabei wird festgehalten, dass eine kundenorientierte Schnittstelle nicht allein durch die Addition einzelner hochwertiger funktionaler Elemente entsteht, sondern dass deren Zusammenspiel und Abstimmung wichtig sind. Da diese Leistungen in der Regel von mehreren Akteuren erbracht werden, zeigt sich die Bedeutung von Kooperationen. Wichtige Voraussetzungen für fruchtbare Kooperationen werden aufgezeigt. Weiter zeigt die Studie eine Übersicht der wichtigsten Akteure beim Betrieb von IMS in der Schweiz sowie eine Zusammenstellung von Handlungsfeldern für Kooperationen. Diese Übersicht illustriert die Herausforderungen; unterschiedliche Akteure treffen in verschiedenartigen Rollen aufeinander, wobei die Zusammenarbeit von den Autoren oft als «nötig», «unabdingbar» oder als «zwingend nötig» bezeichnet wird. Bezüglich des Bedarfs nach Management hält die Studie fest, dass dieser mit der Grösse einer IMS zunimmt. Das Ziel jedes Schnittstellenmanagements muss sein, Barrieren für einen reibungslosen Umstieg und einen angenehmen Aufenthalt abzubauen. Besonders wichtig ist daher das Notfallmanagement bei Störungen. Die Studie zeigt hilfreiche Instrumente für das Management in komplexen Situationen. Die Verknüpfung dieser Instrumente mit den vorab aufgezeigten vielfältigen Anforderungen an die Kooperation fehlt aber weitgehend. Es wird nicht systematisch gezeigt, bei welchen funktionalen Elementen welche Instrumente am ehesten geeignet wären und ob bzw. wie diese auch kombiniert werden könnten. Dem Qualitätsmanagement kommt sicher eine Schlüsselaufgabe zu. Schliesslich entscheiden die Kundenfreundlichkeit und die Attraktivität einer IMS über die kombinierte Nutzung verschiedener Verkehrsträger.

Im laufenden Forschungsauftrag SVI 2004/096 „Ausgestaltung von multimodalen Umsteigepunkten“ [7] werden demgegenüber nicht die einzelnen Merkmale betrachtet, sondern die „mentale Repräsentation der IMS bei den Benutzenden“. Damit werden Grundlagen bereitgestellt für eine qualitativ bessere Berücksichtigung der Benutzerwünsche bei der Planung und Realisierung der IMS. Die Forschungsarbeit zeigt, dass die Benutzenden die IMS vor allem als Gesamtwerk wahrnehmen. Für die in der Problembeschreibung genannten vier IMS-Typen werden spezifische Resultate erzielt. Fragen der Kooperation bzw. Zusammenarbeit werden in der SVI-Studie 2004/096 nicht thematisiert.

Auf europäischer Ebene existiert mit den Resultaten der EU-Forschungsprogramme GUIDE [5], MIMIC [8] und PIRATE [9] eine wissenschaftliche Basis zum Thema kombinierte Mobilität und Intermodalität. In diesen Studien stehen bis anhin aber die Benutzeransprüche und planerisch-technische Fragen im Zentrum. Betriebswissenschaftliche Fragestellungen über Möglichkeiten von Kooperationen und Management werden lediglich am Rande erörtert. GUIDE unterstreicht die Relevanz der betrieblichen Organisation einer IMS und verweist auf die Gefahr von aufgeteilter Verantwortung für gesamtbetriebliche Verbesserungen. In einer Fallstudie werden die Organisation und das Management dreier grosser Bahnhöfe untersucht. Die Autoren kommen zum Schluss, dass alle Bahnhöfe ein gemeinsames Problem haben, das sie als 'frontier question' bezeichnen. Damit sind die Spannungen und die komplexen Beziehungen zwischen verschiedenen Akteuren, Interessengruppen und Abläufen gemeint. Ansätze und Strategien zur Lösung dieses Problems werden keine genannt.

Forschungsstand zu Möglichkeiten und Grenzen der Kooperation

Die wissenschaftliche Publikation zu Fragen der Kooperationen unterschiedlicher Akteure ist vielgestaltig und erfolgt mit unterschiedlichen disziplinären Zugängen. Vereinfacht kann dabei unterschieden werden, welche Akteure im Fokus liegen (z.B. die Kooperation von Wirtschaft mit Politik, Bevölkerung mit Politik etc.). Aus Sicht des vorliegenden Projektes sind dabei zumindest folgende Bereiche von Bedeutung, wobei die angegebene Literatur nur indikativ sein kann:

  • Beidseitig freiwillig vertraglichen Regeln unterstellte Unternehmen jenseits von Markt und Hierarchie unter dem Stichwort der neuen Institutionenökonomik [3]. Die Kooperation von verschiedenen Wirtschaftsunternehmen in einem regionalen Kontext unter den Stichworten des Clustering bzw. regionaler Lernprozesse [2].
  • Der Einbezug der Bevölkerung in die Planung unter dem Stichwort der partizipativen Planung [4].
  • Die Zusammenarbeit von Wirtschaftsakteuren mit der öffentlichen Verwaltung und der Politik unter dem Stichwort der Public-Private-Partnerships [10] bzw. unter Einbezug der Zivilgesellschaft als Neo-Korporatismus [11].
  • Der engere Einbezug der Bevölkerung in politische Entscheidungsprozesse z.B. zu umstrittenen Infrastrukturprojekten unter dem Stichwort der partizipativen bzw. deliberativen Demokratie.

Trotz der Vielfalt der Literatur lassen sich einige zentrale Lehren aus dieser Literatur ziehen [6]:

  • Oft stehen nicht formalisierte Verfahren der Kooperation neben formellen (z.B. Verträge, Anhörung und Mitwirkung im RPG, demokratische Abstimmungen, Einsprachen bei Bauprojekten). Die Verzahnung bzw. das Ineinandergreifen bleibt oft unterbestimmt bzw. wird gar nicht beachtet.
  • Neben fachlich-inhaltlichen sowie technischen Fragen, die in solchen Kooperationen verhandelt werden, müssen auch Beziehungs- und Prozessfragen, allgemein die sozialpsychologische Ebene der Zusammenarbeit (u.a. Gruppenprozesse, Bedeutung von Vertrauen, unterschiedliche Betriebskulturen) beachtet werden.
  • Geklärt werden muss insbesondere, welche Funktion die Kooperation überhaupt erfüllen soll. Geht es darum, wechselseitig Wissen auszutauschen bzw. von einander zu lernen, soll Akzeptanz einer schon getroffenen Entscheidung erzielt werden, soll Verbindlichkeit über gemeinsame finanzielle Beteiligung erhöht werden usw.
  • Es steht eine Unzahl unterschiedlichster Instrumente insbesondere im Bereich der nicht formalisierten Verfahren zur Verfügung. Zentral ist dabei, dass kein Instrument sich für alle Anforderungen eignet, der Einsatz jeweils bezogen auf die anstehende Frage zu klären ist und insbesondere die Kombination unterschiedlicher Techniken sich oft als vorteilhaft zeigt.
  • Eng verknüpft mit Letzterem ist die Feststellung, dass je nach Projektschritt sich die Anforderungen an die Kooperation unterscheiden, also jeweils entschieden werden muss, wer, mit welcher Kompetenz/Verantwortung, wann mit welchem Ziel, zu welchen Inhalten und durch welche Technik unterstützt kooperieren soll.
Dem oft nur vermuteten aber auch immer wieder empirisch aufgezeigten Nutzen solcher Kooperationsformen stehen auch vielfältige Probleme gegenüber (unklare Verantwortlichkeiten, grosser Zeit- und Ressourcenbedarf, Ermüdungseffekte, fehlendes gegenseitiges Vertrauen der Akteure, Widerspruch von Kooperation mit bestehender Konkurrenz am Markt, Lock-in-Effekte, usw.).
Projektziele
(Deutsch)
In dieser Forschungsarbeit sollen Kooperations- und Managementmöglichkeiten beim Betrieb von intermodalen Schnittstellen aufgezeigt, analysiert und evaluiert werden. Ziel ist es, Koordinations- und Managementstrategien für intermodale Schnittstellen zu erarbeiten, die den heutigen Anforderungen gemäss den SVI-Forschungsarbeiten und den zukünftig zu erwartenden Kooperationsbereichen Rechnung tragen. Dabei sind Strategien aufzuzeigen, die ein attraktives Gesamtwerk aus Sicht der Benutzenden ergeben. Ferner werden Ausgleichsmechanismen zur Herstellung von Win-Win-Situationen für die beteiligten Akteure aufgezeigt. Ergebnis ist ein Leitfaden für die Akteure von intermodalen Schnittstellen.
Projektziele
(Englisch)
This research study will demonstrate, analyse and evaluate cooperation and management options for the operation of intermodal interchanges. The objective is to develop coordination and management strategies for intermodal interchanges which fulfil today’s requirements in accordance with the SVI research studies and meet the challenges of the future in relation to cooperation areas. These strategies should help to make intermodal interchanges attractive to travellers. Furthermore, mechanisms will be demonstrated for generating win-win situations for all the parties involved. The study output will be a guideline for those involved in intermodal interchanges
Forschungsplan
(Deutsch)

Das Arbeitsprogramm ist wie folgt vorgesehen:

1. Ermittlung von zu untersuchenden Kooperationsbereichen:
   Januar 2009 – April 2009, Ressourcen: ca. 20'000 CHF

Meilenstein: Darlegung der heutigen Kooperation- und Managementstrategien

2. Entwicklung von Strategien und Modelle für Kooperation und Management:
    Februar 2009 – August 2009, Ressourcen ca. 40'000 CHF

3. Evaluation der Kooperations- und Managementmodelle und –strategien:
    August 2009 bis Oktober 2009, Ressourcen ca. 30'000 CHF

Meilenstein: Entwurf Kooperations- und Managementmodelle und –strategien liegen vor.

4. Workshop je IMS-Typ zur Diskussion der Strategien und der Evaluation
    Oktober 2009 bis Januar 2010, Ressourcen ca. 30'000 CHF

Meilenstein: Abgestimmte Kooperations- und Managementmodelle und –strategien liegen vor.

5. Eventuelle Bereinigung der Modelle und Strategien, Forschungsbericht, Empfehlungen:
   Januar 2010 bis April 2010, Ressourcen ca. 24'000 CHF

Meilenstein: Endbericht
Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
Die Umsetzbarkeit in der Praxis wird gefördert durch die Fokussierung des Forschungsberichts auf die praktische Darstellung der Modelle für die Akteure. Diese Modelle werden so beschrieben, dass der Bericht von den Akteuren als Leitfaden verwendet werden kann. Ferner werden akteurspezifische Empfehlungen gegeben.
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
.
Berichtsnummer
(Deutsch)
1356
Literatur
(Deutsch)

1] Canzler, Weert: Designperspektiven innovativer Mobilitätsdienstleistungen – Soziologische Grundlagen, in: Herdegen, Rammler (Hg.): Designperspektiven innovativer Mobilitätsdienstleistungen, Discussion Papers Transportation Design & Social Sciences, Braunschweig, S. 13-30.

[2] Cooke P, Morgan K: The Associational Economy: Firms, Regions and Innovation, Oxford, 1998

[3] Erlei M, Leschke M, Sauerland D: Neue Institutionenökonomik, 2. Auflage, Stuttgart, 2007.

[4] Forester J: The Deliberative Practitioner: Encouraging Participatory Planning Processes, Cambridge, 1999

[5] GUIDE: Group for Urban Interchanges Development and Evaluation, Urban Interchange – A Good Practise Guide, 2000

[6] Krütli, P., Stauffacher, M., Flüeler, T. & Scholz R. W. (2006): Public involvement in repository site selection for nuclear waste: Towards a more dynamic view in the decision-making process. Conference Proceedings. VALDOR 2006 – VALues in Decisions On Risk. Stockholm, May 14-18, 2006. SKI, SEPA, SGI, SRCE, OECD/NEA, UK Nirex (pp. 96-105)

[7] Metron: Ausgestaltung von multimodalen Umsteigepunkten, Schlussbericht SVI 2004/096, 1. März 2007

[8] MIMIC: Mobility, Intermodality und Interchange, Rom, 1999

[9] PIRATE: Promoting Interchange Rationale, Accessibility und Transfer Efficiency, Sheffield, 2000 and Final Report 2001

[10] Savas ES: Privatization and Public-Private Partnerships, New York, 2000

[11] Schmitter PC, Lehmbruch G: Trends towards corporatist intermediation, London, 1979

[12] Synergo, ILS NRW: Standards für intermodale Schnittstellen im Verkehr, Schlussbericht SVI 2001/525, Dezember 2004.