Die in diesem Projekt zu erwartenden Resultate werden uns erlauben, die in der Schweiz bei kleinen Wiederkäuern vorkommenden atypischen TSE Stämme (strains) abschliessend zu charakterisieren und untereinander zu vergleichen. Sie werden einen fundierten Vergleich von in anderen Ländern beschriebenen Small Ruminant TSE-Typen sowie humanem GSS ermöglichen.
Weiter wird in dieser Studie eine Sammlung wertvollen Gewebes generiert. Dieses Material wird sehr nützlich sein für die Entwicklung, Validierung und Optimierung etablierter und neuer Technologien zur Detektion und Charakterisierung verschiedener atypischer TSE.
Durch die Studie soll ein wichtiger Beitrag zu einer exakten Falldefinition und Etablierung diagnostischer Kriterien für „atypisches Scrapie“ gemacht werden. Die Diagnostikmethoden können so kontinuierlich verbessert werden.
Aktive Überwachungsprogramme sollten adäquate Kombinationen von Tests und Art und Lokalisation der Probeentnahme verwenden, um sicher zu gehen, dass atypische Scrapie Fälle auch identifiziert werden. Über eine Verbesserung der diagnostischen Techniken und Beurteilungskriterien könnten bestehende Überwachungskonzepte evaluiert und eventuell angepasst werden.
Bekämfungsmassnahmen: Es ist nicht bekannt, ob die Tötung der ganzen Herde beim Vorliegen von atypischen TSE überhaupt nötig und sinnvoll ist. Wir möchten mit dieser Untersuchung auch dazu beitragen, Argumente zu finden, welche eine Keulung aller kleinen Wiederkäuer des von atypischer Scrapie betroffenen Betriebes möglichenfalls unnötig macht, und durch die dadurch verbesserte Meldedisziplin zu einer verbes-serten Überwachung und besserer Kenntnisse über die Seuchenlage in der Schweiz führt.
Wegen der schwierigen TSE Situation aufgrund der Unklarheiten über Herkunft, Form und Bedeutung von BSE und TSE bei kleinen Wiederkäuern, und nachdem ungewöhnliche TSE-Fälle bei Schafen und Ziegen nachgewiesen wurden, wurden die Überwachungsmassnahmen für Schafe und Ziegen in der EU in letzter Zeit verschärft (Komission der Europäischen Gemeinschaften, 2006). Es herrscht die Überzeugung, dass weiterhin Forschungsbedarf zu diesem Thema besteht.
Über atypisches Scrapie ist bis heute sehr wenig bekannt, eine einzelne Untersuchung kann nicht alle offenen Fragen beantworten. Aber zusammen mit anderen Projekten des NeuroCenters und ergänzt durch Vergleiche mit Studien auf internationaler Ebene, möchten wir mit dieser Arbeit einen Beitrag dazu leisten, das Auftreten von (atypischem) Scrapie in der Schweiz besser zu verstehen. Dies stellt auch einen weiteren Schritt in Richtung Abklärung des Zoonosepotentials und der Risikoabschätzung für Veterinary und General Public Health der (atypischen) TSEs dar.
31.05.2007: Umsetzung:
Erkenntnisse zur Anpassung der Bekämpfungsmassnahmen
Grundlagen für kosteneffizienteres Überwachungskonzept
Vergleich mit internationalen Daten (Selektionssitzung 2007/mvo)
UMS 2011:
Resultate zeigten, dass es kein BSE war, deshalb kein Umsetzungsbedarf. Publikationen sind erfolgt. Status: erledigt. (mvo)