Schlüsselwörter
(Deutsch)
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Milchkühe, Verhalten, Klauen, Klauengesundheit, Verletzungen, Entmistung.
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Schlüsselwörter
(Englisch)
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dairy-cow, behaviour, claw, claw health, injuries, dung-removing
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Kurzbeschreibung
(Deutsch)
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Mechanische Entmistungsanlagen gehören zur Standardeinrichtung in Rindvieh-Laufställen. Regelmässiges, mehrmals tägliches Entfernen von Kot und Harn ist im Hinblick auf die Klauengesundheit sehr wichtig. Da es sich bei den Entmistungsanlagen um bewegliche Einrichtungselemente im Laufbereich der Kühe handelt, kommen die Tiere zwangsläufig damit in Berührung. Dies kann mit Problemen hinsichtlich Verhalten (z.B. Verdrängungen) und Gesundheit (z.B. Verletzungen im Klauen-/Gliedmassenbereich) verbunden sein. Gewisse, im Hinblick auf die Unfallgefahr problematische Aspekte solcher Einrichtungen, die den Menschen betreffen, sind durch die Vorschriften des Bundesgesetzes über die Sicherheit von technischen Einrichtungen und Geräten (STEG) und der dazugehörigen Verordnung (STEV) abgedeckt. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) hat zusammen mit einer Arbeitsgruppe aus der Industrie und Forschung Sicherheitsanforderungen erarbeitet, die auch die Verletzungsgefahr von Tieren berücksichtigen. Entmistungsanlagen werden nicht im Rahmen des Prüf- und Bewilligungsverfahrens für serienmässig hergestellte Stalleinrichtungen beurteilt. Da mechanische Entmistungsanlagen im Rindviehbereich, im Gegensatz zum Schweinebereich, schon seit längerer Zeit im Einsatz sind, sind gewisse Aspekte bezüglich Gestaltung und Handhabung solcher Anlagen zwar durchaus bekannt. In Bezug auf eine umfassende Beurteilung von Entmistungsanlagen hinsichtlich der Tiergerechtheit sind jedoch noch wichtige Fragen offen. Ziel des vorliegenden Projektes ist es, fundierte Kenntnisse bezüglich der Auswirkungen von Entmistungsanlagen auf verschiedene Verhaltensaspekte und auf Verletzungen im unteren Gliedmassenbereich zu erlangen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen als Grundlage für eine verbesserte Information von Stallbaufirmen, Tierhaltenden und Vollzugspersonen dienen. Dazu sollen zunächst mit Hilfe von Direktbeobachtungen und Herzfrequenzmessungen Kontakte zwischen Tier und Entmistungsschieber hinsichtlich ihrer Relevanz für das Tier beurteilt und in belastende resp. verletzungsträchtige und nicht belastende resp. nicht verletzungsträchtige Kontakte eingeteilt werden. Im Hauptversuch werden dann 4 verschiedene Schiebertypen auf je 5 bis 10 Praxisbetrieben im Hinblick auf verschiedene Verhaltensaspekte untersucht. Pro Betrieb sollen 10 Schieberdurchgänge berücksichtigt werden. Dabei werden Kühe, die einen als "belastend" taxierten Schieberkontakt hatten, direkt nach der Beobachtung in den Klauenstand genommen, wo die Klauen und unteren Gliedmassenabschnitte gewaschen werden und nach frischen Verletzungen abgesucht werden. Zusätzlich soll mit Hilfe eines Fragebogens eruiert werden, ob infektiöse Klauenerkrankungen bei bestimmten Schiebertypen vermehrt vorkommen oder ob es einen Zusammenhang zwischen solchen Erkrankungen und der Länge der Entmistungsintervalle gibt.
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Kurzbeschreibung
(Englisch)
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Mechanical dung-removal systems (manure scrapers) are standard equipment in dairy-cattle cubicle housing. Regular removal of faeces and urine several times daily is very important for claw health. Since the manure scrapers are mobile fittings in the cows’ walking area, the animals cannot help but come into contact with them. This contact may be associated with behavioural problems in the form of involuntary displacement of the animals, or health problems in the form of injuries to the claw/limb area. Certain aspects of this equipment which are problematic in terms of the hazard posed to humans are covered by the provisions of the Federal Law relating to the Safety of Technical Equipment and Appliances (STEG) and the relevant federal ordinance (STEV). Together with a working group comprising experts from the industry and research sectors, the Advisory Bureau for Accident Prevention in Agriculture (BUL) has compiled safety standards which also address the risk of injury to animals. Manure scrapers are not evaluated within the framework of the testing and authorisation procedure for mass-produced housing systems and equipment. Since, however, they have been in use for some time now in cattle husbandry – though not in pig husbandry – certain aspects concerning the design and operation of manure scrapers are very well known. In terms of a comprehensive assessment of manure scrapers from an animal-welfare perspective, however, some important questions remain unanswered. The aim of the present project is to acquire sound knowledge on the effects of manure scrapers on different aspects of behaviour and on injuries to the lower limbs. It is hoped that the findings will serve as a basis for the improved information of animal-housing construction firms, livestock producers and persons in charge of enforcing legal regulations. To this end, and initially with the aid of direct observations and heart-rate measurements, contacts between the animals and the manure scraper are to be assessed in terms of their effect on the animal and classified as either stressful/harmful or non-stressful/non-harmful. Subsequently, in the main trial, four different types of scrapers will be studied with respect to various behavioural aspects on 5 – 10 commercial farms in each case. It is anticipated that 10 scraping passes will be taken into account per farm. Immediately after the observation period, cows that have undergone contact with a scraper deemed to be ‘stressful’ will be taken into the claw stand where their claws and the lower parts of their legs will be washed and examined for fresh injuries. In addition, a questionnaire is to be used to determine whether infectious claw diseases occur more frequently with specific types of scrapers, or whether there is a correlation between such diseases and the length of the interval between cleanings.
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Projektziele
(Deutsch)
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Das Ausmass der Beeinträchtigung des Verhaltens von Milchkühen durch solche Anlagen ist bekannt.
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Traumatisch bedingte Klauenschäden und Verletzungen im unteren Gliedmassenbereich, die auf die Entmistungsanlage zurückzuführen sind, können quantifiziert werden.
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Kriterien für einen tiergerechten Betrieb von Entmistungsanlagen sind bekannt.
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Informationsmaterial für Stallbaufirmen, Tierhaltende und Kontrollorgane liegt vor.
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Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
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Umsetzung für das BVET:
- Informationsmaterial für Tierhaltende, Stallbaufirmen, auch Vollzug und Beratungsdienste
- Allenfalls Grundlagen für eine Revision im Bereich Tierschutzgesetzgebung
- Unterstützung und Begleitung der Entwicklung und des Einsatzes tiergerechter Entmistungsanlagen
Ums 2011:
3 Artikel sind geplant = Dissertation, sind noch nicht erschienen, werden im Januar 2012 eingereicht. ART Artikel ist bereits in Arbeit, Resultate sind bekannt. Tiere können gut mit Schieber umgehen, wenn sie diesen aktiv wahrnehmen. Information im Rahmen von Firmentagungen erfolgt..Status: erledigt. (mvo) Auflagen: Das Projekt ist erledigt, wenn die Publikationen erschienen sind
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Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
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Buck, M.; Friedli, K.; Steiner, B.; Gygax, L.; Wechsler, B.; Steiner, A. (2012) Wie reagieren Milchkühe auf Entmistungsschieber? ART-Berichte, Tänikon, ART-Bericht 750.
Zugehörige Dokumente
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