Das Ziel des vorgeschlagenen Projekts ist die Suche nach einem hydrophilen, persistenten Marker, welcher den Belastungsgrad von Oberflächengewässern und auch von Grundwasser nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ anzeigt. Ein solcher Marker vervollständigt ein bereits vorhandenes Set von Markerverbindungen (NTA, EDTA [nicht spezifisch genug], Koffein [wird langsam abgebaut], Bor [Analysemethode nicht ausreichend empfindlich]), womit eine Art Toolbox für die Beantwortung verschiedenster Fragen zur Verfügung steht.
Folgende Leistungen sollen erbracht und folgende Ziele sollen erreicht werden:
· Literaturrecherche und Auswahl potenzieller persistenter, hydrophiler Marker
Aktualisierung einer im Frühling 2001 erstellten Literaturübersicht. Anschliessend wird eine Auswahl von hydrophilen, persistenten Verbindungen getroffen. Zentrale Kriterien für die Auswahl sind nebst den chemisch-physikalischen Eigenschaften die Herkunftsspezifität, ein gleichmässiger Eintrag in die Gewässer und die analytische Erfassbarkeit.
· Entwicklung/Anpassung analytischer Methoden zur Bestimmung ausgewählter Marker in häuslichem Abwasser und in natürlichen Gewässern
Entwicklung einer hinreichend empfindlichen analytische Methode, die es erlaubt, den/die ausgewählten Marker sowohl in Abwasser wie auch in Oberflächengewässern und Grundwasser erfassen zu können. Für hydrophile Verbindungen bietet sich primär LC-MS-MS an (Flüssigchromatographie-Tandem-Massenspektrometrie).
· Eliminationsverhalten in Kläranlagen: Analyse von flussproportionalen Proben aus dem Zulauf resp. Ablauf verschiedener Kläranlagen, allenfalls ergänzt durch Belebtschlamminkubationen
· Monitoring in Schweizer Seen: Validierung der Eignung des/der Marker(s)
Wird die Verbindung in Abwasserreinigungsanlagen nicht biologisch abgebaut, kann dieses auch für natürliche Gewässer angenommen werden. Hingegen muss mit geeigneten Experimenten im Labor gezeigt werden, dass der Marker nicht durch andere Abbauprozesse (chemischer oder photochemischer Abbau) eliminiert wird.